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Hobor im Sudan auf Heuschreckenjagd

Das Tagebuch zur Storchenreise

verfasst von NABU-Storchenexperte Kai-Michael Thomsen

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7. Februar 2010 - Frühstück im Feld, Mittagessen auf der Müllkippe

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Helmut am 5. Februar 2010

Helmuts Schlafplatz. Von hieraus startet er täglich zur Müllkippe.

Helmut war seit dem letzten Bericht besonders bequem und hat eigentlich nur zwischen Schlafplatz und Müllkippe gependelt. Lediglich eine Ortung stammt von einem Feld nahe dem Schlafplatz. Am Vormittag ging es zum „Frühstück“ auf ein nahes Feld und dann frisch gestärkt auf die Müllkippe in sechs Kilometer Entfernung.

Von Gertruds Schicksal werden wir spätestens am Wochenende mehr erfahren. Ich bin gespannt. Auch wollen die Kollegen mehr über die Invasion der Afrikanischen Heerwürmer in Erfahrung bringen.

6. Februar 2010 - Hobor auf Heuschreckenjagd

Hobor hat seinen Standort seinen Standort gut 110 Kilometer nach Süden verlegt. Gestern und vorgestern hatte er sich in einem eng begrenzten Bereich von etwa 6 Kilometer Durchmesser aufgehalten. Ob er hier viele Heuschrecken gefunden hat? Sein Verhalten spricht dafür. Heute ist er 60 Kilometer nach Osten geflogen. Das Satellitenbild in Google Earth zeigt ein Wadi mit Baumbestand. Die Nacht hat Hobor aber auf einem Baum mitten in der Savanne verbracht.

Wird Hobor noch weiter in den Süden fliegen? Machen Sie mit beim Gewinnspiel.

3. Februar 2010 - Gab es doch genug Nahrung für Gertrud?

Helmut ist die letzten Tage wie immer zwischen seinem Schlafplatz in den Kiesteichen und der Mülldeponie oder den landwirtschaftlichen Nutzflächen am Rio Jarama gependelt. Also nichts Neues.

Hobor hat seine Aktivtäten mehr nach Osten verlegt. Er pendelt aber täglich immer noch große Entfernungen. Das Gebiet, das er in den letzten drei Tagen genutzt hat ist von Nord nach Süd etwa 150 Kilometer lang.

Es hatte mich uns gewundert, dass nicht nur Gertrud den Norden Tansanias aufgesucht hatte. Noch ein weiterer Senderstorch vom Storchenhof Loburg hält sich derzeit in der Region auf. Das hat seinen Grund, denn in Tansania gibt es eine Massenvermerhung des sogenannten Afrikanischen Heerwurms; zunächst im Süden aber seit einigen Wochen auch in den Nordprovinzen.

Der Afrikanische Heerwurm, die Raupe einer Eulenfalterart, tritt nach Regenfällen explosionsartig auf. (Im Bild eine europäische verwande Art)

Der Afrikanische Heerwurm ist die Raupe eines Eulenfalters (Spodoptera exempta). Die Raupen dieser Art können in Massen auftreten und große Schäden an Gräsern und Getreide anrichten. Ende Dezember hatte es in Tansania nach langer Trockenheit stark geregnet und danach sind die Raupen massenhaft geschlüpft. Sie sind eine beliebte Beute für Störche. In der Literatur wird über Ansammlungen von Weißstörchen und ihren afrikanischen Verwandten den Regenstörchen in den Ausbruchsgebieten der Heerwürmer berichtet. Warum aber Gertrud trotz dieses Riesenfutterangebots gestorben ist, erscheint immer rätselhafter – aber warten wir ab.

Auf den Kulturflächen werden die Heerwürmer mit Insektiziden bekämpft, um die Ernte zu sichern. Mittlerweile hat man in Tansania aber auch eine biologische Bekämpfungsmethode entwickelt. Außerdem werden aus Kostengründen nur befallene Kulturflächen behandelt. Die Afrikanischen Heerwürmer kommen aber auch in der ungenutzten Savanne vor und werden vor allem dort von den Störchen gefressen. So ist eine Gefährdung durch die Pestizide für die Störche eher gering.

2. Februar 2010 - Bemühungen Gertruds Sender zu finden

Es gibt Neuigkeiten aus Tansania. Ich habe einen Kollegen der Wildlife Conservation Societey of Tanzania am Telefon erreicht. Sie bemühen sich tatsächlich in den nächsten Tagen an den Sender zu kommen.

Wir nehmen die Kritik im Gästebuch natürlich ernst. Wir haben ein großes Interesse zu erfahren, was mit Gertrud geschehen ist als auch den Sender zu finden. Aber tatsächlich ist es nicht ganz so einfach an den Ort zu gelangen. Bei dem Weg der in GoogleEarth zu erkennen ist, handelt es sich um eine Piste. Die nächste richtige Straße ist weit entfernt. Die Reise von Arusha an den Fundort dürfte mindestens einen Tag dauern. Auch sollte man bedenken, dass die Wildlife Conservation Societey of Tanzania im Vergleich zum NABU eine kleine Organisation ist.

31. Januar 2010 - Hobor ist ein Überlebenskünstler

Hobor am 31. Januar 2010

Das Satellitenbild zeigt große Trockenheit im nördlichen Kordofan.

Von Helmut und Hobor gibt es wenig Neues zu berichten. Helmut macht tatsächlich keinerlei Anstalten seinen Standort zu verändern. Auch Hobor nutzt derzeit nur ein kleines Gebiet im nördlichen Kordofan. Das Verhalten von Hobor ist schon erstaunlich. Die aktuellen Satellitendaten vom Normalized Difference Vegetation Index (NDVI) zeigen eindeutig, dass es dort mittlerweile nur noch vertrocknete Vegetation gibt. Aber, das haben andere Projekte gezeigt, sind Störche in der Lage kleine inselartige Nahrungsquellen zu erschließen. Die sind natürlich kaum mit den Satellitenaufnahmen zu erfassen.

28. Januar 2010 - Helmut am Rio Manzanares

Helmut am 27.1.10

Die Weideflächen am Rio Manzanares werden extensiv genutzt.

Auch in den letzten Tagen haben bei unseren beiden Storchenmännchen keine großartigen Positionsveränderungen stattgefunden. Helmut war gestern nicht auf der Mülldeponie sondern am Rio Manzanares. Nicht weit davon entfernt befinden sich baumbestandene extensive Weideflächen. Hier brüten im Frühjahr sogar mehrere Weißstorchpaare.

Hobor macht zurzeit keine großen „Ausflüge“. Seine täglich zurückgelegten Entfernungen betragen maximal 30 Kilometer. Vielleicht deutet dies auf ausreichend Futter hin.

Aus Tansania gibt es immer noch keine Rückmeldung, aber der Sender meldet immer noch zuverlässig seine Position.

25. Januar 2010 - Wie Gertrud, schaffen viele Störche den Rückflug ins Brutgebiet nicht

Hobor am 23. und 24. Januar

Hobor blieb am 23. und 24. Januar an einem baumbestandenen Flusslauf südlich des Schutzgebiets En Nahud.

Hobor befindet sich in der Grenzregion von Nord- und Süd-Kordofan. Damit hat er sein Aktivitätszentrum etwas weiter nach Westen verlegt. Gestern hat er die Nacht im Wadi al Gallah verbracht - 70 Kilometer südöstlich. Das Satellitenbild zeigt einen baumbestandenen Flusslauf. Siebzig Kilometer weiter nördlich befindet sich das IBA En Nahud. Es ist eine Grassavanne die von Dünen aus rotem Sand durchzogen wird. Das IBA ist vor allem für Savannenvögel wie Trappen von Bedeutung.

Die Fragen häufen sich: Was gibt es Neues über das Schicksal von Gertrud? Leider gibt es bis jetzt keine Neuigkeiten. Die Kollegen in Tansania konnten offenbar noch nicht in das Gebiet fahren. Das ist auch nicht so einfach wie in Deutschland, wo man sich einfach ins Auto setzt und über gute Straßen an jeden Ort gelangen kann. Aber der Sender funktioniert noch. Die Solarzelle bekommt also genügend Licht, um die Batterie mit Strom zu versorgen. Wir werden den Sender auch noch nicht „abschalten“. Vielleicht ergibt sich in den nächsten Tagen etwas.

Storch im Flug

Hochspannungsleitungen kosten vielen Störchen das Leben.

Viele Besucher des Gästebuchs machen sich Gedanken über das Schicksal von Gertrud. Sie war uns „ans Herz gewachsen“, weil wir sie fast täglich bei ihrer Reise verfolgen durften. Doch Gertrud teilt dieses Schicksal mit unzähligen anderen Zugvögeln. Beispielsweise von 100 Altstörchen, die sich jedes Jahr aufmachen, kehren durchschnittlich 85 in ihre Brutgebiete wieder zurück. Das hat eine Auswertung von Beringungsdaten vor einigen Jahren ergeben. 15 Störche überleben diese lange und gefahrvolle Reise also nicht. Da gibt es einerseits genug natürliche Ursachen für ihren Tod. Und der Mensch ist andererseits für viele zusätzliche Gefahren verantwortlich. Mir persönlich zeigt unser Projekt sehr anschaulich, welche große Leistung Weißstörche und andere Zugvögel alljährlich erbringen müssen, um im nächsten Frühjahr wieder bei uns ihre Jungen aufziehen zu können.

Auf Malta darf der Abschuss von Zugvögeln weitergehen. Unterschreiben Sie dagegen!

23. Januar 2010 - Futtersuche am Rio Jarama

Von Helmut gibt es absolut nichts Neues. Während er sich vor zwei Tagen auf der Mülldeponie aufgehalten hat, sucht er heute auf den landwirtschaftliche Nutzflächen am Rio Jarama nach Futter. Die Nächte verbrachte er wie immer im Flachwasser der Kiesteiche, geschützt vor Räubern.

21. Januar 2010 - Helmut hat sich eingerichtet

Helmut ist nun wirklich seinem Rastgebiet bei Madrid treu. Drei Aktivitätszentren gibt es für ihn. Sein Schlafplatz in den Kiesteichen, die Mülldeponie und das Kultruland am Rio Jarama, das er am vergangenen Samstag und Sonntag aufgesucht hat. Gestern besuchte er dagegen die Mülldeponie.

19. Januar - Hobor in der Provinz Süd-Kordofan

Hobor am 17.01.10

Hobor am 17. Januar im ausgetrockneten Flussbett "Wadi al Ghallah"

Hobor ist immer noch im Sudan, hat aber seinen Aktivitätsschwerpunkt weiter nach Osten verlegt. Er befindet sich jetzt in der Provinz Süd-Kordofan. Der Nil liegt aber immer noch gut 400 km weit entfernt. Täglich legt er Entfernungen von über 50 km zurück – mal nach Norden mal nach Süden. Gestern machte er in einem ausgetrockneten Flussbett Rast – der Wadi al Ghallah. Das Gebiet ist aber nicht nur für Störche interessant, sondern auch für die Menschen. Entlang des Flusses liegt Kulturland. Überhaupt scheint die Gegend stärker besiedelt zu sein. Mehrere Ortschaften sind auf der Karte verzeichnet und Straßen durchziehen die Landschaft. Weiter östlich wird Erdöl gefunden.

16. Januar 2010 - Wie Helmut bleiben im Winter immer mehr Störche in Europa

Keine Neuigkeiten von Helmut und Hobor. Hobor fliegt täglich Distanzen von gut 100 Kilometern im Süd-Dafur. Ob er sich noch einmal in den Süden aufmacht?

Gute Gelegenheit um sich ein wenig Gedanken um die richtige Zugstrategie der Störche zu machen. Macht Helmut es besser, als die beiden anderen Störche? Ist er ein „Optimierungsfachmann“, wie Kathrin im Gästebuch meinte.

Helmut am 16.01.10

In unmittelbarer Umgebung von Helmuts Müllkippe fließt ein kleiner Fluss.

Ursprünglich sind auch alle Weißstörche der Westroute über Gibraltar nach Westafrika geflogen. Sie haben dort im Sahel zwischen Senegal und Tschad überwintert. Aber ab den 1970er Jahren fiel immer weniger Regen, es herrschte Dürre. Die Sterblichkeit der Störche in Afrika nahm drastisch zu. Das hatte erhebliche Auswirkungen auf den Weißstorch in Westeuropa. In Spanien ging der Storchenbestand von 14.503 Paaren (1948) auf 6.753 Paare (1984) zurück. Mittlerweile hat sich die Situation im Sahel etwas gebessert.

Seit Ende der 1980er Jahre gab es vermehrte Hinweise, dass Weißstörche in Spanien überwintern. Mittlerweile sind es einige zehntausend Individuen (2004 – 31.229 Individuen). Sie finden ihr Futter auf Mülldeponien, wie Helmut oder auf Reisfeldern. Das hat die Sterblichkeit der Störche im Winterquartier drastisch gesenkt. Zum einen haben die Vögel einen erheblich kürzeren und damit weniger gefährlichen Zugweg und zum anderen finden sie auf der Iberischen Halbinsel fast unbegrenzt Futter. Die Mülldeponien sind ein Eldorado, auch wenn so mancher Storch an ungeeignetem Futter verendet.

Über die Ursachen dieser Entwicklung gibt es nur Vermutungen. Einige Experten vermuten, dass der auslösende Faktor sich durch Weißstörche aus sogenannten Auswilderungsprojekten entwickelt hat. Dafür spricht, dass viele Vögel aus diesen Regionen auf spanischen Deponien nachgewiesen wurden. Vor allem zwei ehrenamtliche Weißstorchschützer, Helmut Dahms und Helmut Eggers haben auf spanischen Mülldeponien unzählige Weißstorchringe abgelesen.

weißstörche in afrika

Ursprünglich sind alle Störche im Winter nach Afrika geflogen. Heute überwintern viele auch in Spanien.

Auf der anderen Seite kann es sich um eine „natürliche“ Entwicklung handeln. Es überwintern immer einige Störche in Europa. Durch das menschgemachte Nahrungsangebot wurde es zu einem Erfolgsmodell.

