Krötenwanderung 2002

Amphibienschutz in
Berlin und Brandenburg




Berlin * Bernau * Dahlwitz * Eggersdorf * Hasenfelde * Müncheberg * Nudow * Rathenow * Waldsieversdorf


Berlin

Aufbau des Krötenzauns in Berlin-Buch.Der NABU Berlin betreut seit vielen Jahren zahlreiche Amphibienschutzzäune im Stadtgebiet und im Umland. Dazu gehören die Pankgrafenstraße in Karow, Wiltbergstraße/Ecke Hobrechtsfelder Chaussee in Buch, die Schönerlinder Chaussee (Bucher Forst) in Pankow, die Havelchaussee (Steinlanke) in Zehlendorf - gemeinsam mit dem Ökowerk -, der Alte Fischerweg in Köpenick-Rahnsdorf, der Körnerteich in Marzahn-Hellersdorf und in Schwanebeck (Kreis Barnim) die Bucher Chaussee, die Vierwaldstätter Straße und die Rigistraße.

Helferinnen und Helfer sind stets willkommen. Kontakt für Interessenten und Presse: NABU Berlin, Jens Scharon und Gertrudis Kinscher, Tel. 030-9 86 08 37-14 oder -15, lvberlin@nabu-berlin.de.

Zwischenstand: Bedingt durch die wechselhafte Witterung waren die die Wanderungen Anfang März fast zum Erliegen gekommen. Im Berliner Norden wurden an der Schönerlinder Chaussee bis zum 4. März rund 700 Tiere über die Straße getragen, vorwiegend Moorfrösche, gefolgt von Grasfröschen und wenigen Erdkröten. In Schwanebeck waren es bisher fast 850 Tiere. Während die Braunfrösche und Teichmolche bereits ein umfangreiches Wanderverhalten erkennen lassen, scheint das Groß der wandernden Erdkröten noch auszustehen. Unser Bild vom 12. März zeigt ein Moorfroschpaar, das Männchen huckepack und auch anhand der blauen Färbung erkennbar in Fortpflanzungsstimmung.

Bilanz 2002: Es wurden acht Zäune betreut, davon einer im Land Brandenburg. Insgesamt wurden rund 4450 Meter Zaun aufgebaut. Gefangen wurden 10.404 Tiere in 8 Arten. Dominiert haben die Braunfrösche, gefolgt von der Erdkröte. Ergebnisübersicht aller Zäune als PDF zum Download (117 KB)...


Bernau (Kreis Barnim)

Seit 1994 betreut der NABU Niederbarnim einen 400 Meter langen Folienzaun an der Landstraße zwischen Bernau und Börnicke. Meist wird sowohl die Hin- wie auch die Rückwanderung begleitet. In diesem Jahr gingen bis Ende Februar bereits mehr als 450 Moorfrösche sowie einige Teich- und Kamm-Molche, Teichfrösche und Knoblauchkröten in die Fangeimer.

Kontakt: NABU Niederbarnim, Matthias Stoefer, Heinestraße 94 16341 Zepernick, Tel. 030-94 41 62 52, mucstoefer@t-online.de.


Dahlwitz-Hoppegarten (Kreis Märkisch-Oderland)

An der Straße Rennbahnallee befinden sich zwei Amphibienzäune, beide nur einseitig, da bisher nur immer im Frühjahr überfahrene Tiere aufgefunden worden sind. Die Zäune sind aus Betonschwellen in Eigeninitiative errichtet. Nach Abschluss der Maßnahmen müssen also Durchlässe geschaffen werden. Die Amphibienstrecke existiert seit Mitte der 80er Jahre. Vor der Wende betreute die Naturschutzgruppe Dahlwitz-Hoppegarten die Stecke, nach der Auflösung der Gruppe bedingt durch die Wende kümmerten sich Peter und Helgard Reinsberg weiterhin um die Amphibien. Mittlerweile sind die Amphibienschützer im NABU Neuenhagen organisiert und finden dort auch Hilfe bei der Betreuung. Aber auch andere Helfer wären willkommen, die abends die Eimer kontrollieren, die Tiere bestimmen und zählen und natürlich über die Straße tragen.

  
Grasfr.
Teichfr.
Erdkr.
Teichm.
Knobl.kr.
von ... bis
1997
1.501
7
99
6
0
13.3.-7.4.
1998
1.961
8
181
16
3
23.2.-11.4.
1999
3.280
8
103
11
2
3.3.-11.4.
2000
1.038
3
97
83
0
28.2.-7.4.
2001
2.170
2
62
78
3
14.2.-13.4.

