NABU.de Aktionen & Projekte Vogel des Jahres 2006 - Der Kleiber Kartierungsergebnisse

Der Kleiber im positiven Trend

"Vogel des Jahres 2006" profitiert von naturnäherer Laubwald-Bewirtschaftung

von Markus Nipkow und Christoph Sudfeldt


Kleiber

Im Jahr des Kleibers hatte der NABU gemeinsam mit dem Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) zu einer Bestandserfassung des kleinen Kletterkünstlers aufgerufen. An den Untersuchungen haben sich zahlreiche Vogelfreunde beteiligt, wenngleich wir uns eine noch höhere Beteiligung gewünscht hätten. Besonders die ehrenamtlichen Mitarbeiter an den bundesweiten Monitoringprogrammen des DDA haben viele Beobachtungen beigesteuert, mit denen die Bestandsentwicklung des Kleibers fortgeschrieben werden konnte.



Abb.: Bestandsentwicklung des Kleibers in Deutschland. Basis: DDA-Monitoring häufiger Vogelarten (Koordination und Auswertung: Martin Flade & Johannes Schwarz, siehe auch www.dda-web.de), Stand Dezember 2006. NW-D umfasst alle westlichen Bundesländer mit Ausnahme Baden-Württembergs und Bayerns, die den Trend für SW-D abbilden. NO-D umfasst alle ostdeutschen Bundesländer einschließlich Berlin.

Kleiber

Seit Anfang der 90er Jahre hat der Kleiber bundesweit um etwa zwölf Prozent zugenommen, jährlich um durchschnittlich 0,8 Prozent. Der langfristig gesehen leicht positive Trend ist vermutlich auf eine naturnähere Bewirtschaftung von Laubwäldern zurückzuführen. Ob sich der seit Mitte dieses Jahrzehnts deutlich verstärkte Holzeinschlag in diesen Wäldern negativ auf die Bestandsentwicklung dieser Indikatorart auswirken wird, werden Kartierungen in den kommenden Jahren zeigen.

Kleiber

Die Bestandsentwicklung von Waldvögeln, die im Winter hauptsächlich Samen fressen, schwankt allerdings auch in Abhängigkeit von den Waldbaum-Fruktifikationen des Vorjahres, weshalb langfristige Trends von kurzfristig gegenläufigen verdeckt werden können. So ergaben Kartierungen auf 276 jeweils 100 Hektar großen Probeflächen, die sowohl 2005 als auch 2006 bearbeitet wurden, dass 2006 mit insgesamt 465 Kleiberrevieren ein Jahr mit eher geringeren Beständen im Vergleich zum Vorjahr mit 509 Revieren war.

Einzelne NABU-Gruppen berichteten auch über spezielle Kartierungen in von ihnen betreuten Waldgebieten. Hier wurden in 18 verschiedenen Untersuchungsgebieten zusammen 323 Hektar kartiert. Viele der besuchten Wälder waren ältere Baumbestände oder besaßen zumindest einzelne ältere Bäume, zumeist Eichen. Laub- und Nadelhölzer waren etwa zu gleichen Teilen vertreten. Etwa die Hälfte der Kleiberpaare hatte einen der angebotenen Nistkästen als Bruthöhle gewählt. Die übrigen bevorzugten natürliche Baumhöhlen. Im Durchschnitt siedelten in den durch künstliche Höhlen gestützten Wäldern auf zehn Hektar Wald 2,7 Brutpaare. Dieser Wert lässt auf recht gute Lebensraumverhältnisse in den untersuchten Gebieten schließen. In Optimalbiotopen mit Naturhöhlen liegt die Bestandsdichte bei ein bis zwei Paaren je zehn Hektar.

Wir möchten uns bei allen Mitwirkenden aus den Reihen des NABU und des DDA herzlich für die Mitarbeit bedanken und würden uns sehr freuen, möglichst viele auch bei der diesjährigen Turmfalkenkartierung begrüßen zu dürfen.

Beitrag erstellt am 3. Mai 2007.

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