Die Veränderung der Zugstrategie ist der wesentliche Faktor, der zu einem sehr starken Anstieg der Brutpaare in Westeuropa führte. Immerhin nahm z.B. die Zahl der Weißstorchpaare in Spanien auf 33.217 Paare im Jahr 2004 zu. Und auch bei uns in Südwestdeutschland sowie in den Niederlanden, der Schweiz und in Frankreich stieg die Zahl der Storchenpaare stark an. Jedoch gibt es eine Nebenwirkung der Überwinterung in Spanien. Die Störche kommen bereits Anfang März zurück, weil der Rückweg viel kürzer geworden ist. Wir werden das an Helmut beobachten können.

Ob die sich neue Zugstrategie des Weißstorchs tatsächlich als optimal erweist, wird die Zukunft zeigen, wenn die Mülldeponien auf EU-Geheiß geschlossen werden und eine wesentliche Futterquelle versiegt. Vielleicht werden wir bei Helmut beobachten können, wie er sein Verhalten dem geringeren Futterangebot auf Mülldeponien anpasst.

14. Januar 2010 - Nachricht aus Tansania!

Heute habe ich ein E-Mail aus Tansania erhalten. Paul Nnyiti von unserer BirdLife Partnerorganisation WILDLIFE CONSERVATION SOCIETY OF TANZANIA hat geschrieben. Er setzt sich dafür ein, dass seine Kollegen von der Außenstation in Arusha zu dem Ort fahren, an dem Gertrud liegt. Aber er schreibt auch, dass das Gebiet sehr abgelegen ist. Vielleicht klappt es ja.

11. Januar 2010 - Eiseskälte in Spanien

Störche im Schnee

Das war dann doch bei Hobor kein Aufbruch in den Süden. Er ist wieder umgekehrt und wieder Richtung Norden geflogen. Die Nacht hat er gut 25 Kilometer nördlich seines letzten Schlafplatzes verbracht. Das war dann insgesamt eine längere Strecke von 150 Kilometer, die er zurückgelegt hat. Aber bei Sonnenschein und entsprechender Thermik ist das für Hobor kein Problem. Interessant dabei ist, dass er sich offenbar nur morgens und abends mit der Nahrungssuche beschäftigt. Die Mitte des Tages fliegt er offenbar fast ausschließlich. Zumindest geben die Senderdaten diese Informationen wider.

Am vergangenen Wochenende hat es nicht nur bei uns in Deutschland geschneit, sondern auch in Madrid. Man spricht von so viel Schnee, wie seit 10 Jahren nicht mehr. Und die letzten Tage ist es auch sehr kalt geworden. Nachts sogar Fröste bis minus 6°C. Aber die Kälte stellt für die Störche kein großes Problem dar, sofern sie genug Futter finden. Und das findet Helmut offenbar auf der Mülldeponie ausreichend, denn tagsüber hat er sich vor allem auf der Mülldeponie aufgehalten. Vielleicht waren die Felder von einer Schneedecke bedeckt.

Hobor 11.Jan.

Hobor weit im Süden - Ein Zeichen für den Weiterzug?

10. Januar 2010 - Eifert Hobor Gertrud nach?

Hobor hatte in den letzten Tagen seinen Standort mehr nach Norden verlegt. Dann wurde er wieder im Süden geortet und ist heute Morgen noch weiter in diese Himmelsrichtung geflogen. Gegen Mittag war er so weit südlich, wie schon lange nicht mehr und er war immer noch in der Luft. Hat er sich nun auch aufgemacht um gen Äquator zu fliegen? Bisher ist er fast zehn Wochen im Sudan geblieben. In drei Tagen, wenn der Sender neue Koordinaten meldet, wissen wir ob er bleibt oder weitergezogen ist.


9. Januar 2010 - Vielleicht ist Gertrud verhungert

Gertruds Sender funktioniert und meldet sich immer noch. Viele Fragen zu den Ursachen von Gertruds Tod kommen auf uns zu. Könnte Gertrud einem Jäger zum Opfer gefallen sein? Wir denken nicht, da keine menschlichen Siedlungen in der Nähe sind und Storchenjagd in Tansania, im Gegensatz zum Sudan, wenig verbreitet ist.

Seit längerer Zeit herrscht in Ostafrika eine Dürre. Die Vegetation der Region ist derzeit viel spärlicher als in anderen Jahren. Das zeigen uns Satellitendaten mit dem sogenannten "Normalized Difference Vegetation Index" (NDVI). Dieser Index beruht auf der Tatsache, dass gesunde Vegetation im Infrarotbereich relativ viel Strahlung reflektiert. Je stärker infrarote Strahlung reflektiert wird, desto stärker ist die Vegetation und desto besser ist die Nahrungssituation für die Störche.

Vegetationsindex Ostafrika

Gertruds letzte Aufenthaltsorte in diesem Winter (Karte rechts, Stand: Dezember 2009) lagen in Regionen, die viel stärker von Dürre betroffen waren als in den Vorjahren (Karte links).


Wir haben den NDVI aus der dritten Dezemberdekade des letzten Jahres mit den längerfristigen Daten verglichen und festgestellt, dass es in ganz Ostafrika um die Vegetation sehr viel schlechter bestellt ist als in normalen Jahren (siehe Abbildungen). Vor allem die Savannengebiete sind von der Dürre betroffen. Gertrud hat Uganda und Kenia ohne längere Pausen durchquert. Vielleicht war sie geschwächt und hat auch in Kenia und Tansania nicht genug Futter gefunden.

7. Januar 2010 - Helmut ist lieber am Fluss als auf der Mülldeponie

Auch wenn Helmut seinem Rastgebiet treu bleibt, ist doch das eine oder andere zu berichten. Seit dem 1. Januar hat Helmut sein Futter nur an drei Tagen auf der Mülldeponie gesucht. Die letzten Tage war er dagegen häufiger auf den Nutzflächen am Rio Jarama zu finden. Außerdem finden sich Ortungen direkt am Fluss. Die letzten Tage ist es auch in Spanien recht kalt geworden. Hat er sich an den Fluss zurückgezogen, weil er dort besser Futter findet?

6. Januar 2010 - Ist Gertrud verunglückt?

Gertrud am 6. Januar 2010

Gertruds letzte Position. Was ist nur passiert?

Die Meldungen von Gertrud machen uns besorgt. Seit Sonntag den 3. Januar um 16 Uhr (Weltzeit) liefert der Sender von Gertrud nur noch eine Koordinate. Zuvor war Gertrud in der Umgebung ihres letzten Schlafplatzes in der Nähe des Natron Sees herumgeflogen und hat in der Savanne nach Nahrung gesucht. Dann ist sie offenbar 2,8 km nach Norden geflogen und der Sender meldet sich seit drei Tagen von einem Punkt. Das kann nur bedeuten, dass Gertrud tot ist oder ihr Sender abgefallen ist, was aber sehr unwahrscheinlich ist. Was ist geschehen? Das ist vom fernen Deutschland aus nicht zu erkennen. Die Satellitenaufnahme bei GoogleEarth zeigt zumindest keine Gefahrenpunkte, an denen sie verunglückt sein könnte. Wir haben jetzt erst einmal Kontakt mit unserer BirdLife Partnerorganisation in Tansania (WCST - WILDLIFE CONSERVATION SOCIETY OF TANZANIA) Kontakt aufgenommen. Vielleicht kann ein Mitarbeiter den Ort aufsuchen und ein wenig zur Aufklärung beitragen. Wir können jetzt nur abwarten!

Der Kontrast zu den Ereignissen bei Gertrud sind die Verhältnisse bei ihrem Brutpartner Helmut, denn er ist immer noch bei Madrid. Auch bei Hobor tut sich nicht viel. Lediglich die täglichen Entfernungen die er zurücklegt sind von über 100 Kilometern auf meist nicht mehr als 10 Kilometer zurückgegangen. Vielleicht hat er eine gute Futterressource ausgemacht.

Helmut am 1.1.2010

Helmut bleibt meistens an den Teichen.

3. Januar 2010 - Wird Helmut den gesamten Winter in der Nähe von Madrid verbringen?

Die beiden Männchen sind im Vergleich zu Gertrud immer noch in ihren angestammten Rastgebieten. Helmut immer noch östlich von Madrid und Hobor immer noch in Süd-Dafur. Hobor legt aber ab und dann doch größere Entfernungen zurück. Heute zum Beispiel ist er 144 Kilometer weit vom nördlichen Rand an den südlichen Rand seines Rastgebietes geflogen.



2. Januar 2010 - Kein Besuch von Gertrud bei den Flamingos am Natronsee

Heute ist Gertrud eine Schleife von 85 Kilometern geflogen und hat ihren Rastplatz 48 Kilometer östlich (Luftlinie) von ihrem gestrigen Standort aufgeschlagen. Nur unweit davon erstreckt sich der Natronsee.Der Natronsee ist ein flacher Salzsee im Rift Valley mit einer Größe von bis zu 850 Quadratkilometern, je nach Jahreszeit und Wasserstand.

Gertrud am 02.01.2010

Zum neuen Jahr hat Gertrud die Grenze nach Tansania, die auch den Viktoriasee (Afrikas größten See) teilt, überquert.

Für Gertrud ist der Natronsee weniger attraktiv als für die vielen Flamingos. Bis zu 500 000 Paare des Kleinen Flamingos brüten hier. Das ist der größte Teil der Weltpopulation dieser Art und macht den Natronsee zum IBA.

1. Januar 2010 - Zum Neujahr in Tansania

Heute ging es dann wieder 130 Kilometer nach Süden und Gertrud hat Tansania erreicht. Ihr Flug verlief am Rande des Serengeti Nationalparks. Auch die berühmte Serengeti ist als Important Bird Area geführt.

31. Dezember 2009 - Gertrud im Masai Mara Nationalpark

Für den Jahreswechsel hat sich Gertrud aber wirklich eine der schönsten Ecken dieser Welt ausgesucht, denn sie hat ihren Rastplatz am Masai Mara Nationalpark aufgeschlagen. Der Park und seine Umgebung werden von BirdLife International als IBA geführt. Das Gebiet ist für Wachtelkönige ein wichtiges Überwinterungsgebiet. Aber viel bedeutender ist natürlich das Großwild. Gertrud zwischen Zebras, Gnus und Elefanten, eine tolle Vorstellung! Die heutigen Lokalisationen stammen einerseits aus einem flussbegleitenden Wald und der Savanne.

30. Dezember 2009 - Mal kein Fernstreckenflug

Gestern hat Gertrud in der Savanne am Rift Valley gerastet, ihre Schlafplätze lagen nur wenige Kilometer auseinander. Aber heute ist sie dann gut 60 Kilometer nach Osten geflogen.

28. Dezember 2009 - Gertrud verweilt in der ostafrikanischen Savanne

Gertrud in Kenia am 28.12.

Nach inzwischen fünf Tagen in Kenia fliegt Gertrud weitere 126 Kilometer weiter nach Süden

Die letzten beiden Tage hat sich Gertrud weiter im Hochland am Lake Ol’Bolossat aufgehalten und neue Kräfte getankt. Heute ist sie wieder aufgebrochen und weiter gen Süden geflogen. Die Route ging entlang des berühmten Rift Valley mit den so typischen ostafrikanischen Savannenlandschaften. Nach etwa 50 km hat Gertrud den Naivasha See erreicht, der sie aber zu einer Rast nicht gereizt hat. Dieses IBA (15.600 ha) ist der einzige Süßwassersee im östlichen Arm des Rift Valley’s. Gertrud ist nach 126 km am frühen Nachmittag gelandet. Ihr heutiger Rastplatz in der Savanne liegt nur etwa 70 km westlich von Nairobi.

25. Dezember 2009 - Jahreswechsel am Äquator?

Gertrud scheint Weihnachten am Äquator verbringen zu wollen, denn seit vorgestern hat sie nur einen kleinen Abstecher von knapp 50 km nach Südwesten gemacht und zwar westlich der Aberdare Mountains. Dabei hat sie dann den Äquator überflogen. Hier rastet sie in Kulturland. Weißstörche sind im Kulturland in vielen Regionen Afrikas sehr beliebt, denn sie vertilgen so manche Heuschrecke, die Schaden an den Kulturpflanzen anrichten können.

Wenige Kilometer entfernt befindet sich der Lake Ol’Bolossat, ebenfalls ein IBA. Dabei handelt es sich um einen See mit umgebenden Feuchtgebieten und Grasland in mehr als 2.000 m Höhe.

24. Dezember 2009 - Zickzackflug bei Hobor

Hobor am 24.12.09

Hobor bleibt im Sudan.

Von den beiden Storchenmännern lässt sich am Heiligabend nicht viel Neues berichten. Gertruds Brutpartner befindet sich immer noch bei Madrid. Er hat auch keinerlei Anstalten zu größeren Ausflügen oder gar zur Verlagerung des Rastplatzes gemacht. Hobor ist immer noch in Süd-Dafur. Gestern ist er mal 193 km nach Süden geflogen und heute wieder 160 km nach Norden. Das scheint ihm keinerlei Probleme zu bereiten, so große Entfernungen zu fliegen. Und Futter scheint er wohl auch noch genug zu finden.

23. Dezember 2009 - Im Bergland der Aberdare Mountains

Gertrud ist heute 150 km weit nach Südosten geflogen und ist nördlich der Aberdare Mountains und vom Mount Kenia gelandet. Das Bergland der Aberdare Mountains am östlichen Rande des Rift Valley ist vulkanischen Ursprungs. Dies ist kein Lebensraum für Störche, denn vor allem Wald prägt diesen National Park der ebenfalls ein Important Bird Area (IBA) ist. Gertrud hat ihren Rastplatz storchentypisch im offenen Grasland der Savanne aufgeschlagen.

22. Dezember 2009 - Nach kurzem Stopp weiter nach Kenia

Lange hat sich Gertrud nicht in Uganda aufgehalten. Nur abends wurde Rast gemacht. Seit gestern Morgen ist sie insgesamt 410 km weit geflogen und hat heute Abend Kenia unweit des Rift Valley erreicht.