Bei den Grasfröschen finden sich oftmals sehr viel kleine Tiere, offensichtlich der Nachwuchs vom vergangenen Jahr in den Eimern. Auch diese wandern zu dem Gewässer, in dem sie geboren wurden. Es handelt sich dabei um einen alten Torfstich, im Wald gelegen und um einen Teich, der auf der Rennbahn Hoppegarten für Military angelegt und auch genutzt wird. Die Tiere selbst kommen im Frühjahr überwiegend von den der Rennbahn gegenüber liegenden Feuchtwiesen zum Laichen. Der diesjährige Zaun wurde bedingt durch die milde Witterung schon am 30. Januar errichtet. Am 2. Februar waren fünf Teichmolche in den Eimern.

Kontakt: Helgard und Peter Reinsberg, Unter den Ulmen 80, 15366 Neuenhagen, Tel. 0 33 42-20 21 41, HelgardReinsberg@aol.com.


Eggersdorf (Kreis Märkisch Oderland)

An der Kreisstraße in Eggersdorf, etwa sieben Kilometern von Müncheberg entfernt, gibt es eine bedeutsame Amphibenquerung mit Rotbauchunke, Wechselkröte, Knoblauchkröte, Moor- und Teichfrosch sowie Kamm- und Teichmolch. Die Amphibienquerung erstreckt sich über mehr als einen Kilometer, teils innerorts - hier gibt es sieben kleine Teiche-, teils außerhalb. Wegen Helfermangel besteht leider keine Möglichkeit, kontinuierlich einen Zaun zu betreuen. Deshalb wird nur gelegentlich die Straße abgesammelt. Sammelaktionen werden von Anwohnern, Mitgliedern des NABU Müncheberg und Mathias Bartsch als Ansprechpartner (unter Tel. 03 34 32-7 13 70) durchgeführt.

Daten Kreisstraße Eggersdorf (jeweils Frühjahrs- und Herbstwanderung, 2001 und 2002 nur Frühjahrswanderung):

  
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
Erdkröte
39
18
33
17
391
1.384
45
142
Kamm-Molch
57
41
5
8
14
4
1
3
Knoblauchkröte
789
695
620
793
899
1078
86
195
Moorfrosch
1.103
989
832
2.034
2.127
1.538
363
315
Rotbauchunke
12
5
15
16
264
6
0
2
Teichfrosch
25
37
160
23
87
89
2
22
Teichmolch
189
213
69
227
58
18
0
14
Wechselkröte
172
182
289
219
323
422
0
69
Laubfrosch
0
0
0
0
0
0
0
2
Gesamt
2.386
2.180
2.023
3.337
4.163
4.539
497
764

Erstfunde 2002: drei überfahrene Moorfrösche und ein lebender Moorfrosch - in einem Gully gefangen - am 5. Februar. Danach kammen am 7. Februar 38 Moorfrösche und ein Teichmolch zusammen. Zwischenstand 20. April: 884 Tiere, davon 68 Totfunde.

Eine weitere Amphibienquerung gibt es am Feldweg "Am Bruch" zwischen Eggersdorf und der Straße zur B 1/5 Richtung Müncheberg. Der Weg liegt zwischen den Gewässern Kleiner und Großer Mostpfuhl und soll demnächst 3,50 Meter breit mit Asphaltdecke ausgebaut werden. Planungen, die dabei dem Amphibienschutz Rechnung tragen, sind bisher leider nicht bekannt. Auch am Bruch wird aus Helfermangel nur sporadisch abgesammelt und es werden Hinweisschilder zur Krötenwanderung angebracht. Das Artenspektrum umfasst Erdkröte, Knoblauchkröte, Moorfrosch, Teichmolch, Kamm-Molch, Teichfrosch und sogar die Rotbauchunke. Kontakt für Medien und Interessenten: Kirsten Hänsel, Tel. 03 34 32-7 12 04.

