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Die Jungen werden flügge

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geschrieben vom Storchenbetreuer Rolf Zietz

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13. Juli 2011 - Die Jungen werden flügge

Die vier jungen Webcam-Störche lernen eifrig das Fliegen. Erst haben sie nur mit den Flügeln geschlagen und ein paar Trockenübungen gemacht, doch inzwischen verlassen sie schon kurzzeitig das Nest. Kein Wunder, denn in etwa einem Monat geht es auf die erste große Reise ins Winterquartier. Bis dahin müssen sie Ausdauer haben und gut manövrieren können und sich eigenständig um ihr Futter kümmern. Störche können das instinktiv. Ihre Eltern müssen ihnen nicht zeigen, wie man Kleintiere fängt. Ob unsere Jungen schon erfolgreiche Jäger sind?

27. Juni 2011 - Jungstörche mit Personalausweis

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Storchenwebcam am 28. Juni 2011

Die Jungen von Leylek und Bagdar sind aus dem Gröbsten heraus.

Das Storchenjahr schreitet voran, was man sehr gut an den vier Jungen von Leylek und Bagdar erkennen kann. Sie sehen immer mehr wie richtige Störche aus. Ihr Federkleid ist gewachsen, so dass sie längere Regenperioden gut überstehen können, ohne dass sie nass werden und zu unterkühlen drohen. Sie sind aus dem Gröbsten heraus, wie man zu sagen pflegt. In zwei bis drei Wochen dürften sie schon flügge sein.

Dem einen oder anderen aufmerksamen Besucher der Webcam wird es aufgefallen sein: An den Beinen der vier Jungstörche befinden sich jetzt schwarze Kunststoffringe der Vogelwarte Helgoland. Am vergangenen Freitag war Rolf Zietz mit einem Hubsteiger angerückt und hat den Jungstörchen ihren „Personalausweis“ angebracht. Bei der Annäherung ans Nest stellen sich die Jungen tot. Das Verhalten mag einen potentiellen Beutegreifer in die Irre leiten und schützt die Jungen davor aus dem Nest zu springen.

Warum beringt man Störche überhaupt noch, wenn man doch über die Satellitensender viel genauere Informationen über den Zug der Störche bekommt? Die Beringung ist nach wie vor sinnvoll, weil damit eine weitaus größere Anzahl von Vögeln erfasst wird und so großräumige Veränderungen im Zugverhalten erkannt werden können. Noch viel wichtiger sind allerdings die Informationen, die wir im Brutgebiet über die beringten Störche erfahren können. Wie viele Störche kommen in Brutgebiet zurück? Wo siedeln sie sich an? Wie alt sind die Brutstörche? Das sind wichtige Fakten für den Schutz der Art. Sie sind aber auch von allgemeinem biologischem Interesse.

Anni am 27. Juni 2011

Die Jungen von Störchin Anni (li) sind wohlauf.

Um diese Informationen überhaupt verfügbar machen zu können ist es allerdings notwendig, dass die Störche nicht nur beringt werden, sondern, dass die Ringe auch abgelesen werden. Deshalb sind die NABU-Storchenbetreuer, sobald die Störche an ihren Nestern auftauchen, mit ihrem Spektiv unterwegs. Nicht selten warten sie lange, bis der Ringträger sich so hinstellt oder das Bein hebt und die Ringkombination endlich vollständig abgelesen werden kann.

Auch sonst wird es am Nest in Linden-Pahlkrug nicht langweilig. Da steht mal ein fremder Storch auf dem Giebel des Hauses und Leylek und Bagdar klappern heftig und pumpen mit den Flügeln um den Störenfried zu vertreiben. Ein anderes Mal überfliegt ein Seeadler das Nest und wieder wird heftig geklappert und mit den Flügeln gepumpt.

Heute war ich in Tielen, um bei Anni nach dem Rechten zu schauen. Beide Störche stehen auf dem Nest, klappern und pumpen mit den Flügeln. Da wird wohl irgendein fremder Storch in der Nähe gewesen sein. Von den Jungen nichts zu sehen. Hat der starke Regen in der letzten Woche seine Opfer gefordert? Nein, nach kurzer Zeit reckt sich ein kleiner Schnabel hervor und klappert ebenfalls. Dann das zweite Junge. Auf dem Foto kann man links Anni sehen – die Senderantenne ist schwach zu erkennen.

