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Ergebnisse 2009
Wind und Regen bremsten den Vogelzug
Rückblick auf den Birdwatch 2009
So sehen Sieger aus! Der Star landet auch in diesem Jahr auf Platz 1.
26. Oktober 2009 -
Um es vorweg zu sagen: An den naturbegeisterten Teilnehmern lag es nicht, dass am ersten Oktoberwochenende deutlich weniger Zugvögel auf dem Weg in den Süden beobachtet werden konnten. Denn immerhin rund 800 Vogelfreunde hatten sich zwischen Flensburg und Bodensee auf den Weg gemacht und mit Fernglas und Notizblock ihre Beobachtungen dokumentiert. Der „Birdwatch“ - unsere traditionelle Aktion zum herbstlichen Vogelzug – litt diesmal jedoch unter schlechtem Wetter. „Ein Tiefdruckgebiet mit starkem Wind und Regen hatte viele der Zugvögel davon abgehalten, den Weg in den Süden anzutreten oder fortzusetzen“, kommentierte NABU-Vogelschutzexperte Markus Nipkow rückblickend. Das galt nicht nur für Deutschland, auch in weiten Teilen Europas war die Lage ähnlich. Trotzdem hatten sich Vogelfreunde aus 35 Ländern am 3. und 4. Oktober an der Aktion beteiligt. In diesem Jahr war sie zugleich Bestandteil der internationalen Kampagne für den Zugvogelschutz Born to travel. Dort sind auch die Länderergebnisse zusammenfassend dargestellt.
Der Buchfink - häufigster Brutvogel in Deutschland - belegt den zweiten Platz.
Der Zug der Wildgänse ist ein Birdwatch-Highlight
Wenn auch die Zahl der beobachteten Zugvögel deutlich unter der des Vorjahres lag, an Vielfalt hatte das Wochenende dennoch einiges zu bieten. Insgesamt 183 Vogelarten umfasst die Liste der Meldungen. Angeführt wird sie vom Star, der auf dem Herbstzug wie kaum ein zweiter zur Bildung riesiger Schwärme neigt. Der Buchfink - auf Platz zwei aller Beobachtungen – erinnert uns daran, dass er gleichzeitig der häufigste Brutvogel Deutschlands ist. Doch im Herbst fallen besonders die größeren Buchfinken-Trupps nördlicher Herkunft ins Auge. Sie stammen überwiegend aus den Brutgebieten Skandinaviens, den baltischen Staaten und den Tundren Russlands. Platz drei konnte die Graugans erobern. Der Zug der „Wildgänse“ zählt für viele Vogelfreunde zu den auffälligsten und schönsten Erlebnissen beim Birdwatch. Einige NABU-Gruppen und Zentren bieten deshalb in jedem Jahr spezielle Veranstaltungen und Fahrten zur Beobachtung ziehender und rastender Gänse an, so z.B. in Ostfriesland und am Niederrhein.
Gehen die Zugaktivitäten zurück?
Zu den besonderen „Leckerbissen“ der Zugvogelbeobachtung zählen stets die Raritäten in der Vogelwelt, aber auch Feststellungen von Arten, die Deutschland im Oktober eigentlich schon längst hinter sich gelassen haben sollten. So wurden unter anderem „verspätete“ Mauersegler registriert, die größtenteils schon im August ihre mitteleuropäischen Brutgebiete verlassen. Auch Fitisse und ein Drosselrohrsänger wurden gemeldet, die ebenfalls zu den früh ziehenden Arten zählen. „Aber erst anhand langjähriger Auswertungen wird sich feststellen lassen, ob solche Auffälligkeiten eventuell mit Klimaveränderungen in Zusammenhang stehen, die ja bereits stattfinden“, so Markus Nipkow.
Wissenschaftler rechnen damit, dass die Zugaktivitäten vieler Vogelarten in Nord- und Mitteleuropa insgesamt klimabedingt zurückgehen könnten. Regelmäßige und langfristig angelegte Aktionen wie der Birdwatch werden dabei helfen, solchen Veränderungen auf die Spur zu kommen.
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