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Riesenbanner auf Deutschlandtour

Deutschland betoniert sich zu

Alle zehn Minuten zerstören wir Landschaft in der Größe eines Fußballfeldes

10. Mai 2011 - Mit einem 625 Quadratmeter großen Riesen-Banner hat der NABU auf den alarmierenden Landschaftsverbrauch durch den Bau von Wohnhäusern, Straßen und Gewerbegebieten aufmerksam gemacht. Auf dem Berliner Schlossplatz entrollten NABU-Aktive und Bürgermeister von NABU-Partnerkommunen innerhalb von 60 Sekunden das Banner, dessen Größe dem aktuellen Landschaftsverbrauch in Deutschland pro Minute entspricht.


Die von ohrenbetäubendem Baulärm untermalte Aktion stand unter der Schirmherrschaft von Bundesforschungsministerin Annette Schavan und symbolisierte den „30-Hektar-Tag“. Die Bundesregierung hatte sich bereits 2002 zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2020 den täglichen Flächenverbrauch auf 30 Hektar zu reduzieren – das entspricht etwa vierzig Fußballfeldern. „Aber tatsächlich zerstören wir immer noch jeden Tag knapp 100 Hektar unserer Landschaft, also mehr als drei Mal so viel“, betonte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Das muss sich ändern, denn Deutschland betoniert sich gnadenlos zu.“

Der NABU wählte den 10. Mai bewusst für die eindrucksvolle Aktion, denn schon an diesem „30-Hektar-Tag“ war die gesamte Jahresfläche des Nachhaltigkeitsziels der Regierung aufgebraucht. Das heißt, ab sofort müssten die Schaufelbagger, Planierraupen und Betonmischer für den Rest des Jahres in Deutschland stillstehen. „Wenn im Bewusstsein der Menschen die Fläche den Wert eines kostbaren Rohstoffs erlangt hat, ist mit einem Umdenken zu rechnen“, sagte Ministerin Schavan. „Die Forschungsförderung meines Hauses zum nachhaltigen Flächenmanagement hat gezeigt, wie wichtig hier bewusstseinsbildende Kommunikation ist. Dazu gehört auch der 30-Hektar-Tag“.

30ha Plakat

Das Riesenplakat wird durch die REFINA-Partnerkommunen wandern.

Auf kommunaler Ebene hat man bereits mit konkreten Maßnahmen begonnen, erklärte Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer: „Über konsequente Innenentwicklung, wie die Umnutzung aufgegebener Kasernenstandorte, haben wir es geschafft, den Landschaftsverbrauch in Tübingen auf nahezu null zu reduzieren“.

In den nächsten Wochen wird das Riesen-Banner durch die NABU-Partnerkommunen wandern und den Bürgern vor Ort illustrieren, dass sich Flächenmanagement lohnt. Im nächsten Jahr wird der NABU die Aktion fortführen, kündigte Miller an. Dann hoffentlich mit einem Banner, das kleiner ist als 625 Quadratmeter und zu einem Zeitpunkt, der deutlich später im Jahr liegt als der 10. Mai.

Für Rückfragen:
Stefanie Röder
NABU-Referentin für nachhaltige Siedlungsentwicklung
Tel. 030-284984-1630
Stefanie.Roeder@NABU.de

Download:

NABU-Impuls Stadt-Land-Fläche zum 30-Hektar-Tag
Video von der Aktion:

Riesenbanner auf Deutschlandtour

Banner gegen Flächenverbrauch reist durch Partnergemeinden

Tour de Banner

Das Banner wurde an sechs Stationen ausgerollt. Klicken Sie auf die Karte, um die Großansicht zu erhalten.

Direkt im Anschluss an unsere Auftaktaktion auf dem dem Berliner Schlossplatz wurde das 625 Quadratmeter große Banner gegen Flächenverbrauch auf Deutschlandreise durch sechs NABU-Partnerkommunen geschickt:

  • 12. Mai: Kaiserslautern
  • 14. Mai: Wallmerod, Westerwald
  • 17. Mai: Hüfingen, Schwarzwald
  • 19. Mai: Streufdorf, Thüringen
  • 9. Juni: Barnstorf, Niedersachsen
  • 11. Juli: Tübingen, Baden-Württemberg

Vor Ort wurde das Banner von Vertretern der Kommunalpolitik und der Bürgerschaft erneut ausgerollt und in lokale Aktionen eingebettet, die für die Problematik des anhaltend hohen Flächenverbrauchs sensibilisieren.

Die Aktion verdeutlicht, dass bundesweit immer mehr Kommunen die Gefahren einer auf Außenwachstum angelegten Siedlungsentwicklung erkannt haben, und als Alternative dazu über verstärkte Innenentwicklung aktives „Flächensparen“ praktizieren.

Um die gesellschaftliche Wahrnehmung für das Problem des Landschaftsverbrauchs zu steigern, soll in den kommenden Jahren die Zahl der an der Bundesaktion teilnehmenden Kommunen stetig wachsen. Immer mehr Kommunen sollen inspiriert werden, über Innenentwicklung die Lebensqualität in den Ortskernen zu sichern, und dabei gleichzeitig ihren Beitrag zur Erreichung des 30-Hektar-Ziels zu leisten.

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