20. Dezember 2009 - Grenze passiert

Die 160 km hat Gertrud heute geschafft und ist kurz hinter der Grenze von Uganda gelandet. Hier findet sie offenes Buschland mit einigen Bäumen.

19. Dezember 2009 - Gertrud ist fast in Uganda

Storch in Wiese

Gertrud ist im Nationalpark "Bandingilo", 160 Kilometer nördlich der Grenze zu Uganda.

Gestern bog Gertrud in Richtung Süden ab und flog170 Kilometer weit parallel zum Weißen Nil. Heute hat sie einen größeren Sprung von über 220 Kilometern nach Süden gemacht und ist dabei mitten im Nationalpark „Bandingilo" gelandet, der in der Region einen wichtigen Rückzugsraum für viele Tiere darstellt. Vor allem während der Trockenzeit hält das sumpfige Gelände im Zentrum des Parks im weiten Umkreis das meiste Wasser zurück. Also genau richtig für unsere Storchendame. Doch ob Gertrud länger verweilt, wird sich zeigen. Es sind noch 160 Kilometer und dann hätte sie den Sudan verlassen und wäre in Uganda.

17. Dezember 2009 - Reiselustige Störchin und faule Störchenmänner

Heute hat Gertrud den Sudd in östliche Richtung überflogen ohne dass im Gebiete dort eine Pause eingelegt hat. Am späten Nachmittag machte sie wieder Rast und hatte 167 Kilometer zurückgelegt.

Während Gertrud wieder auf großer Reise ist, bleiben die beiden Storchenherren ihren Rastgebieten treu, wenngleich Hobor, den sie fast getroffen hätte, täglich größere Strecken zurücklegt, aber keine Anstalten macht weiter in den Süden zu fliegen. Die letzten zwei Tage ist er 190 Kilometer nach Südwesten geflogen. Wann wird auch er in Richtung Süden aufbrechen?

Gertruds Nistpartner aus Eddelak ist dagegen vollkommen bodenständig. Helmut ist immer noch bei Vaciamadrid und pendelt die sechs Kilometerchen zwischen Kiesteich und Mülldeponie. Das ist richtig langweilig.

16. Dezember 2009 - Gertrud am Weißen Nil

Hobor und Gertrud im Sudan

Während Hobor im Umkreis weniger hundert Kilometer bleibt, zieht es Gertrud deutlich Richtung Südost.

Die Tagesetappen sind viel kürzer als zum Anfang ihrer Reise. Gesten waren es nur knapp 90 Kilometer, heute immerhin 146 Kilometer. Sie hat fast den Weißen Nil erreicht und zwar den Sudd (Bahr el Jebel System). Hier bildet der Weiße Nil eines der größten Feuchtgebiete Afrikas. Es wird von Sümpfen, periodisch überschwemmten Grassavannen und Buschland geprägt. Südlich der Sahara ist es für zahlreiche Zugvögel überlebenswichtig, weil sie hier nach dem langen Flug über die Wüste wieder auftanken können.

Der Sudd ist deshalb von BirdLife International als Important Bird Area (IBA) gekennzeichnet. Sieben Storchenarten, darunter auch unser Weißstorch, rasten hier in beträchtlicher Anzahl.

14. Dezember 2009 - Nach kurzer Rast weiter gen Osten

Gestern Nachmittag ist Gertrud dann doch nicht viel weiter geflogen, sondern hat im Süd-Dafur in der Nähe eines Flusses wieder eine kurze Rast gemacht. Heute Morgen ist sie wieder weiter geflogen. Sie hat sich tatsächlich auf den Weg nach Süden gemacht. 142 Kilometer Richtung Osten waren es heute.

13. Dezember 2009 - Gertrud auf dem Weg in den Süden

Gertrud am 13. Dezember 2009

Gertrud überfliegt ein Wäldchen. Noch ist sie im Sudan.

Hat Gertrud sich heute auf den weiteren Weg Richtung Süden gemacht? Es sieht so aus, denn frühmorgens ist sie in südliche Richtung aufgebrochen. Die letzte Positionsmeldung vom frühen Nachmittag lag fast 160 Kilometer vom letzten Schlafplatz entfernt. So weit im Süden haben wir Gertrud noch nicht geortet. Und der Sender meldete, dass sie immer noch nicht gelandet war. Mal schauen spätesten in drei Tagen haben wir neue Informationen. Dann vielleicht schon aus Uganda oder Kenia?

Und Hobor? Er vagabundiert immer noch im Süd-Dafur herum. Heute ist er relativ weit im Süden gestartet und im am Abend etwa 160 Kilometer im Norden wieder gelandet. Tags zuvor war er die umgekehrte Richtung geflogen.

11. Dezember 2009 - Helmut übernachtet im Olivenhain

Helmut hat heute mal sein Futter nicht auf der Mülldeponie gesucht, sondern die bewässerten Felder am Fluss Jarama. Zum Übernachten ist er in einen Olivenhain bei Valdemoro geflogen.

10. Dezember 2009 - Hobor und Gertrud wieder getrennt

Helmut am 10. Dezember 2009

Helmut hat seinen Standort verlegt. Er rastet jetzt auf einer kleinen Mülldeponie in Spanien.

Hobor und Gertrud vagabundieren immer noch im südlichen Dafur herum. Sie legen täglich Distanzen von über 100 Kilometern zurück. Aber eine eindeutige Zugrichtung schlagen sie noch nicht ein. So nahe wie vergangenen Samstag sind sie sich aber bisher nicht wieder gekommen. Gestern lagen ihre Schlafplätze etwa 230 Kilometer weit auseinander. Ob sie sich noch treffen werden? Wir werden es sehen.

Helmut hat gestern seinen Standort gut elf Kilometer nach Südwesten verlegt. Auf dem Satellitenbild scheint sich dabei um eine kleinere Mülldeponie zu handeln. Die Nacht verbrachte er offenbar auf dem Hof einer Baufirma.

8. Dezember 2009 - Haben sich Gertrud und Hobor endlich getroffen?

Gertrud und Hobor im Sudan

Die letzten Aufenthaltsorte von Hobor (rot) und Gertrud (blau) auf einen Blick

Hobor ist gestern wieder nach Norden geflogen. Die heutige Nacht verbrachte er wieder in der Gegend, wo er fast auf Gertrud getroffen wäre. Der Sender von Gertrud hat noch keine Daten geliefert. Ob sie auch wieder in der gleichen Gegend ist?

6. Dezember 2009

Heute haben sich Gertrud und Hobor ein Stückchen nach Süden aufgemacht. Beide sind über 100 Kilometer geflogen und am Abend sind sie gut 80 Kilometer voneinander entfernt.



5. Dezember 2009

Seit Tagen sind sich Gertrud und Hobor auf den Fersen. Aber so nah wie am heutigen Abend waren sie sich bisher noch nie. Ihre Schlafplätze befinden sich nur 6,5 Kilometer voneinander entfernt! Die beiden rasten schon seit einiger Zeit in der gleichen Region, wie uns die Karte mit allen Lokalisationen und der Landnutzung zeigt. Ihr Schlafplatz am heutigen Abend liegt in einer kleinparzellierten Kulturlandschaft mit kleinen Dörfern in der Umgebung. Was die beiden in diese Gegend zieht ist unbekannt. Von einem Massenauftreten der Heuschrecken ist nichts bekannt. Es gibt keine Meldungen bei der FAO im Internet. Man kann aber wohl davon ausgehen, dass sie sich mit vielen anderen Störchen hier aufhalten.


3. Dezember 2009 - Unsere Störche im Land der Ideen

Land der Ideen

NABU-Storchexperte Kai-Michael Thomsen (2. von links) und der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (Mitte) bei der Auszeichnung des Storchenprojektes als Ort im Land der Ideen.

Von den Störchen gibt es nicht so viele Neuigkeiten - aber bei uns in Deutschland. Unser Projekt ist beim Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“ ausgezeichnet worden. Der Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“ wird bereits im fünften Jahr von der Deutschen Bank und der Standortinitiative „Deutschland – Land der Ideen“ unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Horst Köhler durchgeführt. Ziel dieser Initiative ist es jeden Tag des Jahres ein zukunftsorientiertes, kreatives und innovatives Projekt vorzustellen. So wurde unsere Satellitentelemetrie unter 2.200 Projekten ausgewählt und ist am 29. März Ort im Land der Ideen.

1. Dezember 2009- Gertrud und Hobor ziehen nach Norden

Gertrud und Hobor am 1. Dezember 2009

Parallel zueinander verlegen Gertrud und Hobor ihren Rastplatz nach Norden.

Heute haben Gertrud und Hobor ihren Standort parallel jeweils gut 80 Kilometer nach Norden verlegt. Hobor ist dabei eine Schleife geflogen und hat insgesamt 156 Kilometer Flugstrecke zurückgelegt. Jetzt rasten sie nur noch 56 Kilometer auseinander. Warum sind sie gerade nach Norden geflogen? Eigentlich müssten sie sich auf den Weg Richtung Süden machen, denn im Sahel wird es nun wirklich langsam richtig trocken. Auch die Satellitendaten mit dem Zustand der Vegetation (Vegetationsindex) geben keine Erklärungen. Sie befinden sich in einer Übergangszone zu Wüste. Aber vielleicht haben sie ein günstiges Eckchen mit guten Futtergrundlagen gefunden. Weißstörche sind sehr gut in der Lage Nahrungsressourcen ausfindig zu machen. Und der Weiterflug kostet auch Energie und ist gefährlich. Warum nicht lieber dort bleiben.

Von Helmut gibt es wirklich nichts Neues zu berichten. Er pendelt immer noch zwischen dem Schlafplatz Kiesgrube und den Futterquellen auf der Mülldeponie und den Feldern.

30. November 2009 - Gertrud und Hobor nur einen Katzensprung entfernt

Hobor und Gertrud November

Gertrud und Hobor verpassen sich jeden Tag nur knapp.

Gertrud und Hobor haben ihren Rastplatz im Sudan aufgeschlagen. Sie befinden sich im südöstlichen Teil der Provinz Dafur. Hobor ist am 23. November aus nördlicher Richtung gut 200 Kilometer in dieses Gebiet gezogen. Gertrud dagegen hält sich schon seit dem 5. November im Süd-Dafur auf. Vorgestern lagen ihre Rastpunkte nur etwa 90 Kilometer auseinander. Fast ein Katzensprung? Das ist aber immer noch mehr als die Entfernung zwischen ihren Brutplätzen in Schleswig-Holstein. Die meisten Lokalisationen der beiden stammen aus einer Zone mit landwirtschaftlicher Nutzung, die sich zwischen einer Grassavanne im Norden und einer Zone von Kulturflächen mit einzelnen Gehölzen befindet. Auch in Afrika liebt Adebar den freien Rundumblick.

Wann werden sich die beiden auf den Weg in Richtung Süden machen? Wir würden gern noch über Ostafrika und Südafrika berichten.

Helmut in Spanien hat einen Ausflug nach Nordwesten gemacht. Eigentlich nichts ungewöhnliches, aber die Strecke, die er zurückgelegt hat ist schon bemerkenswert – 113 Kilometer. Er ist morgens um 9 Uhr gestartet, hat das Zentrum von Madrid überflogen und an einen Stausee bei Manzanares el Real geflogen. Hier ist er wieder umgekehrt. Ob er hier kurz gerastet hat, ist aus den Senderdaten nicht zu erkennen. Dann ist er gut 9 Kilometer nach Südosten in die Umgebung Colemenar Viejo geflogen und hat vermutlich auf einer kleinen Mülldeponie kurz Rast gemacht. Aber viel Futter scheint er nicht gefunden zu haben, denn nach einer Stunde war er wieder unterwegs und um 17 Uhr wieder an den Kiesteichen bei Vaciamadrid. Hier ist er dann die nächsten Tage geblieben.

Warum hat er das gemacht? Wird die Nahrung an seinem Rastgebiet bei Vaciamadrid knapp? Doch hat er diesen „Ausflug“ gemacht, ohne dass er nennenswert nach Nahrung gesucht hat. Oder erkundet er die Umgebung nach weiteren Rastplätzen?

19. November 2009 - Helmut kehrt zurück nach Vaciamadrid

Hobor Anfang November

Hobors Schlafplatz scheint sich auf einem kleinen kegelförmigen Hügel zu befinden.

Bei den Störchen im Sudan hat sich in den letzten 3 Tagen nicht viel getan. Gertrud legte seit dem 16. November täglich zwischen 5 und 23 Kilometer im Zickzack zurück. Im Vergleich zur Rast im Tschad sind die großen täglichen Distanzen zwischen den abendlichen Rastplätzen. Während sie im Tschad meist nicht mehr als 5 Kilometer betrugen, sind es hier im Sudan meist mehr als 20 Kilometer. Seit dem 5. November, als Gertrud in dieser Region im Sudan angekommen ist, hat sie ein Gebiet von etwa 11.000 Quadratkilometer Größe genutzt. Das sind etwa zweit Drittel der Fläche von Schleswig-Holstein.

Gut 120 Kilometer nördlich davon hat derzeit Hobor seinen Standort aufgeschlagen. Die letzten 4 Tage scheint er zwischen zwei Standorten, die etwa 28 Kilometer auseinanderliegen, hin und her zu pendeln. Der eine Schlafplatz scheint sich auf einem kleinen kegelförmigen Hügel zu befinden. Hier kann Hobor in der sonst ebenen Savanne gut und sicher übernachten. Der zweite Standort befindet sich unweit eines kleinen namenlosen Dorfes. Das kann man zumindest erkennen, wenn man in das Satellitenbild hinein zoomt.

Einzig von Helmut gibt es eine Neuigkeit. Er ist heute wieder in das Gebiet bei Vaciamadrid gezogen, wo er bereits im September eine Zeit lang verbracht hatte. Nachmittags war er auf der Mülldeponie zur Nahrungssuche und gegen Abend ist er in die ehemalige Kiesgrube geflogen, um dort im Flachwasser die Nacht zu verbringen.