Kurze Zeit später habe ich ein kurzes Gespräch mit einem Anwohner, der sich freut einen Blick durch die Optik nehmen zu dürfen. Dann fliegt Anni ab und segelt über die Eider auf die andere Flussseite, um nach Futter zu suchen. Heute wird überall gemäht und so ist der Tisch für unsere Störche reich gedeckt.

22. Juni 2011 - Anni hat zwei Junge

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Storchenwebcam 21. Juni 2011

Verfolgen Sie mit der Webcam das Wachstum der Jungen von Leylek und Bagdar.

So langsam müssten die Jungen von Anni im Nest zu sehen sein. Bei meinem Besuch bin ich zunächst überrascht. Ist das Nest leer? Aber der genaue Blick durch das Spektiv lässt mich einen Altstorch erkennen. Bei diesem windigen und regnerischen Wetter kauert sich der Storch tief in die Nestmulde. Also abwarten. Schon nach 15 Minuten kommt ein Storch aus Richtung Osten angeflogen und es findet eine Wachablösung statt. Anni – gut an der Senderantenne zu erkennen – steht auf, streckt sich und fliegt nach kurzer Zeit auf.

Und nun wird gefüttert. Es sind zwei kräftige Junge zu sehen. Das Storchenmännchen würgt das Futter heraus und die beiden Jungen schlingen das mitgebrachte herunter. Und die Beute ist gut zu erkennen. Es handelt sich um Frösche und die beiden haben noch sichtliche Schwierigkeiten die Brocken zu verschlingen, so dass die langen Beine der Frösche aus dem Schnabel heraushängen. Nach einigen Minuten sind die beiden satt und der Altstorch nimmt das restliche Futter auf. Gut zu erkennen sind noch eine Blindschleiche und einige Regenwürmer. Beruhigt kann ich mich auf den Rückweg machen – in Tielen scheint die Brutsaison bis jetzt ganz gut zu laufen.

15. Juni - Alle Vögel unter einem „Dach“

Storch Michael

Storch Michael wurde vor kurzem im hohen Gras entdeckt.

Unsere Störche in Linden-Pahlkrug gedeihen prächtig. Sie sind im ganzen Nest unterwegs und stehen ab und zu schon mal auf. Sie werden auch von Zeit zu Zeit von den Eltern allein gelassen. Denn jetzt brauchen die Jungen viel Futter und so müssen beide Elternteile gemeinsam nach Futter suchen.

Die tiefe Mulde in der Horstmitte, in der man während der Brutzeit nicht mal die Eier sehen konnte, wird jetzt allmählich immer flacher. Die Altstörche tragen in den letzten Beobachtungstagen sehr viel Nistmaterial ein. Viele Zweige aber auch sehr viel weiches Polstermaterial.

Als Untermieter in Leyleks und Bagdars Nest haben mindestens zehn Spatzenpaare eingenistet. Die Spatzenbande tschilpt ganz mächtig herum und des Öfteren balgen sich fünf bis zehn Spatzen in der Nähe des Horstes. Erstmals ziehen in diesem Jahr auch Stare in circa fünf Nestern ihre Jungen auf. Natürlich ist die erste Brut der Stare bereits ausgeflogen. Nun brüten die Stare schon zum zweiten Male mit im Storchenhorst. Aber auch andere gefiederte „Prominente“ finden den Garten der Familie Zietz attraktiv. So haben zwei Gartenrotschwanz-Paare hier ihr Nest aufgeschlagen.

Für die NABU-Storchenbetreuer beginnt jetzt eine arbeitsreiche Zeit, denn viele Jungstörche sollen beringt werden. Auch Rolf Zietz war bereits in seinem Bearbeitungsgebiet unterwegs. Und so durften auch einige Schüler einer Grundschule beim Beringen über die Schulter gucken. Das war sicherlich ein sehr interessantes Erlebnis.

Vom kinderlosen Storch Michael gibt es eine interessante Begebenheit zu berichten. Donnerstag vergangener Woche (9. Juni) stattete Michael dem Naturschutzgebiet Delver Koog einen Besuch ab. Das ist gut vier Kilometer von seinem Nest entfernt. Beate Hansen aus Delve konnte ihn dabei fotografieren, wie er auf Nahrungssuche war. Interessant dabei ist, dass er sich im hohen Gras aufhält. Das machen Störche nur dann, wenn sie sich gute Nahrungsbrocken erhoffen.