Aktuelle Sammeldaten "Am Bruch":

Datum
Erdkr.
Kammm.
Knobl.kr.
Moorfr.
Teichfr.
Teichm.
Rotb.unke
Gesamt
18.März
8
16
26
35
0
3
0
88
19.März
11
1
19
12
0
2
1
46
21.März
4
1
13
3
0
2
0
23
2. April
2
0
14
0
2
0
0
18
3. April
0
0
8
0
2
2
0
12
15. April
0
0
5
0
0
1
0
6
17. April
1
0
2
0
1
0
1
5
19. April
4
0
8
0
1
0
0
13
25. April
0
0
2
2
2
0
2
8
27. April
0
0
6
0
1
0
0
7



Hasenfelde (Landkreis Oder-Spree)

In Hasenfelde steht ein mobiler Amphibienschutzzaun der Kreisstraße 10, der Verbindungsstraße zur Bundesstraße 5 Richtung Frankfurt/Oder. Der Zaun soll die Wanderung zu einem Laichgewässer in Höhe des Waldstückes am Sportplatz schützen. Das Kleingewässer, eine Verbindung innerhalb eines Binnengrabens zum Heinersdorfer Fließ (Zufluss zur Spree) wurde vom Wasser- und Bodenverband Untere Spree zum Jahreswechsel 2000/2001 entschlammt. In Vorbereitung des geplanten Straßenausbaus wurden im Frühjahr 2001 mit Unterstützung des NABU Müncheberg Untersuchungen zur Amphibienwanderung durchgeführt. Sie bestätigten, dass es für diesen Standort erforderlich ist, ein ganzjähriges Amphibienschutzsystem zu bauen. Es kommen zehn Arten vor, darunter der Laubfrosch, die Rotbauchunke, der Kamm-Molch und die Wechselkröte.

Initiatoren der diesjährigen Aktion ist eine Gruppe engagierter Anwohner der Orte Hasenfelde, Tempelberg und Heinersdorf sowie Mitglieder des NABU Müncheberg. Die Aktion wird von der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises und vom Kreisstraßenmeisterei unterstützt. Der mobile Zaun aus grüner Gaze wurde zum 1. März in einer Länge von 200 bis 250 Metern aufgebaut, er wird nur für die Frühjahrswanderung genutzt.

Die ersten Amphibien waren in diesem Jahr bereits Anfang Februar unterwegs (7 Moorfrösche und 1 männlicher Kamm-Molch - alles Totfunde), nach dem Zaunaufbau gingen am 4. März die ersten "regulären" Erdkröten und Kamm-Molche in die Eimer. Die erste Woche der betreuten Wanderung brachte insgesamt 169 Amphibien, davon 61 Erdkröten, 77 Moorfrösche, 17 Kamm-Molche, 10 Teichmolche, 2 Knoblauchkröten und 2 Grasfrösche.

Daten 2002
bis 17.3.
18.-24.3.
25.3.-7.4.
8.-21.4.
Gesamt
Erdkröte
178
70
12
23
283
Knoblauchkröte
7
16
8
134
165
Moorfrosch
215
108
16
79
418
Grasfrosch
3
-
-
3
6
Kamm-Molch
41
8
4
10
63
Teichmolch
29
3
-
-
32
Rotbauchunke
-
1
1
6
8
Gesamt
473
206
41
255
975

Kontakt für Medien und Interessierte: Helma Glasemann, Ahornring 9, 15518 Heinersdorf, Tel. 03 34 32-7 05 15, helma@glasemann.net, sowie Kathrin Hain in Hasenfelde, Tel. 03 36 35-33 98.

Endstand 2002: Der Zaun wurde am 21. April abgebaut, da die Rückwanderung massiv eingesetzt hat und diese nicht behindert werden soll. Mit 975 Tieren (siehe Tabelle oben) wurden die Vorjahreswerte nicht erreicht. Die Hasenfelder Daten zeigen sehr anschaulich, dass die Knoblauchkröten zu den ausgeprochenen Spätwanderern gehören, während Molche und Frösche eher früh im Jahr unterwegs sind.