16. November 2009 - Bleibt Helmut in Toledo?

Helmut schläft im Steineichenwald auf einem Hochspannungsmast.

Helmut will anscheinend sein endgültiges Winterquartier in der Nähe von Toledo aufschlagen. Zumindest hat er auch in den letzten Tagen seinen Standort nicht gewechselt. Nur den Schlafplatz hat er wieder vom Stausee bei Castrejón in das Steineichenwäldchen nordöstlich der Mülldeponie verlegt. Exakt jede Nacht vom gleichen Standort meldet er sich. Es scheint sich dabei nicht stilecht um eine Steineiche zu handeln sondern um einen Hochspannungsmast, der gut auf dem Satellitenbild zu erkennen ist. Auf diese Weise hat er nur etwa 3 km vom Schlafplatz zur Mülldeponie zurückzulegen und nicht 16 km wie vom Stausee aus. Auch Störche lieben die Bequemlichkeit.

Gertrud ist weiter im Gebiet geblieben. Täglich werden um die dreißig Kilometer zurückgelegt. Aber eine eindeutige Richtung nach Süden will sie offenbar nicht einschlagen. Vielmehr vagabundiert sie in der Umgebung herum.

Hobor hat sich in den letzten Tagen auch nicht viel weiter bewegt. Gestern hat er einen kleinen Ausflug von 35 Kilometer weiter nach Norden unternommen. Hier sind wieder aus der Luft zahlreiche Parzellen von landwirtschaftlichen Nutzflächen zu erkennen und nicht nur karge Savanne.

Nestlinge Linum

Werden die Jungen von Gertrud und Helmut Ost- oder Westzieher? Mit einer weiteren Besenderung können wir es herausfinden.

Während sich unsere Störche im warmen Afrika und Spanien befinden ziehen die Herbststürme mit viel Regen über ihre Schleswig-Holsteinischen Brutplätze. Zeit für uns sich Gedanken um die Planungen für das nächste Jahr zu machen. Wir freuen uns sehr darüber, dass so viele Menschen Gertrud, Helmut und Hobor auf ihren Weg verfolgen.

Spannend wird es wenn sich unsere Störche wieder auf den Rückweg nach Schleswig-Holstein machen. Werden die beiden Afrikazieher rechtzeitig genug zurückkommen, um erfolgreich zu brüten. Oder wird sich die Ankunft wie in manchen Jahren verzögern? Und werden Gertrud und Helmut wieder ein Paar? Oder sucht Helmut sich eine neue Partnerin, weil er Wochen früher als Gertrud in Eddelak ankommt. Wir werden berichten. Für den Fall dass die beiden Junge aufziehen, wollen wir zwei neue Sender kaufen, damit wir den Zug der Jungstörche verfolgen können. Ziehen sie nach Westen oder nach Osten?

Dafür brauchen wir Unterstützung. So ein Sender kostet ca. 3.100 Euro. Hinzu kommen die Übertragungskosten von 9 Euro pro Tag. So dass wir von jährlichen Kosten in Höhe von ca. 6.500 Euro ausgehen. Dazu brauchen wir auch Ihre Unterstützung! Selbst kleine Beträge helfen unser Projekt zu sichern.

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13. November 2009 - Noch kein Weiterflug nach Osten

Das war bei Gertrud wieder kein Start zu einer längeren Reise in den Süden, denn heute ist sie wieder umgekehrt und gut 80 Kilometer nach Nordwesten geflogen.

Hobor hat sich auch aufgemacht und ist gut 60 km nach Norden geflogen. Er rastet in der Nähe eines ausgetrockneten Flusslaufs. Ansonsten scheint es sich um eine spärlich bewachsene Savannenlandschaft zu handeln. Offenbar scheinen sie im Sudan immer noch genug Futter finden zu können, so dass der Weiterflug nach Ostafrika nicht notwendig ist.

12. November 2009 - Mahlzeit in der Baumsavanne

Gertrud ist heute morgen nach Südosten gestartet. Gegen Mittag hatte sie dann 123 Kilometer zurückgelegt. Offenbar Zeit für eine Mahlzeit in der Baumsavanne. Aber weiter ist sie heute nicht mehr geflogen kein Wunder, Bäume sind ein idealer Schlafplatz für Störche.

Wo wird Hobor hinfliegen?
Weißstorch

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Helmut scheint es offenbar ganz gut am Stausee von Castrejón zu gefallen. Er hat seinen Standort nicht gewechselt. Helmut hat heute sechs Standorte gemeldet. Drei Standorte vom Vormittag befinden sich im Flachwasser des Stausees. Es scheint, dass er auch hier nach Nahrung gesucht hat. Gegen Nachmittag befindet er sich 3,5 Kilometer weiter östlich auf bewässerten Feldern am Rande des Rio Tajo. Am Abend ist Helmut wieder im Flachwasser des Stausees. Der typische Tagesablauf eines rastenden Storches in Spanien?


11. November 2009 - Warme Aufwinde im Sudan

Keine Neuigkeiten von Hobor, denn am Abend wird er wieder dort geortet wo er am gestrigen Tag gestartet war – gut 35 Kilometer nördlich. Er pendelt von einem Gebiet in das andere und dabei sind 35 Kilometer keine Hürde für ihn. Diesen Aktionsradius kann Hobor nur nutzen, weil im heißen Sudan die warmen Aufwinde das Thermiksegeln begünstigen. Da sind 30 Kilometer offenbar ein Katzensprung.


10. November 2009 - 26 Kilometer nach Süden

In den frühen Morgenstunden ist Hobor wieder 26 Kilometer nach Süden gestartet. Also wieder in die Gegend, wo er gestern gestartet ist. Am Abend ist er weitere 12 Kilometer nach Süden geflogen.

Gertrud hat heute kleinere Ausflüge gemacht und ist in der Umgebung ihres Schlafplatzes geblieben


9. November 2009 -

Die Nacht hat Hobor nur 5 Kilometer von seinem gestrigen Schlafplatz verbracht und ist dann Richtung Norden geflogen, wo er nach 23 km wieder auf das ausgetrocknete Flussbett gestoßen ist. Hier hat er offenbar einige Zeit Rast gemacht, um dann 15 Kilometer nach Westen weiter zu fliegen, wo er dann auch die Nacht verbringt. Derzeit ist Hobor recht unstet – er durchstreift ein großes Gebiet. Muss er das machen um genug Futter zu finden? Warum zieht er nicht einfach weiter?

Gut 180 Kilometer südöstlich von Hobor hat derzeit Gertrud ihren Standort. Das Satellitenfoto zeigt eine kleinparzellierte Kulturlandschaft mit einigen Dörfern.


8. November 2009 - Hobor auf der Suche nach Wasser

Hobor und Gertrud am 7.11.2009

Verfolgen Sie die Routen der drei Störche auf der interaktiven Karte.

Heute ist Hobor wieder in Richtung Nyala gestartet und wieder umgekehrt. Was will er dort? Hobor hat am Rande eines ausgetrockneten Flussbettes Rast gemacht. Auf den Satellitenfotos sind scheinbar kleinere Gewässer zu erkennen. Wahrscheinlich löscht er seinen Durst, denn weit und breit sind keine weiteren Gewässer zu erkennen. Eine Stunde später wird Hobor 22 Kilometer südöstlich geortet. Er durchfliegt eine mit Bäumen durchsetzte Kulturlandschaft. Die letzte Ortung dieses Tages.

7. November 2009 - Gertrud im Zickzack Richtung Südost

Von Helmut gibt es nicht viel Neues zu berichten. Er ist seinem Rastgebiet treu geblieben und sucht zumeist sein Futter auf der kleinen Mülldeponie bei Toledo. Seinen Schlafplatz hat er jedoch gewechselt. In den letzten drei Nächten schlief er im Flachwasser des Stausees von Castrejón und nicht mehr im Steineichenwald. So hat er jeden Morgen und Abend etwa 17 Kilometer zu fliegen.

Gertrud vollzieht einen richtigen Zickzack-Kurs, denn heute ist sie wieder nach Südost umgekehrt. Gegen Mittag hat sie wieder 58 km zurückgelegt. Ein richtiger Zug, wie im August und September ist dies nicht. Vielmehr fliegt sie ein Stückchen und bleibt dort, wo es was zu fressen gibt. Aber die Richtung stimmt – Südost.

Hobor hat zunächst im Umkreis von zwei bis drei Kilometer um seinen Schlafplatz nach Nahrung gesucht. Dann hat er sich nach NW aufgemacht und ist bis in die unmittelbare Nähe von Nyala geflogen und wieder umgekehrt. Nyala ist mit über einer halben Million Einwohnern nach Karthoum eine der größten Städte im Sudan. Es ist die Provinzhauptstadt des Darfur und beherbergt in riesigen Flüchtlingslagern die Leidtragenden des Dafur-Konfliktes. Nachdem Hobor wieder umgekehrt war, ist in der Nähe des letzten Schlafplatzes gelandet.



6. November 2009 - Gertrud scheinbar ohne Ziel?

Heute Morgen ist Gertrud zunächst einige Kilometer nach Süden geflogen, um dort nach Nahrung zu suchen. Aber dann hat sie sich es sich anders überlegt und ist nach Norden umgedreht.

Hobor hat heute die nordöstliche Richtung eingeschlagen und ist 36 Kilometer weit geflogen.



5. November 2009 - Hobor verlässt Jebbel Mara

Gertruds Reise geht weiter Richtung Osten. Aber besonders eilig scheint sie es nicht zu haben, denn am Abend hat sie eine Entfernung von nur 71 Kilometer zurückgelegt.

Heute hat Hobor den Jebbel Mara verlassen und ist über 170 Kilometer nach Südosten geflogen. Zwei Tage zuvor hatte Gertrud nur wenige Kilometer entfernt die Nacht verbracht. Er ist Gertrud dicht auf den Fersen.

4. November 2009 - Hobor bleibt am Jebbel Mara

Gertrud hat heute morgen die Richtung Südost eingeschlagen. Gegen Mittag war sie schon über 50 Kilometer geflogen. Ebenso wie Hobor hat sie den Tschad verlassen und bewegt sich nun im südlichen Sudan.

Hobor scheint zunächst am Jebbel Mara bleiben zu wollen, denn er ist heute früh lediglich 5,5 Kilometer nach Süden geflogen. Den Tag über betrug sein Aktionsradius nur wenige hundert Meter.

In Spanien hat Westzieher Helmut heute morgen wieder dem Stausee von Castrejón einen Besuch abgestattet. Er muss sehr früh bei Toledo gestartet sein, denn um 20 Uhr war er noch an seinem Schlafplatz im Steineichenwald.

3. November 2009 - Getrud und Hobor fliegen weit in den Süden

Deriba-Seen

Hobor flog auch über den erloschenen Vulkan Jebbel Mara. Das Gebiet gilt als IBA (= Important Bird Area).

Gertrud ist heute wieder ein großes Stück von 164 Kilometer nach Nordosten geflogen.

Hobor will nun die Region bei Al-Dschunaina endgültig verlassen und hat die Richtung Südost eingeschlagen. Am Abend ist er 162 Kilometer weit geflogen und am Jebbel Mara (Info dazu von Birdlife) gelandet. Im Zentrum dieses IBA ("Important Bird Area") liegt der erloschene Vulkan (3.088 Meter Höhe) von Jebbel Mara mit den beiden Deriba-Seen. Umgeben ist das Gebiet von einer Steinwüste.

Während seine Partnerin Gertrud weite Entfernungen zurück legt, verbringt Helmut in Spanien schon geschlagene zwei Wochen an der Mülldeponie in der Nähe von Toledo. Nachts schläft er in einem Steineichenwald drei Kilometer nordöstlich. Vielleicht schläft er auch auf einem Strommast, der auf dem Satellitenbild zu erkennen ist. Das ist nicht ungefährlich!

2. November 2009 - Hobor macht sich gen Süden auf

Heute morgen ist Hobor wieder in den Sudan geflogen um Futter zu suchen. Danach hat er sich gen Süden aufgemacht. Am Abend hat er etwa 80 Kilometer zurückgelegt und ist wieder in der Region von Al-Dschunaina, die er vor drei Tagen erst verlassen hatte.

Nachdem Gertrud nur 1,5 Kilometer von der Grenze zum Tschad übernachtet und am frühen Morgen nach Nahrung gesucht hat, ist sie wieder in den Tschad losgeflogen. Sie ist mehrmals über die Grenze gependelt. Für sie gelten politische Grenzen ja nicht. Am Abend hat sie wieder 128 Kilometer zurückgelegt und ist im Sudan in der Provinz Süd-Dafur gelandet.

1. November 2009 - Gertrud erreicht Zentralafrika

Gertrud hat nach 15 Kilometern die Zentralafrikanische Republik erreicht. Wahrscheinlich will sie hier einige Zeit verbringen, denn auch am Abend ist sie immer noch am gleichen Ort. Es ist eine Kulturlandschaft, in der Ackerflächen mit Bäumen und Büschen durchsetzt sind.

Hobor ist 20 Kilometer nach Süden geflogen. Er ist ein richtiger Grenzgänger. Sein heutiger Schlafplatz liegt nur etwa 100 Meter von der Grenze auf dem Gebiet des Tschads, während er tagsüber hat sein Futter im Sudan gesucht hat. Das Satellitenbild zeigt einige interessante Strukturen in der Landschaft. Es scheint sich dabei um von Gestrüpp eingefriedigte Äcker zu handeln.

31. Oktober 2009 - Hobor auf einem Baum im Wadi

Hobor ist im Tschad an der Grenze zum Sudan geblieben. Er hat sich in der Umgebung eines ausgetrockneten Flussbettes aufgehalten. Die Nacht verbrachte er offenbar auf einem Baum im Wadi.

Gertrud ist 70 Kilometer weiter nach Südosten Richtung Grenze zur Zentralafrikanischen Republik geflogen.


30. Oktober 2009 - Hobor wieder an der Grenze zum Sudan

Hobor am 30. Oktober 2009

Hobor ist einmal im Kreis geflogen.

