Krötenwanderung 2002

Aktuelle Nachrichten


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Mittwoch, 19. Juni
Bilanz auf breiterer Datenbasis bestätigt schlechtes Krötenjahr

Unter Einbeziehung von nunmehr 40 lokalen Ergebnissen samt Vorjahresvergleichen bestätigt sich die bereits Mitte Mai getroffene Grundaussage, dass die Laichwanderungen 2002 im wesentlichen von Rückgängen gekennzeichnet waren. Mehr...


Freitag, 10. Mai
Durchwachsene Bilanz: 2002 war für Kröten kein Spitzenjahr

Noch liegen längst nicht alle Endergebnisse der lokalen Aktionen vor, aber eine grobe Bilanz lässt sich bereits ziehen. Und diese Bilanz fällt bundesweit eher durchwachsen aus: An zwei Dritteln der Zäune gab es teils drastische Rückgänge, vor allem bei den Erdkröten. Nur an einem Drittel lagen die Ergebnisse wenigstens im Schnitt der Vergangenheit oder sie sind sogar angestiegen. Die für das Vorjahr geschätzten rund 300.000 geretteten Tiere - bezogen auf die an der Internetaktion beteiligten Gruppen - werden also 2002 nicht erreicht.

Ursachen kann es viele geben, doch eine eindeutige, monokausale Zuordnung ist schwer möglich. Zweifellos war der Witterungsverlauf sehr unruhig, mit zahlreichen Frosteinbrüchen und teils großer Trockenheit. Es können aber auch Krankheiten und Parasiten eine Rolle gespielt haben oder ungünstige Bedingungen in der Aufwuchsphase der heute erwachsenen Tiere.


Dienstag, 16. April
Feuchte Witterung läutet Schlussetappe der Wanderungen ein

Während viele Amphibienschutzgruppen ihre diesjährigen Aktionen schon beendet haben, kommen andernorts durch den Witterungsumschwung hin zu milderem und vor allem feuchtem Wetter die Wanderungen wieder in Gang. Dabei kommen teils noch einmal erhebliche Stückzahlen zusammen. Im sächsischen Bischofswerda zum Beispiel wanderten am Wochenende 528 Tiere - vor allem Erdkröten - und das war immerhin ein Drittel sämtlicher dort seit Anfang März registrierten Amphibien. Auch aus Müncheberg in Brandenburg und aus der Till-Eulenspiegel-Stadt Mölln wird noch reger Wanderverkehr gemeldet. Im Umkehrschluss bedeutet das: Wo in dieser Woche trotz ordentlicher Bedingungen keine Kröten mehr registriert werden, können die Zäune jetzt guten Gewissens abgebaut werden.


Montag, 8. April
Nachtfröste: Erneute Pause oder bereits Wanderungsende?

Gefährlicher Asphalt: Erdkröte beim Überqueren einer Straße.Es friert nachts mal wieder, nun bereits zum fünftem Mal seit Beginn der Laichwanderungen. Dazu ist es verbreitet windig und so trocken, dass in manchen Regionen akute Waldbrandgefahr herrscht. Für Kröten und Frösche sind das denkbar schlechte Bedingungen. Angesichts bisher oft sehr niedriger Wanderzahlen hoffen nun viele Amphibienschützer, dass es bei wärmerem und feuchtem Wetter noch einen Nachschlag gibt. Die Zäune werden deshalb noch in die zweite Aprilhälfte hinein geschlossen bleiben.

In einigen Orten wurden die Aktionen allerdings bereits beendet, so in Allmendingen (BW), Bad Sobernheim (RP), Bramsche (NI), Engelsberg (BY), Heilbronn (BW). Lingenfeld (RP) und Unna (NRW). Die Ergebnisse sind sehr unterschiedlich. Während zum Beispiel in Bramsche rund ein Drittel Erdkröten weniger als 2001 registriert wurden und auch in Heilbronn unter den Erwartungen blieben, waren die Zahlen in Allmendingen, Engelsberg oder Unna im langjährigen Durchschnitt. Eine erste grobe Gesamtbilanz soll Ende April vorliegen.


