NABU.de Aktionen & Projekte Vogel des Jahres 2011 - Der Gartenrotschwanz Basisinfos
Basisinformationen zum Gartenrotschwanz
Gartenrotschwanz-Steckbrief
Farbenprächtig und gefährdet

Der Gartenrotschwanz ist ein typischer Singvogel. Der rote Schwanz ist charakteristisch und ist gleich für eine ganze Gattung namensgebend. Zu ihren nächsten Verwandten zählen recht unterschiedliche Arten wie die Schnäpper, Steinschmätzer oder das Rotkehlchen. Bei uns ist der Gartenrotschwanz als Insektenfresser ein Sommervogel, der den Winter in den Trocken- und Feuchtsavannen Zentralafrikas verbringt.
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Aussehen und Gesang
Knallig bunt mit schöner Stimme

Die roten Schwanzfedern sind wie für alle Rotschwänzchen auch für den Gartenrotschwanz ein typisches Kennzeichen – oft sieht man ihn auf einer Ansitzwarte auffällig mit seinem Schwanz zittern. Aber auch sonst ist zumindest das Vogelmännchen mit orangener brust, grauem Rücken und weißem Stirnband. Besonders früh am Morgen ist er vor allem durch seinen einprägsamen Gesang auszumachen.
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Verhalten & Lebensweise
Der Gartenrotschwanz-Sommer

Kaum sind die männlichen Gartenrotschwänze in ihre Brutgebiete nach Mitteleuropa zurückgekehrt, beginnen sie mit der Suche nach einem geeigneten Revier. Besonders attraktiv sind Gebiete mit vielen Höhlen zum Nisten und mit nur lückig bewachsenem Boden, der ihnen die Nahrungssuche erleichtert. Hier lassen sich die wenig scheuen Vögel oft aus nächster Nähe beobachten.
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Lebensraum & Verbreitung
Bewohner halboffener Landschaften

Mehr als die Hälfte des Brutareals des Gartenrotschwanzes liegt in Europa. Es erstreckt sich von Portugal und Spanien bis hoch in den Norden Norwegens und über die Türkei bis in den Kaukasus und hin zum Baikalsee. In Mitteleuropa beherbergen Deutschland und Frankreich die meisten Gartenrotschwänze. Er zählt daher zu den Arten, für die wir in Deutschland eine besondere Verantwortung tragen.
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Familienleben
Fortpflanzung beim Gartenrotschwanz

Kaum wieder im Brutgebiet angelangt, beginnt das Gartenrotschwanz-Männchen ein Weibchen für sich zu gewinnen. Ist ihr Interesse nach tage- bis wochenlangem Gesang geweckt und die Bruthöhle auswählt baut das Weibchen ein lockeres Nest aus verdorrtem Gras, Moos, Wurzeln, Haaren, Federn oder Fasern. Anfang bis Mitte Mai legt es sechs bis sieben strahlen blaue Eier und bebrütet sie 13 bis 14 Tage lang. Dann schlüpfen die Jungen.
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„Zu nichts zu gebrauchen, als zum Singen“
Historische Betrachtungen zum Gartenrotschwanz

Andere Zeiten, andere Irrtümer. Vielen heutigen Zeitgenossen fällt es schwer, Haus- und Gartenrotschwanz auseinanderzuhalten. In der Antike hielt man den Gartenrotschwanz sogar für die Sommervariante des Rotkehlchens. Lange galten Rotschwänzchen auch als „eine angenehme und wohlschmeckende Speise“ und noch häufiger wurden sie ihres schönen Gesangs wegen als Käfigvögel gehalten.
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Der Hausrotschwanz
Der nahe Verwandte des Gartenrotschwanzes ist häufig anzutreffen

In Städten und Dörfern, auf Dachgiebeln, Schornsteinen und im angrenzenden Offenland ist ein naher Verwandter deutlich häufiger zu beobachten: der Hausrotschwanz. Ursprünglich stammt er aus felsigen Bergregionen. Dort trifft man ihn auch heute noch oft an. Doch als Kulturfolger hat er sich unsere Siedlungen als „Ersatzfelsen“ erobert und ist bis in die Innenstädte vorgedrungen.
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Zugvogel im Klimawandel
Reise in die afrikanische Savanne mit vielen Gefahren

Als Insektenfresser lebt der Gartenrotschwanz nur im Sommerhalbjahr bei uns. Den Winter verbringt er in den afrikanischen Savannen südlich der Sahara. Damit zählt der Gartenrotschwanz zu den Langstreckenziehern, die auf dem Weg in ihr Winterquartier die große afrikanische Wüste überqueren müssen. Vorher bewältigen sie auf dem 6.000 bis 8.000 Kilometer langen Zugweg die Alpen und das Mittelmeer.
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Gefährdung
Ein Leben voller Risiken

Bis in die 1950er Jahre war der Gartenrotschwanz ein häufiger Vogel in Mitteleuropa. Inzwischen ist er in vielen Regionen selten geworden. Sein Bestand in Deutschland wird auf 110.000 bis 160.000 Brutpaare geschätzt – vergleichbar mit Arten wie Neuntöter, Wiesenpieper oder Nachtigall. In seinem Brutgebiet fallen häufig Nistplätze neuen Wohngebieten zum Opfer und auch der Zug birgt viele Gefahren.
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Hilfe für den Gartenrotschwanz
Vielfalt ist gefragt

Im Großen wie im Kleinen kann viel getan werden, um die Lage für den Gartenrotschwanz zu verbessern. Das gilt besonders für Gebiete, in denen der Gartenrotschwanz heute noch brütet. Leicht ist ihm geholfen, wenn man im eigenen Garten heimische Gehölze pflanzt, alte Bäume erhält, Trockenmauern anlegt und – besonders wichtig – auf Insekten- und Pflanzengifte verzichtet. Auch ein Nistkasten kann ein Gartenrotschwanzheim werden.
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