NABU.de Aktionen & Projekte Vogel des Jahres 1978 - Der Kranich
Mit Federbusch und rotem Scheitel
Mit Federbusch und rotem Scheitel
Der Kranich, Vogel des Jahres 1978
Als der Kranich 1978 zum Vogel des Jahres gewählt wurde, zählte er zu den seltensten Vogelarten (West-)Deutschlands. Intensive Bemühungen um seinen Schutz haben dazu beigetragen, dass er sich von diesem Bestandstief erholen konnte und heute wieder rund 6.000 Kranichpaare bei uns brüten.
Name und Verwandtschaft
Der Graue Kranich - im allgemeinen nur als Kranich (Grus grus) bezeichnet - ist neben dem auf Russland, die Ukraine und die Türkei beschränkten Jungfernkranich (Anthropoides virgo) der einzige Vertreter aus der Familie der Kraniche (Gruidae) im europäischen Raum. Diese wiederum zählen zur Ordnung der Rallen und Kranichvögel (Gruiformes).
Kennzeichen
Der langbeinige und langhalsige Kranich besitzt ein aschgraues Gefieder mit schwarz-weißer Kopfzeichnung und roter Scheitelplatte. Verlängerte Ellbogenfedern bilden einen Federbusch. Neben seinem Äußeren macht der Kranich durch den schmetternden Klang seiner Rufe in der Luft auf sich aufmerksam, was besonders eindrucksvoll bei der Rückkehr aus seinem Winterquartier zu erleben ist.
Lautäußerungen
Bei der Balz erinnert seine Stimme an ein trompetenartiges Schmettern aus langen und kurzen, aneinandergereihten gruh Lauten. Im Flug sind ähnliche Rufe zu vernehmen.
Nahrung
Der Kranich ernährt sich sowohl tierisch als auch pflanzlich. Der pflanzliche Anteil setzt sich in Mitteleuropa hauptsächlich aus Feldpflanzen, Beeren, Getreide, Erbsen, Bohnen und liegen gebliebene Kartoffeln zusammen. Tierische Nahrungsbestandteile sind vor allem größere Insekten, Regenwürmer, Mollusken und kleine Wirbeltiere.
Lebensraum
Der Kranich brütet bevorzugt auf feuchten bis nassen Flächen wie Hochmooren und Feuchtwiesen. Außerhalb der Brutzeit sucht er seine Nahrung häufig auf Feldern und Wiesen. Als Rastplätze dienen weite, offene Flächen, als Schlafplätze häufig Seichtwasser oder Sumpfgebiete. An den Schlafplätzen ist Störungsfreiheit eine Grundvoraussetzung.
Fortpflanzung
Der Kranich baut sein Nest am Boden - meist in feuchtem bis nassem Gelände. Sein Gelege besteht meist aus zwei oliv bis rötlichbraunen, graubraun gefleckten Eiern. Der Legebeginn ist überwiegend im April, die Brutdauer beträgt etwa 30 Tage. Die Kranich-Küken verlassen das Nest bereits nach 24 Stunden und sind nach neun Wochen über kürzere Strecken flugfähig. Der Familienverband hält oft noch bis zum Winterquartier zusammen. Bei frühem Gelegeverlust sind Nachgelege üblich. Kranichpaare bleiben meist ein Leben lang beisammen.
Verbreitung
Das Areal des Kranichs umfasst den größten Teil der Waldtundra und der Wald- und Waldsteppenzone Eurasiens von Nord- und Mittel-Europa bis nach Ost-Sibirien. Im Süden ereicht die Art mit isolierten Populationen das Mittelmeergebiet (Frankreich und Türkei). Im Norden verläuft die Arealgrenze etwa am 66. Breitengrad.