Mittwoch, 27. März
Verbreitet frostklare Nächte - die Kröten machen Kältepause

Was zu viel ist, ist zu viel. Das tagsüber sonnige, wolkenfreie Wetter führt derzeit nachts zu starker Auskühlung, so dass es verbreitet friert. Da hilft den Kröten auch der stärkste Fortpflanzungstrieb nicht mehr. Schließlich sind Amphibien wechselwarm und damit auf externe Wärme angewiesen, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Gegen Frost kommen sie nicht dauerhaft an und die Kröten machen deshalb fast überall Pause. Nur die Krötenschützer lassen sich die Laune nicht verderben, wie das Bild rechts vom Froschfest des NABU Bergstraße am letzten Samstag zeigt.

Vor allem in den Tallagen wurden schon starke Rückwanderungen von Fröschen und Kröten nach erfolgreichem Ablaichen beobachtet. Im rheinland-pfälzischen Lingenfeld hat man daraufhin sogar die Straßensperren bereits abgebaut. Auch in Bad Sobernheim an der Nahe gehen die Amphibienschützer davon aus, dass das Wandergeschehen weitgehend abgeschlossen ist. In den meisten Regionen und vor allem in den mittleren und höheren Lagen werden sich die Amphibienwanderungen aber noch weit in den April hinein fortsetzen. Sobald es nachts wieder um fünf Grad warm wird - und auch ein bisschen feuchter -, geht es weiter.


Montag, 25. März
Wandernde Kröten sterben durch Luftdruck unterm Auto

Trotz gut gemeinter ausweichender Fahrmanöver von Autofahrern kommen viele Kröten beim Überqueren der Straßen ums Leben. Durch den Luftdruck der über sie hinweg fahrenden Autos werden sie zerquetscht oder sie platzen, wie das Hamburger Magazin Geo in seiner Aprilausgabe berichtet. Hilfreich sei nur langsames Fahren in den gekennzeichneten Wandergebieten. Die Erklärung liefert Prof. Dietrich Hummel vom Institut für Strömungsmechanik an der Technischen Universität Braunschweig: Wenn Autofahrer mit hoher Geschwindigkeit die auf der Straße hockende Kröte zwischen die Räder nehmen, kann diese einen qualvollen Tod durch aerodynamische Effekte sterben, die vor und unter dem Auto entstehen.

Während der Fahrt baut sich laut Hummel vor einem normalen PKW ein Überdruck auf. Diese Druckwelle fegt dann über das Tier hinweg und quetscht es regelrecht zusammen. Bei tief liegenden Sportwagen entsteht dagegen kein so starker Überdruck. Allerdings wird hier unter dem Wagen ein so enormer Unterdruck erzeugt, dass das Tier platzen kann. Nicht in jedem Fall sterben Amphibien durch über sie hinwegrollende Fahrzeuge. Entscheidend sei hier die Geschwindigkeit. Eine echte Überlebenschance haben die Tiere also nicht nur bei Slalomfahrten, sondern bei reduziertem Tempo von 30 Kilometern pro Stunde, berechnete Hummel.



Freitag, 22. März

Die zweite Halbzeit bricht an - bereits erste Rückwanderer

Obwohl es im Vergleich zum Wochenanfang deutlich kühler geworden ist, lassen sich die Kröten ihre Wanderlaune nicht verderben. Der Paarungstrieb ist jetzt so stark, dass auch Nachttemperaturen unter fünf Grad Celsius die Amphibien nur noch bremsen, aber nicht mehr stoppen können. Vor allem im Flachland ist bereits die zweite Halbzeit angebrochen, es sind dort also schon mehr als die Hälfte der Tiere am Laichgewässer angekommen.

Anders als zum Beispiel Gras- oder Wasserfrösche suchen Erdkröten Tümpel und Teiche ausschließlich zur Fortpflanzung auf. Nach dem Ablaichen der Kröteneier in langen Schnüren machen sich die Kröten recht bald wieder auf den Weg in ihre Sommerlebensräume, wo sie den Rest des Jahres Schnecken, Asseln und Regenwürmer jagen. Erste Rückwanderer wurden bereits gesichtet. Eine weitere große Wanderwelle gibt es im Sommer, wenn aus den Kaulquappen Jungkröten geworden sind, die dann millionenfach ebenfalls an Land gehen.