Bis jetzt lieferte der Satellit nur eine aktuelle Koordinate von Hobor. Zur Überraschung ist er nicht weiter nach Südosten geflogen, sondern ist fast umgekehrt 80 Kilometer nach Nordwesten geflogen. Er befindet sich wieder im Tschad unweit der Grenze zum Sudan. Die letzten Tage hatte Hobor im Sudan 30 Kilometer nordöstlich von Al-Dschunaina verbracht.

Gertrud ist heute gut 180 Kilometer weiter Richtung Westen geflogen. Die Gegend ist auf dem Satellitenbild doch deutlich grüner als bei Hobor, der sich rund 350 Kilometer weiter nördlich befindet.

29. Oktober 2009 - Helmut rastet bei Alpenkrähen

Heute ist Gertrud bis zur Mittagszeit 144 Kilometer weit geflogen. Sie hat dabei den Zakouma National Park durchquert. Der Zakouma Nationalpark ist etwa 3.000 km² groß und wird als Important Bird Area geführt. Zahlreiche Weißstörche nutzen dieses Schutzgebiet als Rastplatz. Insgesamt wurden acht verschiedene Storchenarten hier nachgewiesen, darunter auch unser Schwarzstorch. Bekannt ist der Park aber für seine Elefanten. Ihre Zahl hat seit den 70er Jahren aufgrund der Wilderei stark abgenommen.

Gertruds Brutpartner Helmut ist in den letzten Tagen nicht weiter gewandert. Er hält sich immer noch wenige Kilometer nordwestlich Toledo auf und legt täglich maximal fünf Kilometer zurück. Die Region ist als Important Bird Area „Cortados del Jarama“ ausgewiesen. Es ist unter anderem ein wichtiges Brutgebiet für Rötelfalken, Großtrappen, Stelzenläufer und Alpenkrähen. Im Jahr 1994 haben hier 164 Weißstorchpaare gebrütet.


28. Oktober 2009

Helmut am 30.Oktober 2009

Verlässt Helmut das Gebiet der Bewässerungsfelder.

Gertruds Reise geht weiter nach Südosten. Bis zum Abend ist sie 150 Kilometer weit geflogen. Sie fliegt im Vergleich zu Hobor viel weiter südlich.

27. Oktober 2009 - Gertrud fliegt Schleifen

Ja, auch Gertrud will offenbar sich ein neues Rastgebiet suchen, denn die nächste Nacht wird 80 Kilometer Luftlinie verbracht. Insgesamt ist sie aber eine Schleife von mehr als 170 Kilometer geflogen. Das ergeben die stündlichen Ortungen des heutigen Tages.

26. Oktober 2009 - Hobor im Sudan

Nein, Hobor hat sich tatsächlich wieder auf die Reise gemacht und will ein neues Rastgebiet aufsuchen. Heute ist er sogar 255 Kilometer nach Osten geflogen und wieder im Sudan gelandet. Etwa 35 Kilometer südwestlich seines heutigen Schlafplatzes liegt Al-Dschunaina, die Hauptstadt der Provinz West-Dafur. Der West-Dafur ist eine Gebirgsregion, wo aber noch Landwirtschaft betrieben werden kann.

Auch Gertrud hat heute eine größere Etappe von 65 Kilometer nach Südosten zurückgelegt. Macht sie sich etwa auch auf den Weg?
Helmut hat seinen Schlafplatz 17 Kilometer nach Nordosten verlegt. Er scheint dort in der Umgebung eines Einkaufszentrums an einer Schnellstraße die Nacht zu verbringen. Tagsüber wird er an der kleinen Mülldeponie nordwestlich von Toledo geortet.


25. Oktober 2009 - Gertrud auf dem Weg in den Süden

Hobors Zickzack-Kurs im Oktober 2009

Hobor fliegt seit Tagen hin und her. Hat er sich jetzt für eine Richtung entschieden?

Gertrud ist in den vergangenen Tagen langsam weiter Richtung Süden geflogen. Es waren aber insgesamt nur 26 Kilometer in zwei Tagen.

Hobor hat sich dagegen auf den Weg gemacht. Er ist heute 120 Kilometer in östliche Richtung geflogen. Will er den Tschad verlassen oder ist es wieder nur ein kurzer Ausflug, wie vor drei Wochen, wo er eine kurze Stippvisite unweit seines heutigen Rastplatzes gemacht hat.

24. Oktober 2009

Hobor will doch noch länger im Tschad bleiben. Gestern ist er noch einmal neun Kilometer nach Südosten geflogen. Aber nun bleibt er offenbar wieder am gleichen Ort. Die letzten beiden Schlafplätze haben nur gut 400 Meter auseinander gelegen. Es handelt sich offenbar um eine Baumsavanne, wie die Satellitenaufnahme zeigt.



22. Oktober 2009 - Fliegt Hobor nun zum Winterquartier?

Hobor hat heute seinen Standort 32 km nach Südosten verlegt. Macht er sich jetzt auf den Weg um sein endgültiges Winterquartier zu erreichen?

Helmut ist am gestrigen Abend ein Stückchen nach Südwesten geflogen und hat im Flachwasser des Stausees von Castrejón die Nacht verbracht. Hier hatte er schon Anfang des Monats genächtigt. Der Stausee ist als Important Bird Area identifiziert. Er ist Brutgebiet für Zwergdommel, Pupurreiher, Nachtreiher und Purpurhuhn.


21. Oktober 2009 - Gertrud und Hobor fühlen sich wohl

Hobor am 20. Oktober 2009

Die Ebene, in der sich Hobor aufhält, ist von einer Baumsavanne unmgeben.

Gertrud und Hobor scheint es im Tschad gut zu gefallen, denn es sieht nicht so aus, als wenn sie in der nächsten Zeit aufbrechen wollen, um weiter nach Süden zu fliegen. Gertrud befindet sich in einer von ausgetrockneten Wasserläufen durchzogenen Ebene nahe der Grenze zu Kamerun. Sie fliegt den einen Tag acht Kilometer nach Süden um am nächsten Tag umzukehren und dann 18 Kilometer nach Nordwesten zu fliegen.

Hobor hat sein Rastgebiet immer noch 350 Kilometer östlich von Gertruds derzeitigem Standort. Die letzten beiden Tage hat er sich in einer zwei Quadratkilometer großen, flachen und baumlosen Ebene aufgehalten. Im Satellitenbild sieht es fast so aus, als wenn diese Ebene nach der Regenzeit unter Wasser stehen könnte. Rund um die Ebene erstreckt sich die Baumsavanne.

Während Hobor und Gertrud nur sehr kleine Distanzen zurücklegen ist Helmut dagegen sehr unstet. Heute ist er auf direktem Weg in die Nähe von Toledo zurückgekehrt. Dort ist er wieder an eine kleine Mülldeponie zurückgekehrt, die er bereits am 28. September und am 1. Oktober besucht hatte.

20. Oktober 2009 - Helmut in den Reisfeldern Spaniens

Helmut hat die letzte Nacht nicht im Wasserreservoir verbracht, sondern hat elf Kilometer östlich in einem lichten Steineichenwald geschlafen. Tagsüber hat er sein Futter auf den Bewässerungsfeldern gesucht. Es scheint sich dabei um Reisfelder zu handeln. Die sind um diese Jahreszeit abgeerntet und die Störche können dort offenbar alle möglichen Kleinlebewesen fangen.


19. Oktober 2009 - Gertrud am Chari-Fluss

Helmut am 18. Oktober 2009

Wo hält sich Helmut tagsüber auf?

Gertrud hat es 20 Kilometer weiter in den Süden gezogen. Sie ist jetzt nur noch 90 Kilometer vom Chari-Fluss entfernt. Dieser Fluss ist der größte Zufluss für den Tschadsee. Die Landschaft ist von trockenen Flussbetten durchzogen.

18. Oktober 2009 - Helmut schläft in Wasserreservoir

Helmut gefällt es offenbar nicht mehr in der La Serena. Er ist heute 30 Kilometer nach Norden geflogen. Leider hat der Sender bis jetzt nur die Standorte des Schlafplatzes geliefert. Er liegt in einem Wasserreservoir, das offenbar zur Bewässerung der umliegenden kreisrunden Felder dient.


17. Oktober 2009 - Ist Hobors Sender kaputt?

Hobor Mitte Oktober im Tschad

Hobor bewegt sich kaum von der Stelle.

Hobor hält sich weiterhin in einem eng begrenzten Gebiet entlang eines wahrscheinlich ausgetrockneten Flussbettes auf. Die Tageskoordinaten liegen nicht mehr als drei Kilometer auseinander. Lediglich heute hat er für einige Stunden das Gebiet verlassen und ist 35 Kilometer nach Nordwesten geflogen aber wieder umgekehrt. Oder handelt es sich um einen Fehler des Senders?


16. Oktober 2009

Helmut scheint etwas länger in der La Serena bleiben zu wollen. Tagsüber befindet er sich in der Nähe einer kleinen Mülldeponie. Die Nacht verbringt er in einem lichten Steineichenwald. Nur 1600 Meter liegen Schlafplatz und Mülldeponie auseinander.


15. Oktober 2009 - Wird im Tschad die Nahrung knapp?

Gertrud ist heute weiter Richtung Süden geflogen – diesmal fast 60 Kilometer. Wird es in ihrem bisherigen Rastgebiet langsam zu trocken und die Nahrung knapp?


14. Oktober 2009 - Gertrud macht auf Kultur

Helmut im Steineichenwald, 14. Oktober 2009

Helmut rastet in einem Steineichenwald.

Gertrud hat ihren Standort insgesamt 50 Kilometer nach Süden verlegt. Auch bei ihrem Rastgebiet scheint es sich um Kulturland zu handeln.

13. Oktober 2009

Hobor hat sich in den letzten vier Tagen nicht sonderlich weit bewegt. Er ist immer noch im Bereich des Flusses bzw. Wadi. Die Schlafplätze der letzten Tage liegen nicht mehr als vier Kilometer auseinander. Nach einer Karte über die Landnutzung handelt es sich bei diesem Rastgebiet um Kulturland, wahrscheinlich mehr oder weniger trockenes Ackerland.

Helmut hat heute die Bewässerungsfelder verlassen und ist 25 Kilometer nach Südwesten geflogen. Dieses Rastgebiet besteht aus trockenen Feldern und Steineichenwäldern. Macht nichts – er hat die Mülldeponie von Villanueva de la Serena (acht Kilometer südöstlich) gefunden. Hier kann er wohl bequem Futter finden.

10. Oktober 2009 - Die Störche machen nur kleine Ausflüge

Hobor am 10. Oktober 2009

Hobor bleibt in der Nähe des Flusstales.

Hobor hat sich wieder auf den Weg gemacht und ist 8,5 Kilometer nach Südwesten geflogen. Interessant dabei ist, dass er sich zumeist in der Nähe eines Flusstales bzw. Wadis aufhält. Hier scheint es offenbar feucht genug zu sein und er findet genug Futter. Mit Ausnahme seines kleinen Ausfluges nach Osten hält er sich nun schon mehr als 15 Tage in dieser Region nahe der Provinzstadt Ati auf.

Gertrud bewegt sich in einem eng umgrenzten Bereich. Die letzten vier Nächte hat sie an nur wenige hundert Meter entfernten Orten übernachtet. Tagsüber ist sie auch nur maximal zehn Kilometer zur Nahrungssuche geflogen.

Helmut scheint es in der Extremadura zu gefallen, denn er ist lediglich 20 Kilometer nach Nordosten geflogen. Erstaunlicherweise rastet er nicht in der berühmten Serena, einer weiten hügeligen offenen Graslandschaft, sondern ist immer noch nordöstlich auf den bewässerten Feldern.

8. Oktober 2009 - Hobor findet einen Platz zum Verweilen

Hobor hat sich heute um die Tagesmitte auf einen größeren Ausflug von acht Kilometern nach Norden gemacht. Sei gut fünf Tagen hat er sich in einem sehr eng umgrenzten Gebiet in der unmittelbaren Umgebung eines Flusstales oder Wadi aufgehalten. Das Gebiet hatte eine Ausdehnung von Nord nach Süd von 2,3 Kilometer und von West nach Ost von 1,2 Kilometer.


7. Oktober 2009 - Ob Gertrud noch lange im Tschad bleibt?

Gertrud vagabundiert in der Gegend umher. Seit gestern hat sie gut 40 Kilometer zurückgelegt.


5. Oktober 2009 - Hobor scheint sich im Tschad doch wohlzufühlen

Helmut am 28. September 2009

Helmut findet genut Futter in den kreisrunden Bewässerungsfeldern von Cazalegas in Spanien.

Hobor will offenbar etwas länger verweilen. Er seit gestern nicht weit geflogen, sondern ist nur in der Umgebung umhergestreift.

Gertrud ist dagegen heute nur noch 15 Kilometer nach Südwesten geflogen. Hat sie nun einen attraktiven Rastplatz gefunden?

Bei Helmut ging es 136 Kilometer nach Südwesten in die Extremadura. Zunächst flog er gestern 100 Kilometer geradewegs nach Westen um auf einer kleinen Mülldeponie bei Talayuela zu rasten. Die Nacht verbrachte in den umgebenden Steineichenwäldern. Dann ging es heute nach Süden. Südlich von Trujillio, auf den Bewässerungsfeldern des Rio Guardiana bei Villanueva de la Serena macht er dann am Abend Rast. Das Satellitenfoto zeigt ein kleinparzelliertes, grünes Tal.


4. Oktober 2009 - Hobor bleibt nun doch im Tschad

Helmut ist immer noch am Stausee von Cazalegas. Tagsüber sucht er sein Futter in den kreisrunden Bewässerungsfeldern am See.

Hobor hat es sich offenbar anders überlegt. Gestern muss er die knapp 150 Kilometer wieder zurückgeflogen sein, um unweit des Gebietes zu rasten, was er vor zwei Tagen erst verlassen hat. Leider lieferte der Sender für gestern noch keine Daten, so dass sein Rückflug noch nicht nachzuvollziehen ist. Das wird sich aber hoffentlich noch ändern.