Bestand
Europäische Verbreitungsschwerpunkte sind Russland und Schweden. Weitere bedeutende Populationen gibt es in Finnland, Norwegen, den baltischen Ländern und Polen. Der Gesamtbestand in Europa wird mit 74.000 bis 110.000 Brutpaaren angegeben, wobei ein hoher Nichtbrüteranteil zu beachten ist. In Deutschland brüten heute wieder rund 7.000 Paare, die Schwerpunkte liegen in Mecklenburg-Vorpommern mit 3.000 Paaren und Brandenburg mit 2400 Paaren. Die bedeutendsten deutschen Rastgebiete befindet sich in der Rügen-Bock-Region an der Vorpommerschen Ostseeküste sowie im brandenburgischen Rhin- und Havelluch. Zum Höhepunkt der Rast halten sich hier je rund 70.000 Kraniche auf.
Gefährdung
Gefährdungsursachen für den Kranich sind:
- Lebensraumzerstörung durch Entwässerung, Denaturierung von Mooren, Aufforstungen und Versiegelung
- Störungen in den Brutgebieten, etwa durch Übererschließung mit Wegen
- Direkte Verfolgung
- Elektrische Freileitungen
Forderungen zum Schutz
Vordringlich für den Schutz des Kranichs ist die Erhaltung bzw. Wiederherstellung naturnaher Flussniederungen, extensiv genutzter Feuchtwiesen, staunasser Bruchwälder und Niedermoore. Die bedeutendsten Brut-, Rast- und Überwinterungsgebiete sind auch formal unter Schutz zu stellen.
Mehr zum Thema Kraniche und Kranichzug
Zurück zur Jahresvögel-Übersicht
Mehr zum Kranich
Hilfe für die Vögel des Glücks
Es gibt Zugvogelarten, für deren Schicksal wir n Deutschland besondere Verantwortung tragen. Zu ihnen zählt einer der eindrucksvollsten Vögel überhaupt - der Kranich. Rund 7.000 Brutpaare leben heute in den verbliebenen Bruchwäldern, Feldsöllen und Auen Nord- und Mitteldeutschlands.
Mehr
Werden Sie Kranichzähler
Melden Sie dem NABU Ihre Kranich-Beobachtungen. Je mehr Daten über das Zugverhalten zusammenkommen, desto bessere Aussagen können getroffen werden. Nur wenn wir wissen, wo die Kraniche sich aufhalten, können wir vor Ort aktiv Schutzmaßnahmen ergreifen.
Mehr
Trompetenrufe im Nebel
Alljährlich im Oktober und November können Naturfreunde das großartige Schauspiel ziehender Kraniche am Himmel beobachten. Der größte Kranichsammelplatz liegt rund um das brandenburgische Linum. Tierfilmer Daniel Samanns war vor Ort und hat das beeindruckende Spektakel gefilmt.
Mehr
Balzende und fliegende Kraniche
Ende Februar/Anfang März kehren die ersten Zugvögel aus dem Süden zurück nach Deutschland. Ein besonderer Höhepunkt am Himmel sind dabei die Kraniche. Lautes Trompeten aus der Höhe macht auf die Keilformation der Vögel aufmerksam und lässt auf längere und sonnige Tage hoffen.
Mehr

NABU Regional
Service
E-Cards
Podcasts
Ab sofort gibt es den NABU zum Hören. Vogelstimmen, Musik und Interviews machen den Podcast zu einem wahren Vergnügen fürs Ohr.
NABU-Newsletter
Verbandsnetz
Vogel des Jahres
Die Dohle ist Vogel des Jahres 2012. Mehr
Stunde der Gartenvögel 2012
Am 11., 12. oder 13. Mai zählen und bis 21. Mai melden. Mehr
Sie können helfen
Unterstützen Sie den NABU beim Vogelschutz! Mehr
Vogelfreund werden
„Vogelfreunde“ bei Facebook: Für alles, was Federn hat Mehr
Vogelstimmen-Quiz
Lernen Sie die Stimmen der 40 häufigsten Gartenvögel kennen. Mehr
Online-Vogelführer
Mit wenigen Klicks 250 heimische Arten einfach online bestimmen. Mehr