Müncheberg (Kreis Märkisch Oderland)

Der NABU Müncheberg betreut seit 1990 einen rund 100 Meter langen Amphibienzaun an der Ortsverbindungsstraße am Rohrpfuhl. In diesem Jahr wurde der mobile Zaun des Herstellers Maibach wegen der milden Witterung frühzeitig am 8.2. aufgebaut. Die Aktion dauert dann je nach Wanderungsverlauf rund 50 Tage. Insgesamt kommen acht Amphibien- und zwei Reptilienarten vor, wobei die Erdkröte am stärksten vertreten ist, aber auch die bundesweit bedrohte Rotbauchunke, Moorfrosch und Kamm-Molch sind dabei. Die Zahl der Tiere schwankt zwischen 100 und 1000. Das Vorkommen ist nur von lokaler Bedeutung, bildet aber einen wichtigen Trittstein zwischen Feuchtgebieten am Rande des Naturparks Märkische Schweiz, rund 50 Kilometer östlich Berlins. Während der NABU Müncheberg an anderen Stellen bereits dauerhafte Amphibiendurchlässe durchsetzen konnte, ist das an dieser Stelle leider noch nicht gelungen.

Über "10 Jahre Amphibien- und Reptilienschutz in Müncheberg" hat die NABU-Gruppe 2000 eine 74 Seiten starke und reich bebilderte Broschüre erstellt. Sie kostet 2,50 Euro. Kontakt für Interessenten und Medien: NABU Müncheberg, Thorsten Schönbrodt, Fürstenwalder Straße 1a, 15374 Müncheberg, Tel. 0 33 43 23-8 94 48 oder (d) 03 34 32-8 22 32, nabu1992@aol.com.

Endstand: Die Wanderung vor allem der Erdkröte geht nun definitiv zu Ende und es hat bereits starker Rückreiseverkehr eingesetzt. Der Zaun ist deshalb seit dem 18. April abgebaut, die Straße wird aber auch ohne Zaun noch kontrolliert, um die Verluste zu minimieren. Insgesamt wurden am Zaun Rohrpfuhl 1.243 Tiere gezählt, davon 882 Erdkröten und 44 Totfunde. Damit wurden in diesem Frühjahr so viele Amphibien wie nie zuvor vor dem sicheren Straßentod bewahrt. Bleibt zu hoffen, dass hier bald ein stationäres System gebaut werden kann. Zu den tagesaktuellen Daten 2002...

Bei den Handkontrollen wurde am 26. April in Müncheberg zum ersten Mal in 13 Jahren ein Laubfrosch nachgewiesen. In der weiter südlich gelegenen Agrarlandschaft wanderte der Laubfrosach in den letzten Jahren wieder ein, nachdem dort durch ein Gewässerrandstreifenprogramm mehrere Kleingewässer 10 bis 20 Meter breite Uferrandstreifen erhielten. Im Siedlungsbereich wie jetzt waren Laubfrösche bisher aber noch nicht nachgewiesen worden.


Nudow (Kreis Potsdam-Mittelmark)

Teichfrösche überwintern auf dem GewässergrundWährend die Betreuung der Amphibienwanderung in Potsdam selbst durch die Untere Naturschutzbehörde der Stadt Potsdam erfolgt, kümmert sich der NABU Kreisverband "Havelland" Postdam seit 1999 eigenständig um die Wanderungen an den Nudower Teichen (im Bild unten), einige Kilometer südwestlich der Landeshauptstadt. Bei diesem Laichgebiet handelt es sich um seit Jahrzehnten aufgelassene Kiesgruben, umgeben von Wald-, Acker- und Wiesenflächen.

Die Nudower Teiche im WinterDer direkte Wanderweg der Amphibien zum Laichgewässer wird an zwei Seiten von der Landesstraße 79 und einer Kreisstraße unterbrochen. Auf einer Länge von 1.200 Metern wurde auch in diesem Jahr am 2. März ein Kunststoffzaun errichtet und im Abstand von 12 Metern die Fangeimer eingegraben. Abhängig vom Verlauf der Wanderung wird der Zaun Ende April/Anfang Mai wieder abgebaut. Bis dahin ist die tägliche Sammlung und Erfassung durchorganisiert. Um Rückschlüsse auf das Wanderungsverhalten und für künftige Schutzmaßnahmen ziehen zu können, werden von den Helfern Erfassungsbögen geführt, die neben der Erfassung der einzelnen Arten auch die jeweiligen Witterungsbedingungen und Besonderheiten beinhalten. Die Abschlussmeldung geht dann an die Untere Naturschutzbehörde, die diese Aktion unterstützt.

