NABU.de Aktionen & Projekte Vogel des Jahres 1989 - Der Teichrohrsänger

Der Teichrohrsänger

Der Teichrohrsänger

Vogel des Jahres 1989

Teichrohrsänger

Teichrohrsänger




Als streng an Schilf und andere Röhrichte gebundene Vogelart steht der Teichrohrsänger für eine ganze Lebensgemeinschaft von Pflanzen und Tieren, die vor allem durch Entwässerungsmaßnahmen, Uferverbauung und Eutrophierung der Gewässer bedroht ist.

Name und Verwandtschaft
Der Teichrohrsänger (Acrocephalus scirpaceus) gehört zur Familie der Grasmückenartigen (Sylviidae) und ist, wie alle Rohrsänger, an mehr oder weniger senkrechte Strukturelemente von Pflanzengesellschaften aus Feuchtgebieten angepasst. Sein nächster Verwandter ist der Sumpfrohrsänger.

Kennzeichen
Der Teichrohrsänger ist etwa 13 Zentimeter groß und 12 Gramm schwer. Die Oberseite seines Gefieders ist einfarbig rötlichbraun, die Unterseite grauweiß. Er ist leicht mit seinem Verwandten, dem Sumpfrohrsänger, zu verwechseln. Charakteristisch für den Teichrohrsänger ist sein Verhalten im Schilf: statt zu fliegen, klettert er meist geschickt auf und ab oder hüpft von einem Halm zum anderen.

Stimme
Seine Ruf sind, wie sein Äußeres, kaum von denen des Sumpfrohrsängers zu unterscheiden. Aneinander gereihte und mehrfach wiederholte Elemente, wie tschir, tiri, djäg und tschret charakterisieren seinen rhythmischen, schier endlosen Gesang.

Nahrung
Der Teichrohrsänger ernährt sich von kleinen Insekten, Spinnen und Schnecken aus dem Röhricht und der angrenzenden Gebüschzone.

Lebensraum
Der gut getarnte Teichrohrsänger ist eng an vertikale Strukturelemente des Röhrichts gebunden und bevorzugt dichte Schilf-Biotope.

Teichrohrsänger

Fortpflanzung
Ende April kehren die ersten Vögel aus ihren südlich des Äquators gelegenen Winterquartieren zurück. Bald darauf baut der Rohrsänger sein fein gewebtes Nest, das an mehreren Röhrichthalmen aufgehängt ist. Die Brutzeit dauert von Ende Mai bis in den August und beginnt mit der Ablage von meist vier weißlichen olivbraun-gefleckten Eiern. Die Bebrütung und die Nestlingszeit ist mit jeweils neun bis zwölf Tagen relativ kurz. Trotzdem entstehen oft hohe Brutverluste (rund 55 Prozrnt), so dass oft mehrere Nachgelege erfolgen.

Verbreitung
Der Teichrohrsänger ist in zwei Unterarten von West-Europa und Nordwest-Afrika bis West- und Zentral-Russland und davon räumlich getrennt vom Wolgadelta und Kleinasien bis Mittelasien verbreitet. Im Norden erreicht die Art nur etwa den 50. bis 52. Breitengrad.

Bestand
Der europäische Gesamtbestand wird auf 2,7 bis 5 Millionen Brutpaare geschätzt, mit Schwerpunkten in Rumänien, Schweden und Russland. In Mitteleuropa leben 120.000 bis 250.000 Brutpaare, die Mehrzahl davon in Deutschland. Das bedeutendste Brutvorkommen Mitteleuropas am Neusiedlersee umfasst 130.000 Paare. Die Bestandsentwicklung ist seit Jahren tendenziell leicht negativ.

Gefährdung
Rohrsänger sind vor allem durch Entwässerungsmaßnahmen, Uferverbauungen und die zunehmende Eutrophierung der Gewässer gefährdet. Stickstoffeintrag bei der landwirtschaftlichen Düngung und die Phosphatlast unserer Waschmittel in die Gewässer tragen ebenfalls zum Bestandsrückgang bei.

Forderungen zum Schutz
Die menschliche Einflussnahme in einigen vom Teichrohrsänger besiedelten Strukturen ist so bedeutsam, dass längerfristige Maßnahmen zum Schutz und zur Erhaltung der betroffenen Röhrichtbestände erforderlich sind. Verbliebene Feuchtgebiete müssen erhalten werden sowie die Gewässerqualität durch reduzierten Eintrag von Düngern, Phosphaten und Bioziden verbessert werden. Wasserbaumaßnahmen sollten ökologisch verträglich gestaltet werden, Landwirtschaft extensiviert und neue Feuchtbiotope geschaffen werden.

mehr Zur Jahresvögel-Übersicht

Online spenden

 

NABU Regional

NABU Regional Schleswig-Holstein Hamburg Mecklenburg-Vorpommern Berlin Brandenburg Sachsen Sachsen-Anhalt Thüringen Bremen Nordrhein-Westfalen Hessen Saarland Baden-Württemberg Bayern Rheinland-Pfalz Niedersachsen
Niedersachsen
Rheinland-Pfalz
Saarland
Baden-Württemberg
Bayern
Schleswig-Holstein
Hamburg
Berlin
Mecklenburg-Vorpommern
Brandenburg
Sachsen
Sachsen-Anhalt
Thüringen
Bremen
Nordrhein-Westfalen
Hessen

Zentren
Schutzgebiete
Gruppen

 

Service

E-Cards

Versenden Sie ganz persönliche Naturgrüße an Freunde und Bekannte

NABU E-Cards

Podcasts

Ab sofort gibt es den NABU zum Hören. Vogelstimmen, Musik und Interviews machen den Podcast zu einem wahren Vergnügen fürs Ohr.

NABU Podcast zum Hören

NABU-Newsletter

Jeden Freitag neu - mit Terminen und Nachrichten aus Ihrer Region.

NABU-Desktopvorlagen

Verbandsnetz

Das gemeinsame Netzwerk für alle Aktiven in NABU, NAJU und LBV

NABU-Verbandsnetz

 

Vogel des Jahres

Dohle

Die Dohle ist Vogel des Jahres 2012. Mehr

 

Stunde der Gartenvögel 2012

Rotkehlchen

Am 11., 12. oder 13. Mai zählen und bis 21. Mai melden. Mehr

 

Sie können helfen

Blaumeise

Unterstützen Sie den NABU beim Vogelschutz! Mehr

 

Vogelfreund werden

Facebook Vogelfreunde

„Vogelfreunde“ bei Facebook: Für alles, was Federn hat Mehr

 

Vogelstimmen-Quiz

NABU-Vogelstimmenquiz

Lernen Sie die Stimmen der 40 häufigsten Gartenvögel kennen. Mehr

 

Online-Vogelführer

Online-Vogelführer

Mit wenigen Klicks 250 heimische Arten einfach online bestimmen. Mehr