Gertrud hat heute noch einmal einen Sprung von gut 60 Kilometern nach Südwesten gemacht. Bis zur Hauptstadt Tschads, N’Djamena, sind es nur noch knapp 100 Kilometer.


3. Oktober 2009 - Gertrud im Wadi

Gertrud will wohl ein wenig in dieser Gegend verweilen. Die Satellitenaufnahmen zeigen eine von Wadis durchzogene Ebene. Laut Vegetationskartierung soll es sich um eine zeitweilig überflutete Strauchsavanne handeln.

2. Oktober 2009 - Verlässt Hobor den Tschad?

Hobor und gertrud am 5. Oktober 2009

Hobor und Gertrud entfernen sich von einander.

Gertrud rastet nun schon fast einen Monat lang im Tschad. Eigentlich müsste sie sich auf den Weg Richtung Südost machen. Aber das genaue Gegenteil macht sie! Heute hat sie bis zur Mittagszeit gut 31 Kilometer nach Südwesten zurück gelegt. Sie ist nur noch gut 25 Kilometer vom Lac Fitri entfernt. Am Abend hat sie dann den Lac Fitri hinter sich gelassen und ist noch einmal 120 Kilometer nach Westen geflogen. Will sie hier noch länger bleiben?

Hobor scheint sich nicht sehr lange im Tschad aufhalten zu wollen. Heute hat er sich Richtung Südost aufgemacht. Knapp 150 Kilometer hat er heute geschafft. Noch so eine Tageetappe und er ist wieder im Sudan. Nur gut acht Tage hat er im Tschad ausgehalten. Reicht ihm das Futterangebot nicht?

Heute hat sich Helmut wieder auf die Reise gemacht. Er ist 40 Kilometer nach Westen zum Stausee von Cazalegas geflogen. Dieser Stausee wird vom Rio Alberche gespreist. Die Mündung in den Stausee wird von bewaldeten Inseln gebildet.

1. Oktober 2009 - Alle drei Störche haben einen Fleck zum Verweilen gefunden

Weißstorch

In Spanien und im Tschad scheinen unsere Störche sich wohlzufühlen.

Helmut scheint es am Tajo zu gefallen. Er ist heute immer noch im Gebiet. Tagsüber sucht er auf den kreisrunden Bewässerungsfeldern nach Futter. Diese Felder dürften jetzt abgeerntet sein bzw. wurden neu bestellt. Helmut hat gegen Nachmittag der Mülldeponie von Vistahermosa, nordwestlich von Toledo noch einen Besuch abgestattet. Das ist gut 17 Kilometer vom Stausee bei Castrejón entfernt. Abends ist er aber wieder zurück auf seinem Schlafplatz im Flachwasser des Stausees von Castrejón.

Gertrud hat heute einen kleinen Ausflug von gut 14 Kilometer nach Norden gemacht.

Hobor war dagegen die letzten Tage ortstreu. Er sucht offenbar sein Futter im Flusstal des Batha. Die Abendkoordinaten stammten immer vom gleichen Standort. Offenbar ein Felsen oder ein Baum am Rande des Tales. Heute Abend befindet sich aber sein Schlafplatz sechs Kilometer weiter südlich im Flusstal.

30. September 2009

Gertrud scheint es hier ganz gut zu gefallen. Sie ist seit vorgestern im gleichen Gebiet geblieben und ist maximal nur fünf Kilometer weit geflogen.


29. September 2009

Hobor scheint hier am Fluss Batha länger bleiben zu wollen. Er nutzt ein Gebiet, das maximal drei Kilometer lang ist. Nachts kehrt er immer wieder an den gleichen Ort zurück. Hat er dort einen bevorzugten Schlafbaum?


28. September 2009 - Helmut macht Rast am Tajo

Helmut am 28. September 2009

Helmut in der Flussaue des Tajo. Man kann die kreisrunden Bewässerungsfelder gut erkennen.

Gertrud hat es nicht lange am gleichen Standort gehalten. Vielleicht hat sie dort nicht genug Heuschrecken gefunden. Heute ist sie 35 Kilometer Richtung Südost geflogen und ist nur noch 50 Kilometer vom Lac Fitri entfernt.

Was schon fast zu vermuten war, Helmut hat sich wieder aufgemacht und hat die Umgebung der Mülldeponie verlassen. 85 Kilometer Richtung Südwest findet sich sein aktueller Standort in der Flussaue des Tajo unweit der alten spanischen Hauptstadt Toledo. Das Satellitenfoto zeigt die typischen kreisrunden Bewässerungsfelder am Fluss. Gegen Mittag befindet sich Helmut an den Barrancas de Burujon einem canyonähnlichen Abschnitt des Tajo. Hier ist der Fluss aufgestaut. Es gibt aber auch Flachwasserbereiche mit Inseln. Und hier macht Helmut eine Rast.

27. September 2009 - Findet Helmut noch genug Futter?

Helmut ist noch immer bei Vaciamadrid. Es fällt aber auf, dass er seinen Aktionsradius vergrößert hat. Die Nacht verbringt er im Flachwasser der Kiesteiche und zur Nahrungssuche fliegt er auf die Mülldeponie und auf die Kulturflächen in der Flussaue. Interessant ist dabei, dass Helmut nicht ausschließlich auf der Mülldeponie Futter sucht. Aber vielleicht wird diese Deponie schon nach den neuen EU-Regeln betrieben. Danach dürfen nur noch behandelte Abfälle auf einer Deponie gelagert werden. Das bedeutet weniger Futter für die Störche. So nutzen sie also auch die Umgebung.

Gertrud bewegt sich immer noch in kleinen Etappen in den Tschad hinein. Sie hat sich eine längere Strecke von 41 Kilometer nach Nordwesten zurückgelegt.

27. September 2009 - Hobor und Gertrud kommen sich näher

Hobor und Gertrud am 27.09. 2009

Ob Hobor und Gertrud sich treffen werden?

Hobor hat sich gut 50 Kilometer nach Süden bewegt. Seine letzte Position von heute befindet sich in der Nähe des Flusses Batha, der den Lac Fitri speist. Dabei dürfte es sich wohl eher um einen Wadi handeln, der nur zur Regenzeit etwas Wasser führt. Auf jeden Fall scheint es hier mehr Vegetation zu geben, als in dem Gebiet, das er vor vier Tagen aufgesucht hatte. Dies zeigen Satellitendaten von der Vegetation. Zu Gertruds letztem Standort sind es wieder nur 140 Kilometer.

26. September 2009

Gertrud ist heute wieder 30 Kilometer nach Westen geflogen. Sie ist nur noch 75 Kilometer vom Lac Fitri entfernt. Der See ist 1.950 Quadratkilometer groß und neben dem Tschadsee eines der bedeutendsten Feuchtgebiete im Tschad und als Ramsar-Gebiet ausgewiesen. Damit gehört der Lac Fitri zu den weltweit fast 2000 Feuchtgebieten, die nach der 1971 geschlossenen Ramsar-Konvention geschützt sind. Das nach einer iranischen Stadt benannte Abkommen ist einer der ältesten internationalen Verträge zum Umweltschutz.


25. September 2009 - Gertrud fliegt weiter nach Westen

Gertrud hat sich seit vorgestern wieder ein größeres Stück weiter Richtung Westen bewegt. Nur wenige Kilometer südlich ihres abendlichen Standortes liegt die Provinzstadt Ati mit 25.000 Einwohnern. Hobor ist heute wieder ein kleines Stück Richtung Südwesten geflogen. Helmut hat sich wieder Richtung Vaciamadrid begeben.

24. September 2009 - Rastloser Hobor

Helmut am 24. September 2009

Liegt Helmuts Rastplatz neben einem Gefängnis?

Hobor ist heute etwa 35 Kilometer nach Südwesten geflogen. Er scheint immer noch nicht das Gebiet gefunden zu haben, wo er längere Zeit bleiben will.

Überraschung - Helmut hat heute einen größeren Ausflug gemacht! Er ist gut 14 Kilometer nach Südwesten geflogen. Hat einen Recycling-Hof besucht und ist weiter nach Valdemoro, einer weiteren Trabantenstadt von Madrid geflogen. In Stadtnähe hat der die Nacht auf einem Strommast verbracht. Auf der Satellitenaufnahme sieht es so aus, als wenn dieser Mast gleich neben einem Gefängnis liegt.

23. September 2009 - Lecker Heuschrecken!

Flugrouten von Hobor und Gertrud

Verfolgen Sie die Reise auf der interaktiven Karte!

Heute macht Hobor einen großen Sprung Richtung Westen in den Tschad. Er ist heute über 300 Kilometer geflogen und befindet sich nur noch 145 Kilometer von Gertrud entfernt. Werden die beiden sich etwa treffen? Insgesamt hat Hobor bis heute eine Zugstrecke von 6.712 Kilometer zurückgelegt. Er hat 25 Tage gebraucht um in den Tschad zu kommen. Gertrud dagegen nur 19 Tage. Hobor hat durchschnittlich eine tägliche Strecke von 268 Kilometer geschafft, Gertrud dagegen 350 Kilometer pro Tag.

Von Gertrud gibt es dagegen nicht viel Neues zu berichten. Heute hat sie einen kleinen Ausflug von drei Kilomter Richtung Süden gemacht. Ansonsten scheint es ihr in ihrem Rastgebiet noch ganz gut zu gefallen. Das heißt, sie findet dort offenbar reichlich Futter – Heuschrecken.

22. September 2009 - Hobor nähert sich der Grenze zum Tschad

Hobor ist heute wieder nur rund 25 Kilometer geflogen. Er nächtigt offenbar wieder in einem ausgetrockneten Flussbett auf Bäumen. Er ist nur noch drei Kilometer von der Grenze entfernt.

21. September 2009 - Hobor am trockenen Flussbett

Hobor ist heute zunächst ein kleines Stückchen zurückgeflogen und hat offenbar in der Umgebung nach Nahrung gesucht. Dann ist er aber den ausgetrockneten Flusslauf 23 Kilometer entlang Richtung Westen geflogen. Gegen Abend wird er wieder im Flussbett geortet. Er hat die Grenze zum Tschad immer noch nicht überquert.

20. September 2009 - Hobor auf Gertruds Spuren in Afrika

Hobor am 20. September

Hobors Rastplatz in einem trockenen Flussbett.

Hobor ist gestern Richtung Südwest abgebogen und hat den Nil verlassen. Er wandelt auf den Spuren von Gertrud, die vor 19 Tagen nur 80 Kilometer nördlich die Grenze zum Sudan überflogen hat. Am Abend landet er in einem trockenen Flusstal auf sudanesischem Gebiet. Das Satellitenfoto zeigt den mit Bäumen bestandenen Verlauf des trockenen Flussbetts. Auf einem dieser Bäume wird er wohl die Nacht verbringen. Wird Hobor den gleichen Rastplatz aufsuchen wie Gertrud?

Geben Sie hier Ihren Tipp ab!

18. September 2009 - Hobor schläft in der Sahara

Hobor fliegt westlich entlang des Nils und des Assuan-Stausees entlang Richtung Süden. Am Abend hat er die Grenze zum Sudan überquert. Unweit des Nils befindet sich sein Nachtquartier in der Sahara.

17. September 2009 - Jetzt ist auch Hobor in Afrika

Gestern hat Hobor den Sprung von der Sinai-Halbinsel über den Golf von Suez nach Afrika geschafft. Er scheint etwa die gleiche Route wie Gertrud genommen zu haben. Heute ist er auf dem Weg in Richtung Nil. Etwa 40 km westlich von Edfu am Nil verbringt er mitten in der Wüste die Nacht.

Manzanaresmündung nahe Madrid

Die Mündung des Manzanares in den Jarama südöstlich von Madrid. Hier hält sich Helmut zur Zeit auf.


16. September 2009 - Ist Helmut ein Radsportfan?

Im Tschad ist Gertrud die letzten beiden Tage nicht weiter geflogen, sondern am gleichen Ort geblieben. Hier scheint sie genügend Futter zu finden, sie nutzt derzeit nur ein kleines Gebiet von nicht mehr als 82 Hektar zur Nahrungssuche.

Hobor ist heute Morgen im Negev gestartet am Vormittag erreicht er die Sinai-Halbinsel.

In Spanien hat sich derweil Helmut offenbar dazu entschlossen, eine längere Rast zu machen. Er befindet sich immer noch bei Rivas Vaciamadrid, einer Trabantenstadt südöstlich der spanischen Hauptstadt. Hier mündet der zuvor Madrid durchfließende Fluss Manzanares in den Jarama, einen Nebenfluss des Tajo. Die Region gehört zum 31.000 Hektar großen Parque Regional del Sureste und ist bei durchziehenden Störchen bekanntermaßen beliebt.

Helmut scheint die Nächte in Gewässern im Jaramatal zu verbringen, die Ortungen am späten Abend und frühen Morgen deuten darauf hin. Dabei handelt es sich wahrscheinlich um Kiesteiche mit sehr flachem Wasser. Hier kann er vor Bodenfeinden sicher schlafen. Zur Futtersuche geht es zur nahen Mülldeponie und auf die Felder im Flusstal.

Vielleicht bleibt Helmut aber auch in der Gegend, weil er ein großer Radsportfan ist. Am kommenden Sonntag (20.) führt nämlich die Schlussetappe der Spanien-Rundfahrt (Vuelta a Espana) über Rivas Vaciamadrid. Durchfahrtzeit laut offizieller Marschtabelle: 15.39 Uhr.

14. September 2009 - Hobor durchquert Syrien

Hobor über Syrien

Immer wieder kreuzt Hobor Gertruds Weg. Ob er ihr bis in den Tschad folgt?

Nachdem sich Gertrud eine knappe Woche in einem sehr kleinen Gebiet aufhielt, scheint es sie nun weiter nach Westen zu ziehen. Sie hat 45 Kilometer zurückgelegt und befindet sich fast schon näher an der west- als an der ostafrikanischen Küste. Diese vorübergehende Abweichung vom „eigentlichen“ Winterquartier im Osten oder Süden Afrikas ist bei den Ostziehern durchaus verbreitet. Der Grund dürfte das ordentliche Nahrungsangebot entlang des Sahelgürtels zum Ende der Regenzeit sein.