8. Juni - Gustav bleibt Single

Der besenderte Storch Gustav bleibt Single! Er baut zwar an seinem Nest in Dellstedt herum, so dass es einen soliden Eindruck macht. Aber ein Weibchen hat sich nicht eingefunden. Macht nichts, denn für eine Brut ist es ohnehin viel zu spät. Dafür verhält sich Gustav wie ein richtiger Nichtbrüter und treibt sich weit herum. So wurde er in Linden beobachtet, das ist gut 15 Kilometer von Dellstedt entfernt. Aber am 28. und 30. Mai flog Gustav sogar mehr als 30 Kilometer nach Osten. Selbst das Auswerten der Senderdaten aus dem Brutgebiet birgt so manche Überraschung. Ich hätte nicht erwartet, dass ein Weißstorch mit Nestbindung so weite Ausflüge macht.

In anderen Nestern sind die ersten Jungen gut zu erkennen, einige brüten noch. Bei den Nachfolgern von Anni und Gustav in Pahlen ist die Brutsaison aber schon beendet – sie haben ihre Jungen verloren. Wurden sie ein Opfer der langen Trockenheit oder waren sie einfach noch zu unerfahren in der Situation ihr Futter zu finden?

Bei Anni selbst scheinen die ersten Jungen geschlüpft zu sein. Sie und ihr Partner stehen häufiger am Nest, eigentlich ein gutes Zeichen, dass sich Junge im Nest befinden. Aber bis wir sie auch gut sehen können, wird es noch einige Zeit dauern.

Was passiert im Webcam-Nest?

Bei Leylek und Bagdar geht dagegen das Brutgeschäft gut voran. Die Jungen sind schon so groß, dass sie sich im ganzen Nest herumbewegen. Das Gefieder entwickelt sich, denn an den Flügeln sind die ersten Schwungfedern zu erkennen. Aber sie haben immer noch ein Dunenkleid und sind deshalb bei langen Regenperioden gefährdet. Denn die Dunen bieten keinen Regenschutz und können sich vollsaugen. Dann können die Jungen unterkühlen, wenn sie nicht mehr von ihren Eltern gehudert werden können. Zur Live-Webcam

3. Juni - Endlich Regen

Webcam

Verfolgen Sie die Live-Bilder!

Die bisherige Phase der Jungenaufzucht bei den Web-Cam Störchen Leylek und Bagdar verläuft bis jetzt ruhig. Es scheint ein ausreichendes Nahrungsangebot vorhanden zu sein. Auch die gerade noch rechtzeitig einsetzenden Regenfälle, die eine fast achtwöchige Trockenheit beendeten, kamen für die Jungen in diesem Horst gerade noch rechtzeitig. Auch die beginnende Zeit der Grasernte/Silageschnitt hat den Altvögeln in Verbindung mit dem Regen gute Nahrungsmöglichkeiten geboten. Leylek verbaut jetzt täglich einige größere Zweige und stockt so den schon mächtigen Horst um einen weiteren deutlich sichtbaren Jahresring auf.

Vor einigen Tagen fand ich eine bereits tote 75 Zentimeter lange Ringelnatter direkt unter dem Horst. Die Ringelnatter dürfte von einem der Altstörche für die Jungen wieder aus dem Kropf hervorgewürgt worden sein. Allerdings waren sie noch zu klein um diesen gewaltigen Nahrungsbrocken schon schlucken zu können. Möglich ist auch, dass die Natter nach dem Auswürgen durch den Altvogel noch lebte, oben im Horst noch entkam, dann aber abstürzte.

Adebar im Anflug auf Nest in Tiefenort

Der vor kurzem einsetzende Regen kam Leylek und Bagdars Brut ganz gelegen.


Ich legte die Natter in der Wiese unmittelbar in Horstnähe aus, an einer Stelle, die die Altstörche sehr häufig zum sammeln des Nistmaterials aufsuchen. Dort wurde die Natter auch alsbald vom Weibchen gefunden. Nachdem das Weibchen die bereits tote Natter etwa zehn Minuten lang unter heftigen Schüttelbewegungen des Kopfes bearbeitet hatte, wurde die Natter in einem Stück verschlungen.

