NABU.de Aktionen & Projekte Brandgansaktion Ergebnisse 2010
Mehr als 24.000 Brandgänse im Watt
Mehr als 24.000 Brandgänse im Watt gezählt
Endergebnis der diesjährigen Mitmach-Zählaktion an der deutschen Nordsseküste
12. November 2010 -
Mehr als 24.000 Brandgänse zählten Urlauber und Anwohner von März bis Oktober an der Wattenmeer-Küste. Der NABU hatte die Zählaktion in diesem Jahr erstmals ins Leben gerufen, da die Zahl der auffälligen Wattvögel in den vergangenen Jahren abgenommen hat. Insgesamt gingen fast 500 Meldungen aus dem gesamten deutschen Wattenmeerraum beim Michael-Otto-Institut im NABU ein, so dass die Wissenschaftler einen guten Überblick über das Vorkommen des Wattvogels bekommen haben. „Die meisten Brandgänse wurden mit rund 16.000 Tieren in Schleswig-Holstein gemeldet, fast 8.000 Vögel waren es in Niedersachsen“, kommentierte NABU-Wattenmeerexperte Dominic Cimiotti die Ergebnisse.
Die kontrastreiche Brandgans ist eine Charakterart im Wattenmeer und schon von weitem zu erkennen.
Zwar wurden in Schleswig-Holstein die meisten Brandgänse gezählt, eine besondere Verantwortung als Brutgebiet für die bunten Gänse trägt jedoch das Nachbarland Niedersachsen. Dies gilt besonders für die ostfriesischen Inseln, wo rund ein Drittel aller Küken entdeckt wurden. „Die größere Zahl der Brandgänse, die aus Schleswig-Holstein gemeldet wurden, geht vor allem auf Trupps außerhalb der Brutzeit zurück. Von den insgesamt 490 gezählten Küken stammen 307 aus Niedersachsen“, so Cimiotti. Spannend für den NABU sind für vor allem die Meldungen von Küken und flügge gewordenen Jungvögeln. Demnach war 2010 offenbar ein gutes Brutjahr für die Brandgans. Um die vorliegenden Daten abzusichern und den Bruterfolg mehrerer Jahre vergleichen zu können, soll die Aktion 2011 wiederholt werden.
Die Brandgänse ziehen im Winter von ihren Mausergebieten Richtung Westeuropa oder überwintern in Deutschland. Daher sind auch zu dieser Jahreszeit noch viele Brandgänse in großen Trupps im Wattenmeer zu finden.
Die Meldungen aus den Zählgebieten im Detail
Gefiederwechsel nach der Brut
10. August 2010 -
Das Brutgeschäft ist beendet, die Kleinen können fliegen und die Federn fallen auch langsam aus. Denn jetzt im August treffen sich zum Mausern fast alle nordwesteuropäischen Brandgänse, bis zu 200.000 Tiere, im Wattenmeer. Zu dieser Zeit sind die Vögel komplett flugunfähig und ziehen sich in besonders geschützte Bereiche auf Inseln und Sandbänken zurück.
Zehn Wochen nach dem Schlupf mausern die flüggen Brandgansjungen schon das erste Mal.
Unter den großen Scharen sind auch die fast 10.000 Brandgänse, die seit dem 31. März im Wattenmeer von Urlaubern und Anwohnern gezählt wurden und die zum Großteil bei uns gebrütet haben.
Die Meldungen an den NABU lassen eine Zwischenbilanz zu. Darin wird vom Michael-Otto-Institut des NABU herausgestellt, dass in etwa gleich viele Brandgänse in Schleswig-Holstein und Niedersachsen gemeldet wurden. Auch das Verhältnis zwischen Beobachtungen auf Inseln und an der Festlandküste ist ausgewogen. Wattenmeerexperte Dominic Cimiotti erhielt bei der Auswertung auch die Information, dass in Niedersachsen mehr Jungvögel als in Schleswig-Holstein festgestellt wurden, wobei bis auf Norderney auf allen ostfrisischen Inseln erfolgreiche Bruten zustande kamen. Die Brutsaison und damit auch die Zählaktion sind jedoch noch nicht vorbei.