Dienstag, 19. März
"Mega-Krötennacht" in Bad Sobernheim: 1200 auf einen Schlag

Im rheinland-pfälzischen Bad Sobernheim gingen in der Nacht von Montag auf Dienstag an den beiden Anlagen in Auen und Entenpfuhl 1200 Tiere in die Eimer. Eine "Mega-Krötennacht", wie Karl-Heinz Fuldner vom NABU Bad Sobernheim berichtet: "Es war richtiges Sauwetter und es schien, als ob aus allen Löchern die Kröten gekrochen kämen. Kaum war abgesammelt, konnte man schon wieder Tiere am Zaun oder gar auf der Straße finden. Wie zur Aufmunterung gesellten sich von Zeit zu Zeit diverse Molche und ein Feuersalamander dazu. An der Anlage in Monzingen blieb es relativ ruhig, hier setzte schon der Rückreiseverkehr (Krötenweibchen) zögernd ein, in Entenpfuhl saßen einige Grasfrösche als Rückwanderer auf der Straßenseite des Zaunes. Die Verluste blieben mit rund 30 Tieren relativ gering. Gegen 23 Uhr ebbte die Flut etwas ab und wir traten voller Zufriedenheit und beglückt den Heimweg an."

Die Nacht vom 18. auf den 19. kann wohl generell als bisheriger Höhepunkt des Wandergeschehens betrachtet werden, wie Meldungen zum Beispiel aus Niederlaasphe (NRW), Müncheberg (Brandenburg) und Großrosseln (Saarland) zeigen. Dabei dominieren im Saarland immer noch die Grasfrösche, während in allen Flachlagen längst die Erdkröten in der Überzahl sind. Spitzenreiter unter den 137 gemeldeten Aktionen ist nach wie vor Bremervörde/Zeven, wo inzwischen 3.700 Amphibien gezählt wurden - das sind bereits 60 Prozent der gesamten Vorjahreswerte.


Montag, 18. März
Nach vier kühlen Nächten nun wieder starke Wander-Aktivitäten

Die zweite Hälfte der vergangenen Woche brachte bis einschließlich Sonntag noch einmal niedrige Nachttemperaturen, teils fiel selbst in den Niederungen Schnee. Kröten und Frösche reagierten umgehend und stellten die Wanderungen weitgehend ein. Für den heutigen Montag werden aber aus vielen Orten wieder starke Anstiege gemeldet, teils sind es die bisher größten Tagesmengen, vor allem an Erdkröten. Nachdem Gras- und Moorfrösche ihr Laichgeschäft oft schon erledigt haben (das Bild rechts zeigt Moorfroschlaich aus dem Raum Berlin vom 12. März), tauchen nun auch die ersten Kröten-Laichschnüre auf. An der Internet-Aktion beteiligen sich jetzt 135 Amphibienschutzgruppen mit mehr als 200 Krötenzäunen und Straßensperrungen. Neu dabei sind unter anderem Darmstadt (HE), Kaarst (NRW), Landkern (RP), Odenwaldkreis (HE), Kreis Pfaffenhofen (BY) und Wehrheim (HE).


Mittwoch, 13. März
Erster Wander-Höhepunkt bei den Erdkröten erreicht

In den klimatisch begünstigten Lagen brachte die Nacht von Dienstag auf Mittwoch einen ersten Höhepunkt der Erdkrötenwanderungen. So wurden in Mölln und in Kamen jeweils mehr als 400 Kröten gezählt, in Bramsche wanderten dank Regen und relativ milder Luft mehr Kröten als in allen vorigen Nächten zusammen. Zitat Mechthild Wittrock aus Bramsche: "Na, dafür kann mal ruhig mal nass werden". Gemessen an den Vorjahresergebnissen haben damit in diesen Orten nun doch schon 20 bis 25 Prozent der Tiere die Straßen überquert. In Bremervörde sind es mit 2.500 sogar bereits rund 40 Prozent.


