NABU.de Aktionen & Projekte Vogel des Jahres 2011 - Der Gartenrotschwanz Jahresvögel international

Die haben eine Meise!

Rauchschwalbe, Eisvogel und Weißflügelspecht

Erfolgreicher Exportartikel „Vogel des Jahres"

Kurz-Übersicht

Rauchschwalben im Stall

In Estland ist die Rauchschwalbe Vogel des Jahres 2011


10. Februar 2011 - Ob als Oiseau de l’année, Ave del Año, Ptaki roku (tschechisch) oder Gada putns (lettisch): Europaweit erfreut sich der „Vogel des Jahres“ zunehmender Beliebtheit, mehr als ein Dutzend Länder wählen jeweils ihren eigenen Jahresvogel. Selbst in Neuseeland und in Südafrika gibt es inzwischen einen „Bird of the Year“.

Doch wer hat’s erfunden? Anders als bei einem bekanntem Kräuterbonbon waren es beim Vogel des Jahres nicht die Schweizer, sondern die Deutschen, genauer gesagt die Baden-Württemberger. Hier fand nämlich 1970 mit dem Graureiher ein regionaler Jahresvogel-Probelauf statt, bevor der NABU – damals noch „Deutscher Bund für Vogelschutz“ (DBV) – dann 1971 den Wanderfalken zum ersten bundesweiten Vogel des Jahres kürte.

Deutschland und Österreich gemeinsam
Ebenso wie die österreichischen Vogelschützer und später auch Luxemburg stieg der schweizerische BirdLife-Partner SVS allerdings schon bald mit ein und übernahm jeweils den deutschen Jahresvogel auch für die Eidgenossenschaft. Inzwischen wählt der SVS einen eigenständigen Jahresvogel, während BirdLife Österreich weiterhin die Wahl des nördlichen Nachbarn übernimmt.

Kohlmeise

Jahressiegerin: 2011 wurde die Kohlmeise gleich in drei Ländern gekürt.

Außerhalb des deutschen Sprachraums hat sich der Vogel des Jahres vor allem im Osten zu einem ausgesprochenen Exportschlager entwickelt. Bereits kurz nach dem Fall des Eisernen Vorhangs rief der tschechische BirdLife-Partner seinen ersten „Vogel des Jahres“ aus, bald darauf folgten Slowenien, die drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen, schließlich auch Russland und die ehemaligen Sowjetrepubliken Weißrussland, Ukraine und inzwischen – mit Unterstützung des NABU – auch Armenien und Kasachstan sowie 2011 erstmals Usbekistan.

Als einziges skandinavisches Land kürt Norwegen bereits seit 1992 einen Vogel des Jahres. Im Westen dagegen gibt es den Jahresvogel nach NABU-Vorbild lediglich in Spanien und Portugal, während etwa in Frankreich oder in den angelsächsischen Ländern der Begriff „Vogel des Jahres“ nur im Zusammenhang mit besonders seltenen Beobachtungen oder Erstbeobachtungen in einem Jahr verwendet wird.

Häufige Vögel oder „Spitzenarten“?
Die meisten Länder küren der NABU-Linie folgend inzwischen eher häufige und damit für das allgemeine Publikum gut erlebbare Arten. Der spanische BirdLife-Partner SEO dagegen setzte lange konsequent auf den Ursprungsgedanken, nämlich ein Jahr lang für ausgesprochen seltene Arten Werbung zu betreiben und für diese Artenschutzprogramme anzustoßen. So kamen in Spanien „Spitzenarten“ wie Marmelente, Balearen-Sturmtaucher und Mönchsgeier zu Jahresvogelehren, 2011 ist es der Steinkauz.

Der Kakariki war Neuseelands Vogel des Jahres 2010.

Inzwischen gibt den „Vogel des Jahres“ auch außerhalb Europas. Während er in Südafrika nach europäischem Muster immer vorab bestimmt wird, lässt der neuseeländische BirdLife-Partner Royal Forest and Bird Protection Society den „Bird of the Year“ im erst im Herbst rückwirkend für das laufende Jahr küren. Dabei treten in einer Abstimmung zahlreiche Vogelarten gegeneinander an.

Nachtrag 25.11.11: 2011 gewann der der Pukeko – auf Deutsch als Purpurhuhn bekannt – vor dem Kakapo-Papagei und dem Hihi aus der Familie der Honigfresser. Der in diesem Jahr durch den Pflegefall „Happy Feet“ berühmt gewordene Kaiserpinguin schaffte es lediglich auf Platz zwölf. (elg)

Die Vögel des Jahres 2011 international


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