Weißstorchpaar

Auch in den anderen Nestern der Umgebung sind die ersten Jungen inzwischen auch geschlüpft. Auf dem Horst des Senderstorches Gustav, den dieser bekanntlich nicht zurück erobern konnte, sind die Jungen leider verendet, sie fielen entweder der langen Trockenheit oder der Unerfahrenheit des neuen Brutpaares zum Opfer. Der Senderstorch Gustav hat den Horst in dem Dorf Dellstedt sehr gut ausgebaut, leider fand er bis heute kein Weibchen. Und das, obwohl er sich einmal in einer Ansammlung von 19 Störchen mit aufhielt.

Schauen Sie bitte mal in das Archiv vom 1. Juni, Bild um 17.30 Uhr. Haben Leylek/Bagdar vielleicht sogar fünf Junge? Ich bin mir da nicht ganz so sicher.

Gestern war ich in einer Grundschule und habe vor einer 4. Klasse zwei Unterrichtsstunden über Störche abgehalten. Das Interesse der Schüler/innen war sehr groß. Ich werde den Rektor und zwei Schüler bei der diesjährigen Beringungsaktion mit dem Hubsteiger mit zu den Storchenjungen hoch nehmen.

P.S. Ringelnattern als Nahrungstiere konnte ich auch in den Vorjahren schon bei Hobor feststellen. Mehr darüber können Sie hier nachlesen.

25. Mai 2011 - Neues von den Senderstörchen

Heute habe ich den Senderstörchen einen Besuch an ihren Nestern abgestattet. Michael brütet leider nicht. Etwa zwei Wochen nach seiner Rückkehr kam ein Weibchen an sein Nest. Aber bisher ist es zu keiner Brut gekommen, obwohl sie sich immer noch fleißig paaren. Offenbar ist das Weibchen noch sehr jung, so dass es noch keine Eier legen kann. Es ist durchaus nicht ungewöhnlich, dass Weißstörche in den ersten Jahren, in denen sie ein Nest besetzen, noch nicht erfolgreich brüten. Michael fliegt zur Nahrungssuche nur in die nähere Umgebung. Hier findet er genug Futter, denn viel braucht er nicht.


Bei Anni und ihrem neuen (alten) Partner wird immer noch gebrütet. Bei meiner Ankunft steht das Männchen auf dem Nest. Von Anni ist nichts zu sehen. Dann ist kurz ihr Kopf zu sehen. Sie hat sich tief in die Nestmulde geduckt. Kein Wunder, denn ein heftiger Westwind zieht über das Land. Nach einiger Zeit steht Anni auf, um die Eier zu wenden. Die Sender-Antenne ist im Fernglas gut zu erkennen.

Das beschauliche Dorf Tielen liegt an einer Sackgasse direkt an der Eider, dem längsten Fluss in Schleswig-Holstein. Annis Brutplatz liegt nur 100 Meter vom Fluss entfernt direkt an der Dorfstraße. Tielen ist von einem dichten Knicknetz und einem Mosaik von Ackerland, Wiesen und Weiden umgeben. Hier hatte Anni in den letzten Tagen ihr Futter gesucht. Insgesamt finden die Störche jetzt reichlich Futter, denn viele Wiesen auf der gegenüberliegenden Seite der Eider werden gerade gemäht. So ist die Futtersuche für die Störche recht einfach.

Senderstörchin Anni bei der Brut

Anni Junge werden erst Anfang Juni schlüpfen.

Das erste Junge wird bei Anni wohl Anfang Juni schlüpfen. Übrigens ist jetzt die Identität von Annis neuem Partner geklärt. Er wurde 1986 als Nestling in Hohenaspe in Schleswig-Holstein beringt und ist somit fast 25 Jahre alt. Zuvor hatte er lange Jahre im Nachbardorf Erfde gebrütet.

Im Gegensatz zu den anderen beiden Senderstörchen ist Gustav ein Vagabund. Zwar nächtigt er wohl regelmäßig im Dorf Dellstedt, aber tagsüber streift er weit in der Gegend umher. Die Senderdaten zeigen, dass er sich in einem Umkreis von mehr als zehn Kilometer um Dellstedt herum aufhält. Auf dem Nest habe ich ihn nicht angetroffen und in der nahen Umgebung nicht gefunden.