Dienstag, 12. März
Wanderbeginn in den mittleren Lagen - 128 Gruppen beteiligt

Die letzten Tage haben noch nicht den ganz großen Schub gebracht, denn trotz Tageshöchstwerten um 15 Grad sind die Nachttemperaturen teils noch empfindlich niedrig. In den Worten von Karl-Heinz Fuldner aus Bad Sobernheim: "Wir warten auf schönes, mildes Sauwetter". Dennoch wird der Wanderbeginn jetzt auch aus vielen Orten in klimatisch weniger begünstigten Lagen gemeldet, unter anderem aus Nonnweiler im Saarland, Korbach und Zierenberg in Nordhessen, Adelebsen in Süd-Niedersachsen, Kaltensundheim im thüringischen Teil der Rhön und Cham im Bayerischen Wald.

Gleichzeitig nimmt die Dominanz der Erdkröte zu. In Bremervörde zum Beispiel - das mit rund 2.500 eingesammelten Amphibien immer noch die Zwischenstatistik anführt -, kamen vom 3. bis 11. März mehr als 600 Erdkröten, aber nur noch 150 Braunfrösche hinzu, so dass jetzt die Kröten bereits in der Mehrheit sind. Die Zahl der an "Krötenwanderung 2002" beteiligten Amphibienschutzgruppen ist unterdessen auf 128 angewachsen, einige Gruppen melden ihre Ergebnisse sogar täglich, zum Beispiel Bramsche, Mölln und Müncheberg.


Donnerstag, 7. März
Wochenendprognose: Viel Arbeit für die Krötenschützer

Mit Macht drängt seit gestern milde Meeresluft nach Deutschland. Ähnlich wie beim Orkan Anna vor anderthalb Wochen gehen auch jetzt die Temperaturen wieder schlagartig nach oben. Da die an vielen Orten mengenmäßig bestimmenden Erdkröten aber nun hormonell ein Stückchen weiter sind, die Laichstimmung also steigt, dürften die Wanderungen in den nächsten Tagen deutlich stärker ausfallen. Aus der Till-Eulenspiegel-Stadt Mölln wurden bereits heute früh 242 Erdkröten auf einen Schlag gemeldet. Am Kisdorfer Wohld bei Henstedt-Ulzburg, in Bensheim (Südhessen) und im ost-brandenburgischen Eggersdorf stiegen die Zahlen ebenfalls deutlich an - wobei Thorsten Schönbrodt vom NABU Müncheberg in Eggersdorf gestern abend aber auch feststellte, dass die Wanderungen bei zunehmendem Sturm stagnierten. Erstmeldungen gibt es außerdem aus Bischofswerda, Ostrach und Bad Sobernheim. Zumindest für das Flachland und den Südwesten Deutschlands gilt deshalb als Wochenendprognose: Viele Kröten, viel Arbeit.


Dienstag, 5.März
Bisher kaum zehn Prozent der Amphibien unterwegs

Die ersten Märztage haben die Krötenwanderungen in vielen Regionen erneut zum Erliegen gebracht. Selbst im meeresnahen und deshalb eigentlich milden Zetel bei Wilhelmshafen bildeten sich in den Sammeleimern Eisplatten. In Heilbronn und im Westerwald bei Altenkirchen froren die bereits abgesetzten Laichklumpen der Grasfrösche in den Teichen ein.

Der Moorfrosch gehört zu den frühen Laichwanderern und kommt vor allem noch im Osten Deutschlands häufiger vor.Mindestens 350.000 Lurche aller Art haben die 110 derzeit auf den Online-Sonderseiten aufgeführten Amphibienschutzgruppen im vergangenen Jahre vor dem Verkehrstod gerettet. Das Spektrum pro Aktion reichte von wenigen Hundert bis zu mehr als 10.000 Tieren. Bezogen darauf und gemessen an den eingegangenen Meldungen dürften bisher selbst in den Flussauen und im norddeutschen Tiefland kaum mehr als ein Zehntel der Amphibien ihre Wanderung beendet haben - was angesichts der insgesamt zahlenmäßigen Dominanz der Erdkröte auch verständlich ist. Lediglich in Bremervörde kommt man mit 1524 Exemplaren bereits auf ein Fünftel des Vorjahreswertes. In den Höhenlagen sind die Laichwanderungen sogar noch ganz am Anfang.

