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Wolfswaise in Altengrabow entdeckt?
Wolfswaise in Altengrabow entdeckt?
Welpe tappt in Fotofalle / War der erschossene Rüde sein Vater?
Ein Wolfswelpe auf dem Truppenübungsplatz Altengrabow, 35 Kilometer östlich von Magdeburg.
30. Juli 2009 -
Jetzt ist es sicher: Auf dem Truppenübungsplatz in Altengrabow (Kreis Jerichower Land) sind in diesem Jahr Wölfe geboren worden. Eines der Jungtiere ist in eine Fotofalle getappt und so gibt es nun erstmals einen Nachweis für Wolfs-Nachwuchs in Sachsen-Anhalt. Bisher war nicht sicher gewesen, ob das auf dem Gelände nahe der Grenze zu Brandenburg heimische Wolfspaar in diesem Jahr Nachwuchs bekommen hat. Unklar bleibt allerdings, ob es sich beim Vater der Welpen um den im Juni erschossenen Wolfsrüden handelt.
Wolfsforschung in Sachsen-Anhalt: Kotproben und Fotofallen
„Schon vor einigen Wochen konnte eine Mutter mit drei Welpen von einem Jäger beobachtet werden, doch der Foto-Beweis kam erst jetzt“, erzählt NABU-Wolfexperte Magnus Herrmann. „Nun gilt es herauszufinden, ob die Jungen mit dem erschossenen Rüden verwandt sind, oder ob es noch einen weiteren männlichen Wolf auf dem Truppenübungsplatz gibt.“
Um mehr über die auf dem knapp 100 Qudaratkilometer großen Bundeswehr-Übungsplatz heimischen Wölfe herauszufinden, wurden Ende Mai sieben Fotofallen aufgestellt. Außerdem werden Kotproben genommen, um die Verwandschaftsbeziehungen zwischen den Tieren zu analysieren. Doch die Gen-Analysen dauern noch an.
Die Hälfte der Wolfswelpen überlebt das erste Lebensjahr nicht.
„Das fotografierte Tier ist drei Monate alt. Es ist zwar schon fast so groß wie ein Alttier, doch es ist immer noch in einer sehr kritischen Phase. Innerhalb des ersten Lebensjahres stirbt die Hälfte aller Jungen“, erklärt Magnus Herrmann. Um so dramatischer ist die Lage, sollte der Jungwolf tatsächlich ein Nachkomme des erschossenen Rüden sein. Da es sich um den ersten Nachwuchs in Altengrabow handelt, gibt es keine älteren Geschwister, die der Mutter bei der Aufzucht helfen könnten.
Der Schütze, der am 6. Juni den Wolf in Altengrabow erschossen hat, hat sich mittlerweile der Polizei gestellt, doch das Verfahren gegen ihn läuft noch. Der NABU drängt auf eine schnelle Aufklärung.
Wolf in Sachsen-Anhalt fotografiert
19. Juni 2009 -
Erst wenige Tage zuvor war das einzige Wolfspaar außerhalb der Lausitz in die Schlagzeilen gekommen: Bei einer Jagd bei Tuchheim im Kreis Jerichoer Land wurde vermutlich der Rüde geschossen. Nun gelang einem Jäger auf dem Truppenübungsplatz Atengrabow, dem Kerngebiet des Wolfspaares, das Foto eines Wolfes.
Dass nur ein einzelner Wolf auftauchte, ist nichts außergewöhnliches. Nach den Erkenntnissen aus der Wolfsregion Lausitz ist es die Regel, dass Wölfe alleine durch unsere Landschaft laufen. Als Grund wird angenommen, dass ihre Hauptbeute Rehe sind. Um diese zu jagen, bedarf es nicht einer gemeinschaftlichen Jagd mehrerer Wölfe.
Leider konnte anhand der Aufnahmen nicht das Geschlecht des Wolfes bestimmt werden. Es muss nun weiter gebangt werden, ob die erwarteten Wolfswelpen in Altengrabow noch von beiden Elternteilen versorgt werden oder die Mutter die gesamte Last der Versorgung zu tragen hat. Letzteres müsste nicht das Todesurteil für alle Welpen bedeuten. In der Lausitz hat 2003 ein weiblicher Wolf alleine vier Welpen durch das kritische erste Lebenshalbjahr aufgezogen.
NABU verurteilt Abschuss von Wolfsrüden
Mit Unverständnis und Bestürzung hat der NABU auf die Nachricht vom Abschuss eines Wolfes in Sachsen-Anhalt reagiert und Strafanzeige gegen den Schützen angekündigt. Bei dem Tier handelt es sich wahrscheinlich um den Rüden aus Altengrabow.
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Neunfacher Nachwuchs
Drei mal drei Welpen wurden in diesem Jahr in Sachsen geboren. Ob es bei dem neunfachen Nachwuchs in insgesamt drei Rudeln bleibt, steht noch nicht fest. Denn der Regen verwischt die Spuren. Vielleicht stellt sich der Nachwuchs noch als größer heraus.
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