17. Juni 2010 - Nicht nur mehr Sonnenhungrige kommen dieser Tage vermehrt an die deutsche Nordseeküste sondern auch die Brandgänse im Watt zeigen sich verstärkt, inzwischen auch mit ihren Nachwuchs. 4.800 Brandgänse sind seit Aktionsstart am 31. März bereits beim NABU gemeldet worden.
„Die meisten der auffälligen Wattvögel wurden mit 600 Tieren von der Insel Borkum und mit 323 Vögeln von der Hamburger Hallig gemeldet“, präsentierte NABU-Wattenmeerexperte Dominic Cimiotti die ersten Ergebnisse.
Mittlerweile sind auch an der Westküste Schleswig-Holsteins junge Brandgänse zu sehen.
Die ersten Brandgansküken, die mit ihrem schwarz-weißen Dunenkleid ihren Eltern noch nicht sehr ähnlich sehen, zeigten sich bisher vor allem am Festland. „Bei Norddeich im Landkreis Aurich wurden bereits Anfang Juni die ersten 16 Küken entdeckt. Mittlerweile sind auch an der Westküste Schleswig-Holsteins an mehreren Stellen junge Brandgänse aufgetaucht“, so Cimiotti. Brandgansküken können wie die Küken aller Entenvögel sofort schwimmen. Nicht alle Jungvögel werden aber bis zum Flüggewerden von ihren eigenen Elternvögeln betreut. Eine Vielzahl der Jungvögel wird noch vor diesem Zeitpunkt verlassen und bildet sogenannte „Kindergärten“, die bis zu 100 Jungvögel aus unterschiedlichen Gelegen zählen können. Geführt werden diese zum Beispiel von erfolglosen Altvögeln. Die Altvögel, die keine Jungvögel mehr führen, begeben sich demnächst bereits in ihr Mauserquartier, das vor allem auf Trischen und im Bereich der Elbmündung liegt.
Pressemitteilung des NABU Schleswig-Holstein zur Brandgansmauser auf Trischen
Wie hoch der Bruterfolg und die erfolgreiche Aufzucht von den kleinen Gänsen verlaufen wird, lässt sich jetzt jedoch noch nicht sagen. Der NABU will es jedoch im Laufe des Jahres herausfinden, und ruft weiterhin alle Nordseebesucher- und Anwohner dazu auf, ihre Brandganssichtungen zu melden.
Endspurt bei der Brandgans-Mitmachaktion
Vogelzählung "Wo ist die Brandgans?" an der Nordsee beendet

Die Brandgans wird im Wattenmeer immer seltener. Daher rief der NABU Nordseeurlauber und Anwohner auf, bis zum 31. Oktober alle Brandgansbeobachtungen zu melden. Nach der Auswertung werden wir dann wissen, wo weniger oder mehr Brandgänse als letztes Jahr gezählt wurden. Unter allen Beobachtern wurden attraktive Preise verlost. Die Gewinner stehen nun fest.
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Weitere Informationen
Wattenmeer in Gefahr
Das Wattenmeer ist trotz seines Schutzstatus heute nach wie vor zahlreichen Bedrohungen ausgesetzt. Diese reichen von der Öl- und Gasförderung inmitten der Nationalparke über eine zu intensive Fischerei bis hin zu den Auswirkungen des Massentourismus in bestimmten Regionen.
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Wattenmeer erleben
Wer einmal die Massen an Zugvögeln oder das vielfältige Leben im Wattboden erlebt hat, wird es nicht so schnell vergessen. Um das Naturerleben am Wattenmeer zu verbessern, betreut der NABU zahlreiche Besucherzentren oder ist Kooperationspartner.
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