Ausgelöst durch einen heftigen Wärmeeinbruch Ende Januar hatte das Wandergeschehen 2002 sehr früh begonnen. Vor allem Grasfrösche und Teichmolche wagten sich hervor. Im Nordwesten (Niederrhein, westliches Niedersachsen) und im Süden (Oberrheinebene und Nebenflusstäler) waren auch Erdkröten in nennenswertem Maße beteiligt, im Osten verstärkt Moorfrösche und Kamm-Molche. Eine gut zehntägige Kälteperiode - ungefähr vom 15. bis 25. Februar - schob den Wanderungen dann einen ersten Riegel vor. Der dadurch eingetretene Stau löste sich den letzten Februartagen auf, so dass zum Beispiel in Kahl am Main oder auch in Berlin und Umland inzwischen pro Krötenzaun jeweils 700 bis 800 Tiere gezählt wurden - in Berlin immer noch vor allem Grasfrosch und Teichmolch, im Nordwesten und Süden holten die Erdkröten auf oder überholten sogar schon.


Mittwoch, 27. Februar
Nach Orkan: Krötenwanderung setzt am Oberrhein wieder ein

Neben den heftigen Verwüstungen vor allem im Norden Deutschlands führten die gestrigen Stürme auch zu einer deutlichen Erwärmung mit Nachttemperaturen von verbreitet plus 5 bis 8 Grad Celsius. In der Oberrheinebene setzten daraufhin die Krötenwanderungen zögerlich wieder ein, wie Meldungen aus Mainz und aus Leimen-Nußloch sowie aus der benachbarten Untermainebene (26 Erdkröten in Rodgau-Dudenhofen) zeigen. Auch im brandenburgischen Müncheberg wurden vereinzelte Erdkröten und Moorfrösche gesichtet. Von Massenwanderungen kann aber nach wie vor noch keine Rede sein.


Montag, 25. Februar
Anderthalb Millionen sahen Krötenschutzaktion im ZDF

Am Sonntag (24.) hat das Zweite Deutsche Fernsehen in seinem Magazin ZDF.umwelt über die Aktion "Krötenwanderung 2002" berichtet und auch auf die Online-Seiten hingewiesen. 1,55 Millionen Zuschauern sahen die Sendung, das entspricht einer Einschaltquote von 11,4 Prozent. Neben zahlreichen Mail-Anfragen ("Was muss ich tun, damit ich Froschlaich für den Biologieunterricht in der Schule verwenden kann?" Antwort: Genehmigung bei der Unteren Naturschutz- bzw. Landschaftsbehörde einholen) erbrachte die Sendung auch eine Reihe neuer Aktionsmeldungen. Die Übersicht der lokalen Aktionen wächst also stetig weiter. Unterdessen bremste das winterliche Wochenendwetter mit ergiebigen Schneefällen selbst in den Flachlagen das Wandergeschehen weiter ab.


Mittwoch, 20. Februar
Bremervörde überspringt als erste Gruppe die 1.000er-Grenze

Nachdem bisher maximal 300 Kröten und Frösche als Gesamtergebnis von den Amphibienschutzgruppen gemeldet worden waren, erreichte nun der NABU Bremervörde/Zeven als erste Gruppe den vierstelligen Bereich. Seit dem 2. Februar wurden dort bereits 1.252 Tiere eingesammelt, davon 789 Gras- und Moorfrösche, 355 Erdkröten und 108 Teichmolche. Glückwunsch! Mehr...