Im Kamera-Nest in Linden-Pahlkrug scheinen wohl alle Jungen geschlüpft zu sein, denn Leylek und Bagdar stehen die meiste Zeit auf dem Nest. Mehr als vier Junge kann ich aber nicht ausmachen. Wer hat mehr erkannt?

24. Mai 2011 - Vier Junge im Nest

Storchenwebcam, 23. Mai 2011

Die vier Küken sind deutlich im Nest zu erkennen.

Seit gestern wissen wir es genau. Um 15:15 Uhr waren vier Junge gut zu erkennen. Seit Donnerstag letzter Woche sind im Abstand von zwei Tage jeweils ein Junges geschlüpft. Vielleicht werden es noch mehr.

Es ist gut zu beobachten, dass immer ein Altstorch am Nest ist. Er hudert die Jungen, damit ihnen nicht kalt wird. Es ist auch notwendig, dass die Jungen gehudert werden, denn heute ist das Wetter recht wechselhaft. Heute Morgen gab es Regen und jetzt ist es sehr windig – typisches Wetter für Schleswig-Holstein. Der zweite Storch ist natürlich auf Nahrungssuche für seine wachsende Familie.

19. Mai 2011 - Die ersten Küken sind da!

Weißstorch im Nest

Heute sind die ersten Küken von Leylek und Bagdar geschlüpft. Insgesamt besteht ein Storchengelege aus bis zu sechs Eiern. Sie werden an unterschiedlichen Tagen gelegt, so dass auch der Schlupf ein paar Tage dauert. Wie viele Junge es am Ende bei unserem Storchenpaar sind, wird man sehen. Die Eier blieben ja vor der Webcam immer verborgen. Doch die Küken sind gut zu erkennen. Ebenso die Eltern, die fleißig Nahrung herantragen. Nach dem Regen der letzten Tage gibt es gottseidank momentan reichlich Regenwürmer und andere Leckerbissen für kleine Störche. So ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Jungen, die schlüpfen auch überleben werden. In Jahren mit wenig Futter passiert es, dass die zuletzt geschlüpften und damit schwächsten Kleinen sterben.

Berühmte Weißstörche hautnah

NABU-Podcast
Storchenbetreuer Rolf Zietz

Storchenbetreuer Rolf Zietz verrät im Podcast, wie Hobor zum Senderstorch wurde.

Rolf Zietz ist seit 1979 Storchenbetreuer. Weißstörche beschäftigen ihn seit seiner Kindheit. Ein Film des Tierfilmers Heinz Sielmann über das Storchendorf Bergenhusen entfachte in ihm das Feuer. Seit über 30 Jahren brüten Störche in seinem Garten. Einer von ihnen war Hobor, der als NABU-Senderstorch auch außerhalb von Linden-Pahlkrug berühmt wurde. Im Podcast erzählt Rolf Zietz wie Hobor damals zu dem Sender kam und warum ihn die Störche seit vielen Jahren faszinieren. So sehr, dass er manchmal Schulklassen besucht und ihnen von den spannenden Vögeln erzählt. „Die Kinder sind wie gebannt. Mit Berichten über Zugvögel bekommen Sie die leicht zwei Stunden lang ruhig“, meint Zietz. Kein Wunder, denn dem schleswig-holsteinischen Storchenbetreuer hört man gerne zu. Testen Sie es selbst.

13. Mai 2011 - Fremdstörche in Angriffslaune

Storchenwebcam von außen

So sieht das Ganze von außen aus. Im Baum gegenüber vom Storchenhorst, in 15 Meter Höhe, hängt die Webcam. Mit bloßem Auge ist sie kaum zu erkennen.

Das Brutgeschäft an Hobors Nest verläuft im Große und Ganzen ziemlich ruhig. Aber fast täglich tauchen Fremdstörche auf, die bis dato aber allesamt recht harmlos waren. Fast hatte es den Anschein, als seien die alle noch irgendwie auf der Durchreise. Am 9. Mai kreisten sechs Störche über Hobors Horst. einen Tag später tauchten wieder vier Störche auf, die in bedrohlicher Nähe einige Male den Horst umkreisten. Mehrfach landete sogar einer der Fremdstörche auf dem Nest, konnte aber vom brütenden Weibchen sogleich wieder herunterkatapultiert werden. Das neue unberingte Männchen kam auch gleich auf den Horst um die Angreifer mit abzuwehren.