Hobor hat heute Syrien durchquert und ist am Abend nördlich des Golan gelandet, um zu übernachten. Seit seiner letzten Ortung am Golf von Iskenderun hat er 400 Kilometer zurückgelegt. Am nächsten Tag geht es Richtung Jordan. Wo wird er hinfliegen?

Das sind Ihre bisherigen Tipps:

Afrika, Algerien, Bei Gertrud, bei israel, Botswana , Kenia, Kongo, Marokko, Mauretanien-Trockensavanne, Mosambik, Namibia, Spanien, Sudan, Swasiland, Südafrika, Tansania, Tschad, Zimbabwe, Ägypten,


Weißstorch

Storchenzug ist seit Jahren ein Thema, das nicht nur Vogelfreunde fasziniert.

Die Vogelwarte Radolfzell und der Storchenhof Lohburg haben besenderte Störche bereits seit 1998 auf ihren Reisen verfolgt. Bekannteste Senderstörchin war wohl „Prinzesschen“, der sogar eine Briefmarke gewidmet wurde. Während sich Prinzesschen bei ihrem langen Zug bis fast zur Südspitze Afrikas nur wenige Abweichungen gestattete, zog es die meisten der übrigen Senderstörche immer wieder auch in den Tschad.

Am weitesten nach Westen, fast bis zur Landesgrenze nach Kamerun und damit noch rund 150 Kilometer weiter westlich als Gertrud bisher, kam dabei der aus Polen stammende Storch „Peterchen“. Im Herbst und Winter 1998/99 hielt sich Peterchen von September bis Anfang Februar im Tschad auf. Üblich ist aber eher, dass die Störche den Tschad bereits gegen Ende Oktober verlassen und dann nach Osten oder Süden weiterziehen. Das endgültige Überwinterungsziel kann ebenso im Sudan wie im Hochland von Äthiopien, in den Savannen Kenias und Tansanias liegen – oder bei Weiterzug am großen Malawisee vorbei in Südafrika, Simbabwe und gar Namibia.

13. September 2009 - Nahrung aus Spaniens Mülldeponien

Storch Helmut, Mülldeponie Perales del Rio

Ortung Helmuts am Fuß der Mülldeponie von Perales del Rio am Rande Madrids. Weiter zur Karte!

Helmut hat sich während des Vormittages Richtung Madrid aufgemacht. Seine letzte Meldung stammt von der Mülldeponie bei Perales del Rio. Mülldeponien sind in Spanien wichtige Rastgebiete für Adebar. Störche im Müll, für uns fast unvorstellbar! Doch gerade hier finden Weißstörche auf bequeme Weise große Mengen an Nahrung.

Seit dem 8. September hielt sich Gertrud in einem sehr eng begrenzten Gebiet auf. Die stündlichen Positionsdaten des Senders lagen nicht mehr als fünf Kilometer auseinander. Insgesamt ist das Gebiet, das Gertrud die letzten Tage genutzt hat, nur 530 Hektar groß.

12. September 2009 - Helmut umfliegt die Pyrenäen

Gertud im Tschad

Schon mehr als fünf Tage ist Gertrud im Tschad. Die Punkte zeigen die Senderdaten. Sie liegen weniger als fünf Kilometer voneinander entfernt.

Zwei Tage dauerte es, bis Hobor den Bosporus überquert und in die zentrale Türkei geflogen ist. Die schlechte Witterung in der Region wird Hobor am Segelflug behindert haben. Heute gibt es eine Ortung von Hobor 100 Kilometer südlich des Tuz Gölü, eines großen Salzsees. Jetzt sind es nur noch gut 200 Kilometer bis zur Mittelmeerküste im Süden.

Helmut wird am Abend unweit von Pamplona geortet. Er hat also Spanien erreicht und dabei offenbar die Pyrenäen zwischen Pau und San Sebastian westlich umflogen. Aus der Schweiz stammende Störche dagegen umfliegen die Pyrenäen meistens am Ostrand via Perpignan. Dies konnten die Kollegen von „Storch Schweiz“ feststellen, als sie 2000 und 2001 in ihrem Projekt SOS Storch insgesamt 43 Weißstörche mit Satellitensendern ausrüsteten und sie auf dem Zug bis nach Westafrika verfolgten. Vielleicht nehmen die aus dem Norden stammenden Westzieher eher die Westumgehung der Pyrenäen, die für Schweizer Vögel ungewöhnlich ist.

10. September 2009 - Lecker: Helmut in der Heimat des Brie

Inzwischen steht fest: Zwei der vom NABU in Schleswig-Holstein besenderten Störche sind Ostzieher, der dritte mit Namen Helmut ist ein Westzieher. Er wird also wohl nach Spanien oder nach Nordwestafrika ziehen. Nach dem letzten Aufenthalt am Niederrhein und einer Etappe durch Belgien hat Helmut jetzt das französische Departement Seine-et-Marne unmittelbar östlich von Paris erreicht. Am Donnerstag (10.) befand er sich nahe der Stadt Coulommiers, Heimat des bekannten Rohmilchkäse „Brie de Meaux“. Seit dem Vortrag hat er etwa 260 Kilometer zurückgelegt, seine bisher größte Tagesetappe. Bis jetzt scheint Helmut sich viel Zeit für seine Reise zu nehmen. Insgesamt hat er in den zwölf Tagen, seit er Eddelak verlassen hat, 821 Kilometer geschafft, das sind durchschnittlich nur 68 Kilometer pro Tag.

09. September 2009 - Gertrud nun 7.000 Kilometer von der Heimat entfernt

Gertrud ist in der Region geblieben und hat seit zwei Tagen nur 23 Kilometer zurückgelegt. Ein wenig Statistik: Bis heute legte sie 6950 Kilometer von Eddelak bis in die Region bei Ati im Tschad zurück. Das sind durchschnittlich 267 Kilometer pro Tag. Während bis uns der Sommer in den Herbst übergeht, neigt sich in der Savannenzone des mittleren Tschad jetzt die Regenzeit ihrem Ende zu. Die Tagestemperaturen liegen deutlich über der 35-Grad-Grenze.

Helmut hat Belgien erreicht. Er ist heute 154 Kilometer geflogen. Die Nacht verbrachte er an der Autobahn E40 zwischen Liege und Brüssel in der Nähe der Stadt Tienen in Brabant. Möglicherweise hat er auf einem Laternenmast direkt an der Autobahn geschlafen.

Heute hat der Sender von Hobor wieder neue Postitionsdaten geliefert. Er befand sich in der Frühe in der Ukraine nahe der Grenze zu Rumänien am Fuße der Kaparten. Die Kaparten werden von den Ostziehern umflogen. Heute ist es der siebente Tag der Reise und Hobor ist jetzt 1440 Kilometer geflogen. Damit hat er täglich 205 Kilometer geschafft. Von hier aus dürfte es Richtung Schwarzes Meer gehen. Und der Küste entlang fliegend wird er dann den Bosporus erreichen und Europa verlassen.

07. September 2009 - Helmut am Niederrhein

Helmut hat heute einen Sprung von 120 Kilometern nach Südwesten gemacht. Er ist am Abend am Niederrhein, wenige Kilometer der deutschen Grenze bei Emmerich geortet worden. Jetzt ist auch das Wetter in Norddeutschland besser geworden und erleichtert Helmut den Segelflug. Doch im Verleich zu Gertrud sind seine Tagesetappen doch verhältnismäßig klein.

Gertrud ist nun in ihrem ersten Rastgebiet angekommen. Die letzten Tage hat sie lediglich 30 Kilometer zurück gelegt. Zwischen dem 4 und 5. September ist sie praktisch an einem Ort geblieben. Auch wenn die GoogleEarth Karte die Region als grün darstellt, ist es doch aus menschlicher Sicht recht unwirtlich. Die Vegetation wird sehr spärlich sein. Einige ausgetrocknete Flussbetten sind zu erkennen. Aber wahrscheinlich hat es vor Wochen geregnet und das bedeutet viele Heuschrecken.

06. September 2009 - Hobor auf Gertruds Fersen

Storch in Wiese

Wird Helmut nach Spanien fliegen?

Die nächste Ortung von Hobor liegt Sonntag früh weitere rund 180 Kilometer südöstlich. Dabei ist Hobor erheblich langsamer als vor Wochen Gertrud. Sie hatte allerdings auch klar besseres Wetter für ihren Zug. Wo wird Hobor seinen südlichsten Punkt erreichen? Geben Sie hier Ihren Tipp ab! Zum Gewinnspiel

Auch Helmut hat sich wieder aufgemacht und ist in Richtung Osnabrück abgeflogen. Helmut scheint also ein Westzieher zu sein. Wir sind gespannt, wo er sein Winterquartier beziehen wird.

04. September 2009 - Witamy w Polsce! Hobor ist jetzt nahe Posen

Gertrud ist innerhalb des Tschads wiederum rund 110 Kilometer nach Südwesten geflogen und nähert sich langsam der Hauptstadt N'Djamena und dem großen Tschadsee im Länder-Viereck Ländereck Tschad, Kamerun, Nigeria und Niger.

Hobor hat dagegen inzwischen einen wirklich großen Sprung gemacht. Für ihn heißt es jetzt „Witamy w Polsce - Willkommen in Polen!“ Nach 370 Kilometern landete er westlich von Posen.

Zur Karte
Gertrud im Tschad

Beobachten Sie den Flug der drei Störche!

Helmut hält sich immer noch in Berne auf. Er nächtigt auf den Pappeln am Rande des Flüsschens Berne. Warum zieht er nicht weiter? Einerseits ist das Wetter in den letzten Tagen in Norddeutschland sehr schlecht – Regen und Sturm. Kein Zugwetter für Störche! Aber Storchenstationen und Tierparks mit einem attraktiven Futterangebot können Störche auch dazu verleiten, ihren Zug abzubrechen. Eine „Nebenwirkung“, die dazu führt, dass ein Teil unserer Störche nicht mehr zieht und lieber den Winter an heimischen Futtertöpfen verbringt.

03. September 2009 - Hobor im Naturschutzland

Gegen 21 Uhr wird Hobor bei Preten an der Sude, einem kleinen Nebenfluss der Elbe im Kreis Lüneburg, gemeldet. Ein guter Ort für Weißstörche, denn in der Umgebung von Preten wurde in den vergangenen Jahren viel Biotopschutz für Adebar betrieben. Die Stork Foundation hat hier seit 1994 Wiesen aufgekauft und die Sommerdeiche an der Sude geöffnet. So entstanden wieder vielfältige Feuchtwiesen, die heute von Heckrindern und Koniks beweidet werden.

Weißstorch in Wiese

Noch immer ist Hobor in Norddeutschland.

Gertrud fliegt heute weiter in den Tschad. Die Länge der Tagesetappen nimmt aber stark ab. Nach 250 Kilometer gestern hat sie heute nur 120 Kilometer Richtung Südwest zurückgelegt. Die Daten zeigen, dass sie häufig für mehrere Stunden an einem Ort rastet. Offenbar sucht sie dort nach Nahrung. Ursprünglich wurde die Bedeutung dieses Zwischenrastgebietes für den Weißstorch unterschätzt. Im Gegensatz zum Ostsudan, der Region um Khartum, stammten aus dem Tschad nur wenige Ringrückmeldungen. Durch die Satellitentelemetrie wurde erst vor einigen Jahren festgestellt, dass ein sehr großer Anteil der Weißstörche hier rastet, um dann im Oktober Richtung Südost weiterzuziehen.

Im Trupp fliegt es sich besser
Gertrud wird sich wahrscheinlich in einem großen Trupp von mehreren hundert bis tausend Vögeln befinden. Im Sahel ist die Regenzeit vor wenigen Wochen zu Ende gegangen und das Land trocknet ab. Möglicherweise findet Gertrud mit den anderen Störche ein Gebiet in dem es viele Heuschrecken gibt.

Sicher werden sich auch einige Leser fragen, ob Gertrud noch mit ihren Jungen zusammen ist. Sie ist ja immerhin mit ihnen in Eddelak gestartet. Es ist durchaus möglich, dass sich ihre Jungen noch im gleichen Trupp befinden, aber sie werden keinen „Familienverband“ mehr bilden. Bei anderen Untersuchungen mit Satellitensendern ist es durchaus nachgewiesen, dass Storchengeschwister unterschiedlich lange gemeinsam im selben Trupp gezogen sind.

02. September 2009 - Hobor macht endlich Ernst, erstes Ziel Schwarzenbek

Na endlich: Drei Wochen nach Storchendame Gertrud bricht nun auch Storchenmännchen Hobor aus Linden-Pahlkrug auf in Richtung Winterquartier. Um 6:45 Uhr ist er an seinem Nest verschwunden, wie NABU Storchenbetreuer Rolf Zietz berichtet. Holger, der dritte im Bunde der besenderten Störche, hält sich immer noch nahe der Storchenpflegestation Berne auf.

Vom 1. auf den 2. September legte Hobor immerhin fast 120 Kilometer Luftlinie zurück. In südöstlicher Richtung läuft seine Reiseroute bisher in schöner Eintracht – wenn auch mit zeitlicher Verzögerung – genau parallel zu der von Gertrud. Geht das die nächsten Tage und Wochen so weiter, wird er am Ende wohl in Ost- oder gar Südafrika landen. Schlechte Karten also für alle, die bei unserem Gewinnspiel bisher auf Spanien und andere westliche Ziele getippt haben. Aber vielleicht kriegt Hobor ja noch die Kurve…

Lange dürfte sich Hobor in Schwarzenbek wohl nicht aufhalten. Bei normalem Verlauf wird er zügig weiter die Elbtalaue entlang nach Osten ziehen.

