NABU.de Aktionen & Projekte Brandgansaktion Ergebnisse 2011

Weniger Brandgansküken im Wattenmeer

27.000 gemeldete Brandgänse

Weniger Brandgansküken bei NABU-Mittmachaktion im Wattenmeer gezählt

fliegende Brandgänse

Fliegende Brandgänse vor Schlüttsiel

17. November 2011 - Über 300 Teilnehmer zählten vom 31. März bis 31. Oktober mehr als 27.000 Brandgänse am und im Wattenmeer und meldeten sie dem NABU. Aufgerufen wurde zur Mitmachaktion „Wo ist die Brandgans?“, um mehr über Verteilung und den Bruterfolg der Art zu erfahren. Denn seit einigen Jahren sinken die Bestände dieses Wattenmeer-Charaktervogels.

Im Vergleich zum Vorjahr, in dem die Aktion erstmals durchgeführt wurde, zeigten sich Veränderungen: Während die durchschnittliche Zahl der gemeldeten Brandgänse insgesamt fast gleich blieb, war für Schleswig-Holstein ein deutlicher Rückgang zu bemerken. Sowohl absolute Zahlen, als auch Durchschnittswerte zeigen hier vor allem in der nördlichen Elbmündung und auf Föhr erhebliche Einbußen – trotz erhöhter Beteiligung auch auf der Urlaubsinsel Sylt. Mehr Brandgänse als 2010 wurden für die östliche Wattenmeerküste Niedersachsens vermerkt. Die meisten Beobachtungen kamen aus dem Jadebusen, der Wesermündung und dem Wangerland. Auch wurden hier, wie bereits im Vorjahr, die meisten Jungvögel gesehen.

„Der Bruterfolg der Brandgänse ist für den NABU besonders wichtig, daher muss mit Sorge beobachtet werden, dass durchschnittlich weniger Küken beobachtet wurden als 2010“, erklärt Aktionskoordinator Eric Neuling. Während die Zahlen aus Ostfriesland relativ stabil blieben, gibt es Hinweise darauf, dass die schleswig-holsteinische Küste auch hier ins Abseits gerät. Einzige Lichtblicke sind die Insel Amrum und die Hallig Langeness, wo rund 200 Jungvögel gemeldet wurden. Auch im Hamburger Raum wurde diesmal gezählt, sogar im Stadtgebiet selbst wurden 50 Brandgänse gemeldet, außerdem einige Jungvögel aus der Wedeler Marsch.

Die gemeldeten Daten sind keine wissenschaftlichen Bestandszahlen, doch zeigen sie im Vergleich mehrerer Jahre Tendenzen, denen es in gezielten Forschungsprojekten auf den Grund zu gehen gilt. So hat der NABU in diesem Jahr drei Brandgänse mit Satellitensendern ausgestattet und verfolgt damit ihre Bewegungen im Jahresverlauf.
Zum Besenderungsprojekt

Klicken Sie auf das Symbol oder „Details“ und sehen Sie die genaue Verteilung der Gänse.

Ende der NABU-Mittmachaktion im Wattenmeer

Fliegende Brandgänse vor Schlüttsiel

10. November 2011 - Bis 31. Oktober konnten Erholungssuchende und Anwohner im Wattenmeerraum dem NABU ihre wachsamen Augen in Dienste stellen. Denn die Zählaktion "Wo ist die Brandgans?", die seit Ende März lief, ist nun zu Ende gegangen. Über 500 Meldungen von Brandgänsen - das sind nur wenige mehr als im Vorjahr - erreichten uns und werden in den kommenden Tagen ausgewertet.

Bereits jetzt lässt sich feststellen, dass mit rund 27.000 gemeldeten Brandgänsen ähnliche Zahlen wie im Aktionszeitraum 2010 erreicht wurden. Deutlich wird auch schon, dass vor allem von der schleswig-holsteinischen Küste und in den Sommermonaten weniger Vögel gemeldet wurden. Wie es aber tatsächlich um die Brandgänse steht, lässt sich noch nicht abschließend sagen. Wir sind gespannt auf die Auswertung!

Erfolgreich gemausert - Wieder mehr Beobachtungen am Festland

27. September 2011 - Nachdem es für einige Wochen wenige Brandgänse zu beobachten gab, sind nun wieder Trupps von mehreren hundert Vögeln gesichtet und dem NABU gemeldet worden. Urlauber oder Anwohner sahen im September die meisten Brandgänse auf Nordstrand und an der Husumer Bucht. Vermutlich handelt es sich um Vögel, die bereits ihr Gefieder gewechselt haben. Vielleicht sind auch schon Überwinterer aus Skandinavien und Großbritannien unter ihnen.

Brandgänse ziehen sich zum Mausern zurück

Brandgansmauser

Viele Brandgänse befinden sich schon in den Mausergebieten oder haben sogar schon ein neues Gefieder. Mehrere zehntausend Brandgänse mausern sich auf wenigen Quadratkilometern, wie der Insel Trischen. In der Zeit können sie nicht fliegen.

06. September 2011 - Nicht nur die Nordseeurlauber sind allmählich von den friesischen Inseln und der Wattenmeerküste heimgekehrt, auch Brandgänse entdeckt man dort immer seltener. Nach Beendigung der Brut verlassen die Gänse ihre Nistplätze und versammeln sich zur Vormauser bevor sie an abgelegenen und ungestörten Orten im Watt, wie auf der Vogelinsel Trischen, ungestört ihr Gefieder wechseln.