 


Dienstag, 19. Februar
Nur vereinzelte Wanderungen im Flachland

Die niedrigen Temperaturen mit verbreiteten leichten Nachtfrösten haben das Wandergeschehen weitgehend zum Erliegen gebracht. Lediglich im klimatisch milden schleswig-holsteinischen Mölln fanden sich heute früh einzelne Erdkröten und Teichmolche sowie jeweils ein einsamer Kamm-Molch und ein Grasfrosch in den Fangeimern. Insgesamt wurden in Mölln in der Saison 2002 bereits über 250 Tiere gezählt. Spitzenreiter sind derzeit Oetzendorf und Kirchlinteln in Niedersachsen mit jeweils gut 300 Tieren. Auch in Wedel bei Hamburg gingen schon mehr als 150 Kröten und Frösche in die Eimer, während an den meisten anderen Orten bisher nur vereinzelte Tiere gezählt wurden.



Mitwoch, 13. Februar 2002
NABU-Gruppen rüsten sich für Amphibienschutz-Aktionen
NABU-Gruppe Dinslaken beim Aufbau des Krötenzauns.


Obwohl die ersten Amphibien bereits mit ihren Wanderschaften beginnen, bleibt die große Massenwanderungen bisher noch aus. "Die Ursache ist darin zu suchen, dass trotz geeignetem Wetter (Temperatur, Feuchtigkeit/Regen) es zu windig war. Diesen Wind mögen die Amphibien bei der Wanderung in unserem Bereich überhaupt nicht", erklärt Jörn Mohrdieck von der NABU-Gruppe Wedel. Ein weiterer Grund ist der Sonnenstand. Bisherige Erfahrungen zeigen, dass erst bei entsprechenden Sonnenstand (Verhältnis Tag und Nacht) die großen Amphibienwanderungen stattfinden. So bleibt den NABU-Gruppen noch Zeit genug um die Krötenzäune aufzubauen sowie Autofahrer per Flugblatt oder mit Hilfe der örtlichen Tageszeitung auf die wandernden Tiere aufmerksam zu machen.


Freitag, 1. Februar 2002
Kamm-Molche in der Märkischen Schweiz

Neben den Grasfröschen bilden offensichtlich die diversen Molcharten die Vorhut bei den Laichwanderungen. Nach Berg- und Fadenmolchen wurden nun im äußersten Osten Deutschlands auch Kamm-Molche gesichtet. Thorsten Schönbrodt vom NABU Müncheberg fand auf einem Waldweg am Donnerstag abend zwei Molchweibchen. Dass dort trotz der hohen Temperaturen noch keine anderen Arten festgestellt werden konnten, führt Schönbrodt auf die abkühlende Wirkung der gleichzeitigen starken Winde zurück, die in der Region um Müncheberg teils in Orkanstärke wehten. Der Schutzzaun soll in Müncheberg erst aufgebaut werden, wenn bei den täglichen Kontrollen erste Erdkröten auftauchen. An anderer Stelle an der südlichen Ortsumgehung Müncheberg wurde schon am 30. Januar ein einsames Krötenmännchen gesichtet. An der Fundstelle gibt es allerdings trotz entsprechender Forderungen des NABU schon bei der Straßenplanung keine Amphibienschutzanlagen. Mehr...


Donnerstag, 31. Januar 2002
Bergmolche am östlichen Rand des Ruhrgebiets

Bergmolch-MännchenAm Kamener Galgenberg (Kreis Unna, NRW) fanden Elisabeth und Wolfgang Postler am Mittwoch abend erste wandernde Bergmolche beiderlei Geschlechts. Jährlich mehr als 5000 Amphibien - vor allem Erdkröten, daneben auch Grasfrösche sowie Berg- und Teichmolche - müssen zwei dort stark genutzte Straßen überqueren, um ihr Laichgewässer zu erreichen. Die Krötenschutzgruppe des NABU Kamen/Bergkamen, sperrt in Zusammenarbeit mit dem Umweltamt der Stadt Kamen die beiden Straßen an drei Stellen. Mehr...


Mittwoch, 30. Januar 2002
Frisch abgesetzte Feuersalamanderlarven im Sauerland

Hier geht es zu  www.kaulquappe.de, dem Online-Bestimmungsbuch für Lurche aller Art....Wie Christopher Schwerdt meldet, haben Mitglieder der Arbeitsgruppe Amphibien im NABU Märkischer Kreis bereits vorletzten Freitag (18.) in Altena bei Lüdenscheid frisch abgesetzte, etwa einen Tag alte Feuersalamanderlarven gefunden. Aktive vorjährige Larven konnten im Sauerland während des gesamten Winters hindurch nachgewiesen werden.