01. September 2009 - Hobor kehrt nach Hause zurück

Hobor in Pahlkrug

Hobor ist wieder in Pahlkrug, Schleswig-Holstein. Und Gertrud? Zur Karte

Gertrud hat den Tschad erreicht. Wahrscheinlich wird sie in den nächsten Tage nicht mehr weit fliegen, denn hier liegt ihr erstes Rastgebiet, in dem sie sich vorauassichtlich zwei Wochen oder länger aufhalten wird, um sich von den Strapazen der Reise zu erholen.

Helmut wird an der Unterweser bei Berne gesichtet, wo es eine Storchenpflegestation gibt. Die vielen Störche, die sich dort befinden, dürften Helmut angelockt haben. Wahrscheinlich sind unter den flugunfähigen Pfleglingen auch ziehende Vögel.

Hobor ist in der vergangenen Nacht auf sein Nest in Linden-Pahlkrug zurückgekehrt und am frühen Morgen wieder verschwunden. Macht er sich jetzt endlich auf den Weg oder streift er wieder nur in der Umgebung umher?

31. August 2009 - Helmut und Hobor folgen Gertrud

Gewinnspiel
Gweinnspiel: Wo überwintert Hobor?

In welchem Land überwintert Hobor? Geben Sie jetzt Ihren Tipp ab!

Gertrud überfliegt die Krisenregion Dafur im Sudan. Gegen Mittag hat sie schon 260 km zurückgelegt. Am Abend wird sie fast 500 km weit geflogen sein und an der Grenze zum Tschad die Nacht verbringen. Auf ihrer nur 16-tägigen Reise hat Gertrud schon viele Länder passiert: Deutschland, Polen, Slowakei, Ungarn, Rumanien, Türkei, Syrien, Israel, Ägypten, Sudan ... Wie weit es noch nach Süden gehen wird, wissen wir nicht. Noch hat die Storchendame großen Vorsprung, doch am Wochenende starteten endlich auch die Männer.

Helmut und Hobor sind gen Süden aufgebrochen. Werden Sie Gertrud folgen, die inzwischen schon im Sudan ist? Auch bleibt die Frage spannend, wo sie ihr Winterquartier einrichten werden. Hobor ist als letztes gestartet. Er fliegt hinterher und wir wollen gemeinsam beobachten, wo seine Reise hingeht. Was tippen Sie? In welchem Land wird er schließlich bleiben? Für alle, die richtig tippen, verlost der NABU zehnmal das Buch "Vögel beobachten in Ostdeutschland".

Das sind Ihre Tipps:

Afrika, Algerien, Bei Gertrud, bei israel, Botswana , Kenia, Kongo, Marokko, Mauretanien-Trockensavanne, Mosambik, Namibia, Spanien, Sudan, Swasiland, Südafrika, Tansania, Tschad, Zimbabwe, Ägypten,

mehr Wo wird Hobor vermutlich überwintern? Geben Sie hier Ihren Tipp ab!


30. August 2009

Jetzt schlägt Gertrud eine mehr südwestliche Richtung ein und überfliegt den Nil um die Sahara mit Ziel Tschad zu durchqueren. In Kürze wird sie ihr erstes Rastgebiet erreichen. Hier wird sie wohl etwa 14 Tage verbringen und sich von den Strapazen des Zuges aus dem fernen Schleswig-Holstein zu erholen. Seit 16 Tagen ist sie jetzt unterwegs.

Endlich hat sich auch Hobor aufgemacht, denn das Nest in Linden-Pahlkrug blieb am Abend verwaist. Trotz ungünstigen Wetters mit Regen und Wind ist er losgeflogen. Welche Richtung? Wir werden es sehen.

Helmut hat heute wieder nur wenige Kilometer an der Unterelbe entlang zurückgelegt und verbringt die Nacht bei Uetersen in der Nähe von Hamburg.

29. August 2009

Assuanstaudamm

Nachdem Getrud den Assuanstausee hinter sich ließ, übernachtete sie in der Sahara.

Die frühen Morgenstunden hat Gertrud offenbar zur Nahrungssuche in den bewässerten Feldern am Nil genutzt. Aber um 6:00 Uhr ist sie bereits wieder unterwegs. Sie fliegt am Ostufer des Assuanstausees entlang nach Süden, um mitten in der Sahara im nördlichen Sudan die Nacht zu verbringen. Wieder etwa 400 km hat sie heute zurückgelegt.

Heute hat sich offenbar auch Helmut auf den Weg gemacht, denn das Nest in Eddelak ist an diesem Abend verwaist. Er ist heute nur zwanzig Kilometer weit die Elbe entlang geflogen. Das Wetter ist aber noch nicht gut genug um große Entfernungen zu fliegen

28. August 2009

Um 6:00 Uhr ist Gertrud wieder unterwegs, um die Wüste zu überfliegen und den Nil 50 Kilometer unterhalb von Luxor zu erreichen. Weiter geht es das Niltal entlang und die Nacht verbringt Gertrud kurz vor Assuan. Gut 420 km hat Gertrud heute geschafft. Die südliche Sonne Afrikas macht das möglich.

27. August 2009

Weißstorch

An manchen Tagen fliegt Gertrud 420 Kilometer weit. Das entspricht der Strecke zwischen Hamburg und Köln.

Um 6:00 Uhr ist Gertrud schon wieder unterwegs durch die Negev-Wüste und die Sinai Halbinsel. Die Küste am Golf von Suez erreicht Gertrud um 14:00 Uhr. Jetzt beginnt die wohl anstrengendste Etappe ihres Zuges. Sie muss den Golf von Suez überfliegen der in diesem Bereich ca. 35 km breit ist. Heftige Winde machen den Überflug noch schwerer. Nach etwa einer Stunde hat sie den Überflug fast geschafft.

Sie hat Afrika am Gabal el Zayt, einer Halbinsel nördlich der Touristenhochburg Hurghada, erreicht und verbringt dort die Nacht. Der Gabal el Zayt ist für unzählige Greifvögel und Störche die kürzeste Verbindung zwischen Eurasien und Afrika. Hier hatte die ägyptische Regierung einen gigantischen Windpark geplant. Die Planungen wurden aber aufgrund einer Begleituntersuchung, die durch die deutsche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) initiiert wurde, so verändert, dass für die Zugvögel keine Gefahren mehr entstehen. Gertruds Zugroute zeigt uns, wie richtig diese Entscheidung war.

26. August 2009 - Gertrud allein im heißen Süden

Interaktive Karte
Gertruds Flugroute

Verfolgen Sie die Reise der Störche.

Noch diese Woche wird Gertrud wahrscheinlich das Quartier in Afrika erreichen. Helmut und Hobor hat das Fernweh noch nicht gepackt. Die beiden Männchen sind noch immer in Bergenhusen. Helmut hatte sich zwar schon einmal auf den Weg gemacht und war seiner Gattin Gertrud bis Hamburg gefolgt, drehte dann aber wieder um und flog nach Eddelak zurück. Ob eine Ehekrise dahinter steckt? Wir warten gespannt, wann die beiden Männchen endlich losfliegen und ob sich Gertrud und Helmut im Winterquartier wieder versöhnen werden. Mehr

25. August 2009 - Gertrud verlässt Europa

Besenderter Storch

Helmut kehrte noch einmal nach Bergenhusen zurück.

Gertrud hat die Türkei erreicht und den Bosporus hinter sich gelassen. Um 18:00 Uhr ist sie in der Provinz Eskisehir zwischen Mittelmeer und der Hauptstadt Ankara gelandet. Das ist ca. 850 km vom letzten Standort entfernt. Während die "Storchen-Männer" immer noch die Sonne in Schleswig-Holstein genießen, nimmt ihre Gattin Gertrud Kurs auf Afrika.

22. August 2009 - Auf zum Schwarzen Meer!

Gertrud ist gestern mitten in Rumänien gelandet. Der Ort Brasov (Kronstadt) liegt am Rande der Kaparten. Von hier aus wird Gertrud Richtung Schwarzes Meer bei Varna fliegen und dann Richtung Bosporus abbiegen.


20. August 2009 - Wo wird die Reise langgehen?

Während Gertrud bereits täglich mehr als 200 Kilometer fliegt, befinden sich die Männchen Hobor und Helmut noch in Schleswig-Holstein. NABU-Storchenexperte Kai-Michael Thomsen empfängt jetzt alle 3 Tage die Satellitendaten, die die GPS-Sender der Störche aussenden.

Wo wird die Reise langgehen? Wir vermuten, dass die intelligenten Zugvögel den Weg um die Karpaten herum einschlagen werden. Faszinierend ist jetzt schon zu beobachten, dass die Störche durchaus wissen, dass der direkte Weg nach Süden nicht der Richtige für sie ist. Denn da gibt es ein Hindernis: die Alpen.

17. August 2009 - Gertrud erreicht die Karpaten

Reise von Störchin Gertrud

Am fünften Tag der Reise in den Süden wurden etwa 230 km zurückgelegt und Gertrud landet im südöstlichen Polen am Rande der Kaparten. Ab jetzt werden die Daten ein wenig unzuverlässig. Das liegt an einer schlechteren Abdeckung mit den Satelliten, daher werden die Daten häufig lückenhaft übertragen. Aber in Afrika wird es wieder viel besser klappen.

16. August 2009 - Gertrud inzwischen allein unterwegs

Der zweite Tag der Reise begann Gertrud frühmorgens offenbar mit der Nahrungssuche in der Umgebung ihres Schlafplatzes. Aber um 9:00 Uhr war sie unterwegs auf Höhe des Gülper Sees. Eine Stunde später hatte sie 32 km Richtung Südost zurückgelegt. Am Abend hatte Gertrud dann schon Polen erreicht und insgesamt 270 km zurückgelegt. Die zweite Nacht auf der Reise verbrachte Gertrud an der Oder 18 km südöstlich von Zilona Góra (Grünberg).

Helmut kehrt zurück

Am nächsten Tag hat er sich auf den Rückweg gemacht, und war Abends wieder am Nest. Warum dieses Verhalten? Aus menschlicher Sicht würde man eine „Ehekrise“ vermuten. Doch Störche sind keine Menschen! Weißstörche führen eine Saisonehe und es ist daher vollkommen normal, wenn sie nach der Brutsaison getrennte Wege gehen. So kann es durchaus vorkommen, dass ein Vogel nach Osten und der Brutpartner nach Westen Richtung Afrika abzieht. So hat sich Helmut von Gertrud ein Stück nach Südosten mitziehen lassen, aber war er wohl noch nicht in der richtigen Zugstimmung und ist zum Nest zurückgekehrt. Lassen wir uns überraschen, vielleicht nimmt Helmut die Westroute.

Gertrud ist dann noch bis in die Elbtalaue bei Havelberg weitergeflogen und hat dort die Nacht verbracht - nur 10 km entfernt von Deutschlands größten Storchendorf Rühstädt. Fast 230 km hat Gertrud am ersten Tag ihrer Reise zurückgelegt.


15. August 2009 - Aufbruch von Helmut und Gertrud

Am 15. August klingelte mein Telefon und Helmut Gülck aus Eddelak berichtete mir, dass er seine Störche am Vortag zum letzen Mal gesehen hatte. Abends war des Nest verwaist. Gertrud und Helmut hatten gemeinsam mit ihren beiden Jungvögeln auf den Weg gemacht. Ungewöhnlich, denn normaler Weise ziehen erst die Jungen ab und die Altstörche bleiben noch bis Ende des Monats im Brutgebiet. Jungstörchen ist die Zugrichtung angeboren und auf dem Weg nach Süden treffen sie auf bereits ziehende Störche – zumeist Nichtbrüter, die schon früher auf dem Weg sind.

Der Satellit hatte gerade neue Daten von Gertrud geliefert – und richtig, um 9 Uhr war sie an der Elbe vor Hamburg und um 11 Uhr in den Viermarschlanden. Und auch der Sender von Helmut lieferte exakt die gleichen Koordinaten. Doch während Gertrud die Reise fortsetzte, blieb Helmut bei Hamburg, suchte offenbar nach Futter und blieb wohl die Nacht über im Gebiet. Die Viermarschlande sind das wichtigste Brutgebiet des Weißstorchs im Stadtstaat Hamburg mit noch vielen Wiesen und Weiden.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!
Die Solarsender konnten dank Ihrer Spenden an den NABU finanziert werden. Da es keine externen Mittel für das Projekt gibt, sind wir weiter auf Ihre Hilfe angewiesen. Allein der Abruf der Daten, die von der Reise übermittelt werden, kostet täglich neun Euro. mehr Spenden Sie für das Projekt

Weitere Informationen

Die Störche Hobor, Gertrud und Helmut sind mit Sendern ausgerüstetAlles klar für die Reise in den Süden

Es ist Donnerstag, der 2. Juli 2009. Endlich geht NABU-Storchenbetreuer Rolf Zietz im schleswig-holsteinischen Linden-Pahlkrug der erste Storch in die selbstgebastelte Falle. Wochenlang hat Rolf Zietz den Storch mit Futter angelockt und an die Falle gewöhnt. mehr Mehr

Den Geheimnissen des Storchenzugs auf der SpurVon Schleswig-Holstein in die weite Welt

Mit dem Projekt Storchenbesenderung soll der Zug der Vögel über mehrere Jahre verfolgt werden. Der Einfluss des Klimas im afrikanischen Winterquartier spielt hierbei eine wichtige Rolle. In manchen Jahren kommen viele Störche spät zurück und ziehen dann keinen Nachwuchs mehr auf. mehr Mehr

Film zur Kampagne „Born to travel“Film zur Kampagne „Born to travel“

Jedes Jahr legen Millionen von Vögel unglaubliche Strecken über Meere und Kontinente fort – um zu Überleben. Sehen Sie faszinierende Aufnahmen von ihrer weiten Reise. Die Kameras begleiten die Zugvögel direkt von ihrer Heimat in Europa bis nach Afrika. mehr Mehr

Ähnliche Projekte

Michael Kaatz, der unsere drei Störche mit den Sendern ausgestattet hat, ist auch im sachsen-anhaltinischen Loburg aktiv: mehr www.storchenhof-loburg.info

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