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Atomboss wird „Dinosaurier des Jahres 2010”

Atomboss wird „Dinosaurier des Jahres 2010”

NABU vergibt Negativpreis an RWE-Chef Jürgen Großmann

29. Dezember 2010 - Der NABU hat RWE-Chef Jürgen Großmann mit dem „Dinosaurier 2010“ – Deutschlands peinlichstem Umweltpreis – ausgezeichnet. Der Vorstandsvorsitzende des Essener Stromkonzerns erhält die Trophäe für die Aufkündigung des Atomkonsenses in Deutschland. „Mit seiner hemmungslosen und provozierenden Beeinflussung der Bundesregierung für die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke, die im Spätsommer in einer von ihm initiierten Anzeigenkampagne gipfelte, hat sich Herr Großmann den Preis in diesem Jahr redlich verdient“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Zitate von Großmann
Jürgen Großmann

„Wenn wir unsere Importabhängigkeit nicht noch weiter erhöhen wollen, brauchen wir Kernkraftwerke.“

„Für die Endlagerung gibt es technisch funktionierende Konzepte.“

„Wer die Rücknahme der Laufzeitverkürzung ablehnt, muss offen sagen, dass er höhere Preise will.“

>>Mehr Zitate und Antworten vom NABU

Jürgen Großmann stehe damit in direkter Tradition des ehemaligen RWE-Bosses Harry Roels, der bereits 2006 für den Antrag auf Laufzeitverlängerung für den Schrott-Reaktor Biblis A mit dem Dino ausgezeichnet worden ist.

„Die RWE-Spitze hat nichts dazu gelernt. Aus reinem Machtkalkül und Profitstreben wird an einer Risikotechnologie festgehalten und gleichzeitig der notwendige Aus- und Umbau einer umweltfreundlichen Energieversorgung in Deutschland ausgebremst“, so Tschimpke. Das Kerngeschäft von RWE sei die Energieerzeugung mit Risiko- und klimaschädlicher Technologie: Atomkraft und Kohle.

Der Anteil von Strom aus erneuerbaren Energien in der RWE-Angebotspalette liegt bei gerade einmal drei Prozent, wobei ein Großteil von alten Wasserkraftanlagen bereitgestellt wird. Vor allem profitiert der Konzern von der von Schwarz-Gelb beschlossenen Laufzeitverlängerung für Atommeiler. Nach Berechnungen des Öko-Instituts kann RWE durch das beschlossene Laufzeitplus von im Schnitt zwölf Jahren mit Zusatzgewinnen von über 17 Milliarden Euro rechnen – und das selbst nach Abzug von Zahlungen wie der Brennelementesteuer.

Atomkraftwerk Biblis

In den vergangenen drei Jahrzehnten sind in Biblis A und B über 730 meldepflichtige Störfälle aufgetreten.

Doch damit nicht genug: Kurz vor der Einführung der Steuer auf Kernbrennstoffe zur Abschöpfung der Zusatzgewinne aus den längeren Laufzeiten hat der Konzern gleich über 90 Brennelemente im hessischen Atomkraftwerk Biblis B ausgetauscht, um Steuerzahlungen in Millionenhöhe zu sparen. Tschimpke: „RWE war der erste Konzern, der die bei der Laufzeitverlängerung ausgehandelte Brennelementesteuer gleich wieder ausgehebelt hat. Hier wird getrickst und getäuscht: Herr Großmann und RWE haben jede Glaubwürdigkeit verspielt.“Allein in den vergangenen drei Jahrzehnten sind in Biblis A und B über 730 meldepflichtige Störfälle aufgetreten.

Auch in punkto Klimaschutz hat das Essener Energieunternehmen so gut wie nichts zu bieten. „Der deutsche Konzern ist mit 150 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Ausstoß pro Jahr in Europa der größte Produzent schädlicher Treibhausgase“, so der NABU-Präsident.

Downloads:

Dino 2010 - Hintergrund RWE-Fakten und Zahlen
Dino 2010 - Zitate Großmann mit NABU-Erwiderungen

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