Die Feuersalamanderlarven werden von den Weibchen (unser Bild oben zeigt ein erwachsenes Tier der gestreiften Feuersalamander-Unterart) nach einer Tragezeit von rund acht Monaten in kühle Fließgewässer abgesetzt. In den Bächen halten sich die Larven bevorzugt in kleinen Stillwasserzonen, insbesondere in Kolken auf. Üblicherweise werden die Larven zwischen März und Juli abgesetzt, die Umwandlung zum fertigen Feuersalamander dauert zwei bis drei Monate. Spätgeborene Larven überwintern und schließen dann ihre Entwicklung ab. Junge Larven sehen denen der Molche ähnlich. Sie messen aber durch die Vorabentwicklung im Mutterleib bereits bei Geburt mindestens 24 Millimeter und haben an allen vier Beinen gelbe Flecken.


Mittwoch, 30. Januar 2002
Fadenmolche im Westen der Republik unterwegs

FadenmolchAus dem äußersten Westen meldet Peter Steiger vom NABU Heinsberg aus einem Eichen-Mischwald bei Wassenberg (Kreis Heinsberg) den Zugbeginn von Fadenmolchen und vereinzelten Bergmolchen. Der Standort ist bekannt für seinen hohen Molch-Anteil von rund 50 Prozent. Im vergangenen Jahr wurden hier gut 600 Molche gezählt.

Weitere Beobachtungen gingen aus dem Südwesten und dem Norden ein: Im südhessischen Griesheim bei Darmstadt fand Anette Franz vereinzelte überfahrene Erdkröten. Wie an vielen anderen Orten werden dort die Zäune erst in den nächsten Tagen aufgebaut; bis zu 4000 Erdkröten überqueren hier im Frühjahr die Straße. Einen überfahrenen Grasfrosch meldet Oscar Klose (NABU Eutin) vom Klenzauer See in der Gemeinde Bosau (östliches Schleswig-Holstein).


Dienstag, 29. Januar 2002
Erster Grasfroschfund im niedersächsischen Wendland

Nach Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Berlin liegt nun auch eine erste Meldung aus Niedersachsen vor. Christian Fischer aus Dannenberg fand einen überfahrenen Grasfrosch an der L 258 nördlich Pevestorf in der Gemeinde Höhbeck, Kreis Lüchow-Dannenberg.


Montag, 28. Januar 2002
Wärmeeinbruch gibt Startschuss für Laichwanderungen
Grasfrösche und Erdkröten gemeldet aus Brackenheim, Neuwied, Xanten und Berlin

GrasfroschDer plötzliche Wärmeeinbruch in Deutschland lässt bundesweit Kröten und Frösche aus der Winterruhe erwachen. Die milden Nachttemperaturen lösen vor allem bei den Grasfröschen Frühlingsgefühle aus. In einem Waldgebiet bei Neuwied (Rheinland-Pfalz) sichtete Günter Hahn vom NABU Neuwied und Umgebung am Sonntag abend um 18 Uhr auf der Straße mehrere Grasfrösche (Temperatur 9 Grad Celsius, starker Regen, Höhe 300 Meter üNN). Noch wärmer war es mit rund 12 Grad bei ebenfalls starkem Regen am Sonntag abend im Haberschlachter Tal bei Brackenheim, wo Wilhelm Stark vom NABU Brackenheim die ersten Grasfrösche auf Laichwanderung feststellte. Das Haberschlachter Tal liegt im Weinbauklima des Zabergäu in Baden-Württemberg. Dass der Wanderbeginn nicht auf den Südwesten beschränkt ist, zeigt ein Blick nach Berlin, wo der NABU am Montag früh die ersten überfahrenen Erdkröten fand. Der NABU Berlin wird am Dienstag mit dem Aufbau seiner Amphibienzäune beginnen. Auch aus Xanten am Niederrhein meldete Ernst Rosenkranz vom örtlichen NABU die ersten wandernden Erdkröten. Pressemitteilung...

 
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