Bei dem heißen Wetter der letzten Tage, hat es sich das Weibchen angewöhnt täglich ein ausgiebiges Bad in dem neu entstandenen Biotopteich zu nehmen. Sie kommt dann immer klatschnaß und nicht so schön anzusehend auf den Horst zurück.

Am Sonntag den 8. Mai konnte ich erstmalig in über 30 Jahren einen beringten polnischen Storch (mit Elsa Ring) in Delve, einem kleinen Nachbarort ablesen. Leider gelang die Ablesung nicht vollständig, aber PLG . 407 war lesbar, die erste Zahl vor der 4 allerdings nicht.

Ich vermute daß dieser Storch bei der anhaltenden Hochdruckwetterlage möglicherweise bis nach Schleswig-Holstein verdriftet wurde. Leider wurden von den Brutstörchen wegen der anhaltenden Trockenheit schon Storchenküken abgeworfen. Die Nahrungssituation ist sicherlich dramatisch.

Das betrifft in erster Linie die sehr frühen Westzieher, die jetzt schon Junge haben, und keine ausreichende Futterbasis mehr haben/ Trockenheit. Vom Horstbesitzer des Senderstorches "Michael" wurde ich telefonisch informiert, daß das Weibchen keine Eier gelegt hat. Michael wird wohl bedauerlicher Weise in 2011 ohne Nachwuchs bleiben.

Vom Senderstorch Gustav habe ich bislang keine Neuigkeiten gehört.

6. Mai 2011 - Leylek und Bagdar heißen die Webcamstörche

Nun da feststeht, dass Hobor nicht wiederkommen wird, fanden wir es an der Zeit, den Webcam-Störchen Namen zu geben. „Ich finde es nicht gut, Tieren menschliche Namen zu geben. Auch Hobor ist eigentlich kein Name sondern nur eine Anlehnung an den plattdeutsche Ausdruck für Storch „Hobort“. Deshalb habe ich mich entschieden, die beiden neuen Störche in meinem Garten Leylek und Bagdar zu nennen. Leylek heißt der Storch in der Türkei und Bagdar nennt man ihn am Blauen Nil. Beides sind Regionenn, die unsere Störche auf der Reise normalerweise durchqueren. Sollte einer der beiden Webcam-Störche besendert werden, dann könnten wir mitverfolgen, ob Leylek und Bagdar auch tatsächlich in der Türkei und am Nil rasten“, so Rolf Zietz.

26. April 2011 - Das Gelege ist vollzählig

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brütende Störchin

Die Störche bewachen die Eier gut. Wie viele es sind, lässt sich nicht erkennen.

Im Linden-Pahlkrug läuft das Brutgeschäft völlig normal. Ab und dann kommen mal Störche vorbei, die auf dem Durchzug sind und keine Gefahr für das Nest und die Eier darstellen. Leider können wir nicht feststellen wie viele Eier jetzt im Nest liegen. Die beiden Störche haben mit trockenem Gras und Moos eine so tiefe Nestmulde angelegt, dass die Eier darin vollständig verschwunden sind.

Einige Gäste unserer Website meinten schon, dass ein erstes Junges den Schnabel heraus gereckt hätte. Aber dabei muss es sich um eine optische Täuschung gehandelt haben. Das erste Ei liegt seit dem 20. April im Nest und Störche brüten gut 30 Tage lang. Also ab 20 Mai wird es spannend. So lange müssen wir also Geduld haben. Und auch dann werden wir noch nicht viel zu sehen bekommen, denn das erste Junge wird noch in der Nestmulde verschwinden.

20. April 2011 - Hobor ist wohl in der Türkei umgekommen

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Doch nach zwölf Tagen ohne jedes Lebenszeichen müssen wir nun leider davon ausgehen, dass Hobor in der Türkei verunglückt ist oder getötet wurde. Mehr im Tagebuch zur Storchenreise

18. April 2011 - Das erste Ei ist da!

Eindeutig: Hobors Partnerin hat das erste Ei gelegt.

Nach Durchsicht des Archivs der Webcam habe ich eigentlich keine Zweifel. Hobors "untreues Weibchen" hat in der letzten Nacht das erste Ei gelegt. Heute fiel mir schon auf, dass immer nur ein Storch den Horst verlässt. Ein untrügliches Zeichen, dass das Brutgeschäft beginnt, denn ein Ei wird von den Störchen niemals allein im Nest gelassen.