Die Daten der letzten Jahre:

 
1999
(nur L 79 teilw.)
2000
2001
2002
(Zwischenstand 15.4.)
Erdkröte
193
1.121
1.053
1.003
Knoblauchkröte
8
0
18
0
Kreuzkröte
1
0
3
0
Moorfrosch
3
2
36
3
Grasfrosch
4
2
9
0
Teichfrosch
4
19
35
7
Teichmolch
14
7
0
1
insgesamt
227
1.151
1.154
1.014

Kontakt: NABU "Havelland" Potsdam, Klaus Frhr. v.d. Ropp, Zum Jagenstein 1, 14478 Potsdam, Tel./Fax 03 31-81 04 32, nabupotsdam@aol.com; Wolfgang Ewert, Tel. 03 32 00-6 90 90, Fax 040-36 03 99 41 75, wolfgangewert@aol.com.

Aktuell 2002: Aufgrund der niedrigen Temperaturen verlief die Wanderung in der ersten Märzwoche sehr verhalten. Bis 11. März kamen 91 Tiere zusammen, davon 87 Erdkröten, drei Moorfrösche und ein Teichmolch, am 13. März waren es weitere 135 Erdkröten und ein Teichfrosch, bis 19. März waren 686 Tiere erreicht.


Rathenow (Kreis Havelland)

Der NABU-Regionalverband Westhavelland mit Sitz in Rathenow betreut ein so großes Gebiet, dass aus Kapazitätsgründen zahlreiche Wanderquerungen lediglich mit Warnschildern bestückt werden können. Bei den gefährdeten Abschnitten richtet der NABU sein Hauptaugenmerk auf Bereiche der Bundesstraße 188 und der Landstraße 96 nach Böhne sowie den Weg zum Forstamt am Grünauer Fenn. An der B 188 und L 96 sichert der NABU auch die Rückwanderung der Jungtiere per Zaun ab. Besonders hier zeigt sich, dass eine große Anzahl der Tiere über einen langen Zeitraum wandert. Zusätzlich mussten während des Baus der Bahnstrecke Hannover-Berlin östlich von Rathenow mobile Anlagen errichten werden. Im Böschungsbereich der Brücke an der L 96 von Rathenow Böhne wurde inzwischen eine feste Anlage installiert.

Helfer für Auf- und Abbau der diversen Zäune und für die tägliche Kontrolle sind immer willkommen. Kontakt: NABU Westhavelland, Wolfgang Voigt, Genthiner Straße 7, 14712 Rathenow, Tel. 0 33 85-50 00 46, Fax -51 16 30, nabu@rathenow.de.


Waldsieversdorf (Kreis Märkisch Oderland)

Entlang einer Landesstraße (im Bild rechts) stellen örtliche Naturschützer seit 1990 einen jeweils 500 Meter langen Krötenzaun auf. Neben Dahlwitz-Hoppegarten und Herrensee handelt es sich hier um eines der größten Erdkrötenvorkommen im Kreis. Außerdem kommen Moorfrosch und Knoblauchkröte vor. Leider gibt es trotz der Bedeutung des Standortes immer noch keine ganzjägrigen Schutzsysteme. Erstfund 2002: ein überfahrenes Erdkrötenmännchen am 5.2.

Kontakt zu den Amphibienschützern in Waldsiversdorf über den NABU Müncheberg, Thorsten Schönbrodt, Fürstenwalder Straße 1a, 15374 Müncheberg, Tel. 0 33 43 23-8 94 48 oder (d) 03 34 32-8 22 32, nabu1992@aol.com.

Zwischenstand 18. April: In Waldsieverdorf ist es auf Höhe der Teiche in den vergangenen Tagen und Wochen zu massenhaften Wanderungen vor allem der Erdkröte gekommen, die Verluste durch Überfahren waren hoch. Diese Wanderroute war in den vergangenen Jahren kaum noch nachweisbar und deshalb wurde eine aufwändige Betreuung eingestellt. Die Straße wurde im vergangenen Jahr ausgebaut und Amphibienschutz spielte wie so oft auch hier keine Rolle. Ähnliches gilt für den Amphibienwechsel an der Verbindungsstraße von Waldsieverdorf nach Buckow auf Höhe des Gartzsees und der Teiche Waldsieversdorf - der dritte bekannte und nennenswerte Amphibienwechsel im Waldsieversdorfer Raum. Auch hier wurden massive Wanderungen festgestellt. Eine Begehung am 18. April ergab in Waldsieversdorf 78 tote Erdkröten, an der Straße nach Buckow 36 tote Erdkröten und 12 tote Moorfrösche - das ist die Todesbilanz von nur einem bis zwei Tagen.