Die Meldungen, die uns im August erreicht haben, verdeutlichen das. Es sind verstärkt größere Trupps, die im Raum Cuxhaven oder in der Wesermündung beobachtet wurden. Trotzdem werden auch noch vereinzelt Küken gesehen oder einzelne Gänse auf Föhr oder Amrum. Daher heißt es weiterhin Augen offen halten und dem NABU ihre Beobachtungen melden! Seit Beginn der Zählaktion wurden von Nordseebesuchern fast 7.000 Brandgänse gezählt.

Bisher fast alle Brandgansküken an der ostfriesischen Küste

19. Juli 2011 - Aus allen Wattenmeerbereichen wurden fast 6.300 Brandgänse gemeldet. Davon auch an die 300 Jungvögel, wobei Wangerooge und Spiekeroog, sowie das naheliegende Wangerland und der Jadebusen weit vorne liegen. Viele Bandgänse machen sich bereits auf den Weg in die Mausergebiete Richtung Elbmündung, wo bis Ende August bis zu 200.000 Brandgänse ihr Gefieder wechseln. Ihre Küken bleiben dann bei Zieheltern bis sie selbst fliegen können.

24. Juni 2011 - Über 4.400 Brandgänse haben Besucher und Anwohner der Nordseeküste seit Beginn der Mitmachaktion „Wo ist die Brandgans?“ gezählt und dem NABU gemeldet. Die meisten Brandgänse wurden bisher mit 900 gezählten Vögeln von der Insel Amrum und mit jeweils etwa 400 von Juist und Langeoog gemeldet. Große Ansammlungen von 50 bis 250 Vögeln waren dort oder auch in der Wesermündung nicht selten. Obwohl von den zehn Zählgebieten, in denen über 150 Brandgänse gemeldet wurden, sieben in Niedersachsen, doch nur drei in Schleswig-Holstein liegen, ist das Verhältnis bei den erwachsenen Brandgänsen noch relativ ausgewogen.

Bis zu 100 Küken werden von einem Brandganspaar betreut.

Nun wurden die ersten Küken gesehen und es zeigt sich ein anderes Bild: Von den 75 bisher gemeldeten Brandgansjungen wurden lediglich zwei an Schleswig-Holsteins Küste beobachtet. Über zwei Drittel stammen vom niedersächsischen Festland, vor allem aus dem südlichen Jadebusen. Auch 2010 waren das ostfriesische Festland und Inseln wie Juist und Borkum die wesentlichen Beobachtungsorte von Küken.

„Dass auf den stark besuchten Inseln Nordfrieslands bisher gar keine Brandgansjungen gesehen wurden, ist verwunderlich. Die ausgedehnten Dünenlandschaften auf Sylt und Amrum schienen 2010 noch attraktive Brutplätze zu bieten. Allerdings konnte bei einigen Vogelarten in Schleswig-Holstein ein verspätetes Brutgeschäft beobachtet werden, und Bruten bis in den Juli sind nicht ungewöhnlich. Für endgültige Schlüsse ist es daher zu früh“, kommentierte NABU Wattenmeer-Experte Eric Neuling die Zwischenergebnisse der Zählaktion. Brandgänse brüten bevorzugt in Erdhöhlen, die sie aber an stark frequentierten Stränden nicht nutzen können. Sind die Jungen aus weitab gelegenen Nestern geschlüpft, müssen sie gefährliche Entfernungen zurücklegen, bis sie das nahrungsreiche Watt erreichen.

Frühling im Wattenmeer

Brandgänse und Austernfischer

Brandgänse und Austernfischer im Watt

15. Mai 2011 - Zwischen den vielen Vögeln, die sich zu dieser Jahreszeit im Watt tummeln, wurden die ersten Brandgänse entdeckt. Während Knutt, Alpenstrandläufer und Co. meist nur einige Wochen verweilen, um sich für den Weiterflug in arktische Gefilde zu stärken, sind viele der anwesenden Brandgänse schon verpaart und suchen passende Brutplätze.

Von den ersten Meldern konnten schon fast 3.000 Brandgänse beobachtet werden. Dabei liegt die Anzahl der Meldungen von der niedersächsischen Küste knapp vor den schleswig-holsteinischen. Fast die Hälfte der Brandgänse konnte auf den ostfrisischen Inseln gezählt werden. Der NABU ruft bis zum 31. Oktober alle Nordseebesucher auf, Brandgänse zu zählen und zu melden.

Die Aktion

Vogelzählung "Wo ist die Brandgans?" an der Nordsee beendetEndspurt bei der Brandgans-Mitmachaktion

In wenigen Tagen werden wir wissen, wo im Wattenmeer weniger oder mehr Brandgänse als letztes Jahr beobachtet werden konnten. Unter allen Beobachtern, die dem NABU ihre Brandganssichtungen gemeldet haben, wurden attraktive Preise verlost. Die Gewinner stehen nun fest. mehr Mehr

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Dominic Cimiotti

Dominic Cimiotti
NABU-Wattenmeerreferent
Dominic.Cimiotti@NABU.de
Tel. 04885-570