NABU.de Aktionen & Projekte Stunde der Gartenvögel Die 40 häufigsten Gartenvögel Der Buntspecht
Trommeln statt singen
Trommeln statt singen
Der Buntspecht (Picoides major)
Unter den Spechten ist der etwa amselgroße Buntspecht der häufigste in Deutschland. Sein farbenfrohes schwarz-weiß-rotes Gefieder macht ihn zu einer auffälligen Erscheinung - wenn er nicht gerade versucht, sich auf der Rückseite eines Stammes unseren Blicken zu entziehen.
Das Männchen ist an seinem roten Nackenfleck vom Weibchen recht leicht zu unterscheiden. Bei den Jungvögeln besitzen beide Geschlechter überraschenderweise zunächst einen komplett roten Scheitel. Dann ähneln sie dem nah verwandten Mittelspecht, der jedoch fast ausschließlich in Wäldern und Parks mit alten Eichen beheimatet ist.
Einmal entdeckt, warnt der Buntspecht oft mit einem kräftigen "kix". Zum akustischen Repertoire zählt außerden das Trommeln. Je nach Beschaffenheit des Holzes kann der Klang variieren. Ein Trommelwirbel dauert beim Buntspecht etwa zwei Sekunden und besteht aus 10 bis 16 Schlägen. Bei den Weibchen ist er etwas kürzer.
Wer einen Buntspecht im Garten zu Gast haben möchte, der sollte nicht jeden abgestorbene Ast an seinen Bäumen entfernen. Schon weniges und selbst recht schwaches Totholz wirkt bereits wie ein Magnet auf den Specht. Und wir können ihn in Ruhe und aus nächster Nähe beobachten.
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Kontrastreicher Senkrechtturner
Von allen heimischen Spechten ist der etwa amselgroße Buntspecht der häufigste. In Mitteleuropa kommt der Buntspecht in verschiedenen Waldtypen vor. Auch Parks, Friedhöfe, Feldgehölze und baumbestandene Gärten geben ihm ganzjährig eine Heimat, wenn er dort Totholz findet.
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Trommler, Schmied und Zimmermann
Ein Specht, dem es gerade zum Trommeln zu Mute ist, fliegt an einen günstigen Ast, setzt sich zurecht, plustert das Gefieder, senkt den Schnabel lotrecht auf die Trommel und schlägt seinen Wirbel. Die Trommelwirbel der verschiedenen Spechtarten sind sehr unterschiedlich.
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Schau mal, wer da klopft...
Spechte können Schwierigkeiten bereiten, wenn sie an gerade neu mit Styropor eingekleideten Fassaden hacken. Diese Isolierung fühlt sich ähnlich an wie weißfaules Buchenholz und vermutlich empfindet der Specht ähnlich. Klopft er gegen diese Fassaden, ist es für ihn so, als wäre morsches Holz darunter.
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Die liebe Verwandtschaft
Heimische Spechtvielfalt
Der Grünspecht ist ein Ameisenspezialist. Mit seiner langen Leimrutenzunge züngelt er in die Ameisengänge und holt Larven und Ameisen heraus. Im Winter findet er die Ameisenhügel sogar unter dem Schnee. Der Grünspecht bewohnt lichte Wälder und Streuobstwiesen. Vorkommen: 23.000 bis 35.000 Paare, Status: RL V (Vorwarnliste), da Bestandabnahme seit 1975 um über 20 Prozent.
Grauspecht
Der Grauspecht ist ein besonders naher Verwandter des Grünspecht, so dass es gelegentlich zu Mischpaaren kommt. Grauspechte jedoch sind mehr Waldspechte als die Grünspechte. Ihr Speisezettel ist zudem außerhalb der Brutperiode reichhaltiger als beim Vorkommen: 12.500 bis 18.000 Paare, Status: RL V (Vorwarnliste), da Bestandabnahme seit 1975 um über 20 Prozent.
Der Buntspecht ist der typische Specht unserer Wälder. Er kommt in sehr unterschiedlichen Lebensräumen vor - nur Bäume müssen vorhanden sein. Seine Fähigkeit zu schmieden, also Nüsse und Zapfen als Nahrungsquellen zu erschließen, lässt ihn auch den Winter gut überstehen. Vorkommen: 450.000 bis 830.000 Paare, Status: nicht gefährdet und stabiler Bestand.
Mittelspecht
Mittelspechte scheinen bei uns stark an rauborkige Bäume gebunden zu sein. In Deutschland sind das fast ausschließlich Eichen. Mittelspechte sammeln viel. Sie trommeln fast nie, sondern lassen einen quäkenden Gesang hören. Vorkommen: 9700 bis 16.000 Paare, Status: Status: RL V (Vorwarnliste), da starke Bestandabnahme nach 1970, derzeit aber stabil.
Kleinspechte sind rund 25 Gramm schwere Winzlinge (Buntspecht 90 Gramm, Grünspecht 250 Gramm). Sie leben in lichten Waldbereichen, im Streuobst, im Auwald und in Parkanlagen. Oft sind die Höhlen weit oben in den Kronen. Bei ihnen konnte nachgewiesen werden, dass Spechte nicht immer so monogam sind, wie man bislang glaubte. Vorkommen: 16.000 bis 32.000 Paare, Status: nicht gefährdet und stabiler Bestand.
Der Schwarzspecht ist so groß wie eine Krähe und bis auf das Rot am Kopf ist sein Gefieder durchgehend schwarz. Schwarzspechte waren vor hundert Jahren sehr viel seltener als heute. Zum Brüten bevorzugen sie alte Bäume, oft Buchen. Bei der Nahrungssuche jedoch werden nadelholzbewohnende Käferlarven bevorzugt. Vorkommen: 28.000 bis 44.000 Paare, Status: nicht gefährdet und stabiler Bestand.
Dreizehenspecht
Dem Dreizehenspecht sagen Fichtenbestände mit hohem Totholzanteil zu. Im Schwarzwald war der Dreizehenspecht lange ausgestorben, doch vor wenigen einigen Jahren hat sich eine kleine Population neu angesiedelt - vermutlich als Folge des Waldsterbens. Sollte man alles Totholz entfernen, wird auch der Dreizehenspecht wieder verschwinden. Vorkommen: 720 bis 1030 Paare, Status: RL R - wegen sehr kleinem Bestand und regional begrenzter Verbreitung.
Weißrückenspechte bewohnen in Mitteleuropa besonders Bergwälder mit hohem Laubholzanteil. Sie haben einen mächtigen Schnabel, bevorzugen zum Höhlenbau aber trotzdem stark angemoderte Stämme. Vorkommen: 250 bis 400 Paare, Status: RL R - wegen sehr kleinem Bestand und regional begrenzter Verbreitung.
Der Wendehals ist kein Specht im engeren Sinne, er gehört innerhalb der Spechte zur Unterfamilie der Wendehälse, von denen es weltweit überhaupt nur zwei Arten gibt. Wendehälse können keine Höhlen bauen. Im Gegensatz zu Spechten brüten sie oft zweimal im Jahr und sind Zugvögel. Vorkommen: 12.000 bis 21.000 Paare, Status: RL 3 - gefährdet wegen Bestandsabnahme um über 25 Prozent seit 1975.
Bestands- und Rote-Liste-Angaben nach 3. Roter Liste der Brutvögel Deutschlands vom 8.5.02.
Die 40 häufigsten Gartenvögel im Überblick
Die Erstellung dieses Steckbriefes wurde aus Mitteln der Umweltlotterie BINGO! gefördert.

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