Gegen 19.40 Uhr griff ein sehr großer unberingter Storch das allein im Nest weilende Weibchen an. Ihr neues Männchen war nur circa 150 Meter vom Horst auf Nahrungssuche und kam sofort dem Weibchen zur Hilfe. Anschließend startete er eine Verfolgungsjagd und kam dann nach etwa 20 Minuten an den Horst zurück.

10. April 2011 - Hobors Partnerin vergnügt sich mit einem anderen Männchen

Hobors Partnerin und fremder Storch, 11. April 2011

Hobors Weibchen und ein fremdes Männchen

Gleich gestern am Ankunftstag von Hobors Weibchen hat sich etwas ganz entscheidendes getan. Um 19.47 Uhr landete ein unberingtes, neues Männchen in Hobors Horst und wurde gleich von Hobors Weibchen geduldet. Wenige Minuten später kam dann noch ein dritter Storch hinzu und alle drei gerieten sofort in einen heftigen Kampf auf dem Horst.

Hobors Weibchen gelang es mehrfach die zwei Störenfriede aus dem Nest zu vertreiben. Die Störer landeten auf dem Nachbarhaus. Hobors Weibchen griff das Paar wieder an. Das fremde Männchen gelangte nun in Hobors Nest, Hobors Weibchen folgte ihm, und sie vertrugen sich gleich. Der dritte Storch war nach der Vertreibung vom Nachbarhaus nicht mehr aufgetaucht.

Hobors Weibchen setzte sich ins Nest, und schon um 20.20 Uhr erfolgte die erste Paarung (Weibchen sitzend) Um 20.33 Uhr dann die zweite Paarung/stehend.

Heute am Sonntag brachte das neue Männchen schon ein wenig Nistmaterial zum Nest. Im Laufe des Tages konnte ich mindestens fünf bis sechs Paarungen beobachten.

9. April 2011 - Hobors Partnerin ist schon da

Samstagmorgen um 7 Uhr war ein Storch in Hobors Nest zu sehen. Wie sich sehr bald herausstellte war es ein unberingtes Tier – wie Hobors Weibchen. Auch die anschließende Nahrungssuche direkt 40 Meter vom Horst entfernt, ließ schon die Vermutung erhärten, dass es sich Hobors Weibchen handeln könnte. Bei mehreren typischen Verhaltensweisen der Störchin bin ich eigentlich zu 100 Prozent sicher, dass es Hobors langjährige Brutpartnerin ist.

Sie war wohl fast den ganzen Tag dann nicht am Horst. Überall in der näheren Umgebung wurden heute Ackerflächen für den Maisanbau bearbeitet. Die Störchin wird wohl viele Regenwürmer vorgefunden haben. Ein kurzes Vergnügen, denn nach der Ackerbearbeitung versiegt die Nahrungsquelle rasch.

Weitere Informationen

Neues aus dem Tagebuch der SenderstörcheDie Brutzeit beginnt

Anni hat sich definitiv für den neuen Partner entschieden. Er ist kein Unbekannter. Gustav hingegen, ihr Partner aus dem Vorjahr, ist noch immer Single. Der Partner von Romy hat das Gelege nach dem Tod der Störchin aufgegeben. Hätte man helfen können? mehr Mehr

Via Internet die Natur beobachtenWebcams

Der NABU und seine Partnerorganisationen haben eine Vielzahl von Webcams installiert, um Ihnen interessante Einblicke in das Privatleben von Störchen, Fischadlern oder Turmfalken zu geben. Einmal während der Brutzeit in das Nest der kleinen Uhus schauen - hier geht's. mehr Mehr

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Rolf Zietz

Storchenbetreuer Rolf Zietz

Im Garten des Storchenbetreuers leben Leylek und Bagdar. Im Tagebuch berichtet er von den Ereignissen auf dem Horst.

 

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Stunde der Gartenvögel 2012

Rotkehlchen

Am 11., 12. oder 13. Mai zählen und bis 21. Mai melden. Mehr

 

Sender-Brandgänse

Besenderte Brandgans

Mit den Brandgänsen auf Reisen gehen. Mehr

 

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Film zur Kampagne

Born to travel - Film

Der Film „Born to travel" zeigt faszinierende Aufnahmen vom Vogelzug. Mehr